<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300</id><updated>2011-12-18T13:41:39.746-08:00</updated><title type='text'>Giselas DDR, BRD und USA</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>13</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-9047225859475320425</id><published>2011-03-31T09:03:00.002-07:00</published><updated>2011-12-09T10:03:28.726-08:00</updated><title type='text'>Gedanken, Eindrücke, Gefühle zu Frankfurt am Main (noch im Bau)</title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 300px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593232106676982610" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-_KmNZ7rVjBY/TZ8m94DKk1I/AAAAAAAAAfg/xEJ9zA1Gh7c/s400/kaiserstrasse.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Kaiserstraße mit Blick in östliche Richtung&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;Die Hochhäuser gab es natürlich in den sechziger Jahren noch nicht &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;In den anderen Kapiteln habe ich ja schon einiges über Frankfurt geschrieben. Nun las ich aber kürzlich wieder etwas über die Stadt und machte mir Gedanken darüber, warum ich Frankfurt in einer bestimmten Weise erlebte und wie sich diese änderte in den 25 Jahren, die ich dort verbrachte. Ich möchte mehr oder weniger chronologisch vorgehen, indem ich berichte, wie ich die Stadt zu Beginn und später sah und was ich an ihr mochte und was mich abschreckte. Mein erster Eindruck war geprägt von der Größe und Farbe der Häuser in der Bahnhofsgegend. Sie schienen damals überwältigend groß, grau, dabei aber protzig und klotzig, eben wie Gebäude der Gründerzeit und der Jahrhundertwende. Aber es gab auch genug moderne, unverzierte Nachkriegsbauten, die ich in ihrer ganzen Häßlichkeit überall in der Stadt fand.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das alte Schauspielhaus&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 414px; DISPLAY: block; HEIGHT: 359px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593231298471669154" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-1rpTZbWZbUQ/TZ8mO1QALaI/AAAAAAAAAfY/PuKS8TdafWA/s400/675px-Schauspielhaus.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gebäude links daneben wurden im Krieg zerstört&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Am Theaterplatz stand noch das alte, nach dem Krieg reparierte Gebäude des Schaupielhauses, in das meine Mutter und ich noch für einige Jahre gingen, bis es bedauerlicherweise abgerissen wurde, um einem hochmodernen Bau mit Glasfassade, "Blechtrommeln" innen an der Decke als Verzierung des Foyers und Gemälden von Marc Chagall Platz zu machen. Obwohl ich das alte Theatergebäude mochte, gefiel mir dieses neue Gebäude mit seinem "verrückten" Foyer nach einer Weile. Es war "zeitgemäß" und kontrovers, das sagte mir zu. Natürlich regte man sich in der Stadt auf über diese "komischen Blechtrommeln", man bezog sich wohl damit auch auf das Buch von Günter Grass, aber da war auch eine Faszination an dem Neuen zu spüren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 265px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593233141796419058" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-9Cr7IdKrMko/TZ8n6IK3tfI/AAAAAAAAAfo/3z-9zIPQfQ8/s400/Oper-ffm-nacht%2B%2BTheater%2BFfm.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Das neue Gebäude des Theaters, 1963 gebaut&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Der Saal für die Opernaufführungen war noch der gleiche wie vorher, aber das Schauspielhaus war innen neu, ebeso die "Kammerspiele". In Richtung Hauptwache kam man dem Hotel "Frankfurter Hof" vorbei, zwischen dem pompösen "alten Kasten" und der Hauptwache gab es noch ein paar ältere Gebäude, aber in der Mehrzahl waren es Nachkriegsbauten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 300px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593235622821254962" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-fdmRCH3CFcA/TZ8qKitSVzI/AAAAAAAAAfw/5vKMk9xiJt8/s400/800px-Frankfurter_Hof%252C_Kaiserplatz.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Das Hotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;Damals stand noch ein Brunnen in der Mitte des Platzes, der versetzt wurde, damit Autos freie Bahn haben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Da die Haupteinkaufsstraße "Zeil" und die unmittelbare Umgebung der Hauptwache nur aus den üblichen neueren Kaufhaus- und Bürogebäuden bestand, war auch da wenig Ahnsehnliches zu sehen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Hauptwache mit Einblick in die Einkaufsstraße Zeil&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Rechts im oberen Teil des Fotos sieht man noch eine Baulücke vom Krieg&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 276px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594016466868539970" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-s4hwF6RvLtE/TaHwVpdikkI/AAAAAAAAAhw/bYPdjVXKwGY/s400/Frankfurt%2BHauptwache%2B%2Bund%2BUmgebung%2Bin%2B60igern054.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;An der Hauptwache 1959&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 260px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593237788549636946" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-zcQlCro_ig0/TZ8sImrK41I/AAAAAAAAAf4/dpZD3-3Wfnk/s400/Bundesarchiv_B_145_Bild-F005759-0004%252C_Frankfurt-Main%252C_An_der_Hauptwache.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Blick von der Hauptwache nach Süden, Siebziger Jahre&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 283px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593272368280107682" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-t97J9i_9Cns/TZ9LlaNX-qI/AAAAAAAAAgw/F1go-n7xrtQ/s400/Hauptwache49.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Inzwischen sieht die Hauptwache anders aus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blick zur Katharinenkirche und Zeil&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 398px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593241123845861458" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-73Q9XwKZOz4/TZ8vKvnwcFI/AAAAAAAAAgI/iej4hHuGuTc/s400/597px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F008588-0008%252C_Frankfurt-Main%252C_Konstablerwache.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Zeil von der Konstabler Wache aus gesehen, 1950&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sah auch in den Sechziger Jahren nicht anders aus&lt;/p&gt;Dieses Foto erinnert mich daran, dass meine Mutter und ich häufig auf der Zeil einkauften , vor allem Lebensmittel im Kaufhaus Herthie. Und dass wir das auch im Winter taten, wenn es um fünf Uhr schon dunkel war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wir waren sehr beeindruckt von dem vielfältigen Angebot bei Herthie. Wir konnten sogar Schweineschmalz und auch Gänsefett dort finden, etwas, das wir gerne im Winter in Eisenach gegessen hatten. Das gesamte Angebot an Obst und Gemüse, ebenso Fisch, Fleisch, Schinken und Käse, war sehr groß. Es gab alles in einem Laden, was neu für uns war. Damals gab es den Supermarkt in der Eisernen Hand in der Nähe von unserer Wohnung noch nicht. Wir genossen diese herrliche Lebensmittelabteilung also sehr. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Nun begebe ich mich erst einmal in die Weberstraße im Nordenend, wo wir Ende 1960 oder Anfang 1961 eine kleine Zweizimmerwohnung fanden. Auch dort waren die meisten Häuser vier- bis fünfstöckig und die Straßen für meine Begriffe schluchtenartig. Außerdem gab es kaum Bäume, vielleicht ein paar Büsche in den Vorgärten, aber generell war die Gegend damals etwas eintönig und grau, aber auch nahe zur Innenstadt.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;In der Weberstraßse 1963&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 390px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594000280339807074" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-x7kYrU27aDo/TaHhnd8W-2I/AAAAAAAAAhQ/VDPNGW51-8Q/s400/Weberstr%2B5%2B1963350.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Weberstraße im Nordend&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das leicht rosa getönte Haus in der Mitte des Fotos, neben dem Giebelhaus ist die Nr. 5, in der wir im dritten Sockwerk wohnten&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 267px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593271982746769954" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-2wdSZQx4wds/TZ9LO9_EGiI/AAAAAAAAAgo/XiWO6nzzZ4o/s400/Weberstr.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;Dieses Foto der Weberstraße stammt aus dem Jahr 1989. Als wir dorthin zogen, sah alles wesentlich grauer aus, fast so grau wie Niederrad im Südwesten von Frankfurt.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Bruchfeldstraße in Niederrad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In einem der weißen Gebäude in der Mitte des Fotos wohnte eine damalige Schulfreundin. Die Wohnung war ungeheuer eng und winzig.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 300px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593300689388691938" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-I8baZCWPjVE/TZ9lV6j14eI/AAAAAAAAAhI/qIKQtcb_AV0/s400/Niederrrad%2BBruchfeldstr.JPG" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Meine Mutter und ich erkundeten nach und nach die Stadt, enweder schon von Niederrad aus, wo wir ja einige Monate bei einem Schulfreund meiner Eltern wohnten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Und natürlich dann auch von der Weberstraße aus. Ich erinnere mich noch gut an einen Ausflug zum gotischen Dom in der Nähe vom Römer, dem Rathaus der Stadt. Ich lernte den Dom erst später richtig schätzen, er war erstmal einfach sehr groß, hatte aber auch eine schöne, rötliche Sandsteinfarbe. Wir stiegen hinauf in den Turm, wobei mir leicht schwindlig wurde.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Man konnte durch die filigrane gotische Architektur nach unten sehen und das war für mich unangenehm. Im Inneren des Domes gab es einige wunderschöne gotische Schnitzereien, aber auch das bemerkte ich erst später.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 260px; DISPLAY: block; HEIGHT: 448px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593257333731017458" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-VnrLOWcplck/TZ896SJiwvI/AAAAAAAAAgQ/rTauyHxKV7c/s400/388px-Mk_Frankfurt_Dom_Saalhof.jpg" /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der gotische Dom mit dem alten Saalhofgebäude im Vordergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Henninger Turm in Sachsenhausen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 278px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5607064117286237138" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-XOgMF3ZZi48/TdBLG2-vc9I/AAAAAAAAAiQ/CKABKMjdQEQ/s400/Henninger%2BTurm346.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 390px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593265475269700322" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-E_G01D96MF8/TZ9FULvoKuI/AAAAAAAAAgg/-CZn6CqHLMc/s400/Henninger%2BTurm%2B%2B1963%2Bmit%2BMutter347.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Meine Mutter bei einem Ausflug zu Henninger Turm, 1963 &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Der Henniger Turm in Sachsenhausen war wohl noch etwas aufregender für mich, da man einen tollen Blick auf die Stadt und die Umgebung hatte und ich hatte dort keine Schwindelgefühle, da die Aussichtsplattform hoch genug eingezäunt war. Es roch ein bißchen nach der Brauerei, zu der der Turm gehörte. Der Turm war ein Silo für Gerste für das Frankfurter Henniger Bier, das ich später auch ab und zu trank. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;In Sachsenhausen wohnte auch eine alte Jugendfreundin Freundin meiner Mutter mit ihrer Familie. Sie waren schon eher als wir aus Leipzig in den Westen geflohen. Sie wohnten in einem "Eigenheim", was natürlich was besonderes war, obwohl keine architektonische Besonderheit, aber es hatte einen Garten. Der Sohn, Klaus, der Familie H. war etwas jünger als ich und ein "Rauhbein". Wir tauschten damals Briefmarken, wobei er mich wohl immer wieder "betrog", wie ich fand. Sein Vater kam auch einmal heim von der Arbeit und fragte ihn, ob er mich wieder getäuscht hätte oder so was ähnliches. Ich fand das natürlich schrecklich abstoßend und "typisch westlich". Es schien immer darum zu gehen, andere zu übervorteilen oder sie herunterzuputzen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;(Komischerweise wohnt dieser Klaus H. seit einigen Jahren auch in Oregon, in der Nähe von Corbet, östlich von Portkand und betreibt eine Weihnachtsbaumfarm. Er war wohl lange in Kalifornien in der Musikszene und als Gitarrenstimmer für berühmte Musiker oder Sänger tätig gewesen, wie er mir sagte. Jedoch waren die Grundstückspreise dort aber so gestiegen, dass er und seine Frau nach Oregon zogen. Ich habe einmal mit ihm telefoniert, da mir sein Name bei irgendeiner Einladung zu einer Party bekannt vorkam und ich ihn einfach anrief, um herauszufinden, ob er wirklich der war, den ich vermutete. Bei dem Gespräch stellte sich schnell heraus, dass er immer noch der "alte", angeberische Klaus war. Ich erinnerte ihn an die Briefmarkentauschaktionen und seine Machenschaften, das konnte ich mir nicht verbeißen. Er gab zu, dass er ein "schlimmer Kerl" als Kind gewesen war. Ich sah ihn dann auf dieser Party, allerdings nur von weitem, wir sprachen nicht miteinander, wie das ja so häufig zwischen Deutschen passiert, die sich nicht so ganz grün sind. Er ignorierte mich und ich ihn auch. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Hinterher fand ich das recht albern und bereute es etwas, aber ich erinnerte mich auch an seinen Ton am Telefon und mir verging das Interesse, mit ihm zu sprechen. Er hatte die feinen Gesichtszüge seiner hübschen Mutter, aber sein Verhalten war wohl eher von seinem unsympathischen Vater geprägt. Trotz allem hatten wir ja einiges gemeinsam, denn seine Familie kam auch aus der DDR, allerdings gingen sie schon sehr früh in den Westen, soweit ich weiß. Meine Mutter war mit seiner Mutter in ihrer Jugend gut befreundet gewesen und sie hatten wohl auch später Briefkontakt. Woher sie sich kannten, weiss ich allerdings nicht. Aber sie waren zusammen an der Ostsee, es gibt auch Fotos von beiden zusammen. Aber so geht es manchmal, alte negative Erfahrungen mit einer Person prägen den späteren Umgang mit ihr und lassen sich nicht ohne weiteres vergessen. )&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meine Mutter entdeckte dann den Stadtwald südlich von Sachsenhausen. Man konnte mit der Straßenbahn hinfahren. Allerdings war der Wald für meine Begriffe langweilig, weil flach und ohne Hügel mit Ausblicken und sehr geraden, breiten Wegen. Der Wald war genau das Gegenteil vom Thüringer Wald und begeisterte mich daher überhaupt nicht. Aber es gab einen Aussichtsturm, den 43 Meter hohen, hölzernen Goethe Turm, den wir erkletterten und da hatten wir endlich einen hübschen Ausblick.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 280px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5593284366213086146" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-GedUfoXgBUI/TZ9Wfx_ge8I/AAAAAAAAAg4/wqwKJ4tKNDo/s400/Goetheturm.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Der Goethe Turm im Stadtwald &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Das war schon immer wichtig für mich und auch für meine Mutter. Wir waren durch die Wartburg und andere Aussichtspunkte in der Umgebung von Eisenach so daran gewöhnt, dass sie mir natürlich im flachen Stadtwald fehlten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Parks in Frankfurt sind eigentlich schön, aber damals, in den frühen Sechziger Jahren, konnte ich das nicht recht sehen. Ich war einfach heimwehkrank und ein Gang durch den sehr schön angelegten, großen Grüneburgpark rief bei mir nur Langeweile hervor. Es war alles künstlich, hatte nichts wildes wie ein natürlicher Wald an sich. Später, als ich in Bockenheim wohnte, frequentierte ich den Park sehr oft. Auch schon zur Zeit meiner Freundschaft mit den Amerikanern entdeckte ich diesen Park erst richtig. Wir wurden damals noch öfters von Parkwächtern oder Polizisten vom Gras heruntergescheucht. Es gab Schilder mit der typischen Warnung "Betreten des Rasens verboten", aber irgendwann gab die Stadt auf, weil sich viele Leute einfach nicht daran hielten. Nun konnte man den Rasen als Spiel- und Liegewiese benutzen, was sehr zur Atraktivität des Parks beitrug.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Oase des Botanische Gartens beim Grüneburgpark&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 300px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594009246078935170" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-0DuZ59wpXoA/TaHpxV7JIII/AAAAAAAAAho/HBj15A972lE/s400/800px-Botanischer-garten-ffm004.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben dem Park gab es den Botanischen Garten, der zum Botanischen Institut gehörte, aber auch öffentlich zugänglich war. Meine Eltern gingen in späteren Jahren oft dorthin. Ich hatte den Garten schon 1968 mit meinem Freund Dave entdeckt. Dort wuchsen Pflanzen aus aller Welt und u.a. auch Hanfpflanzen. Daher wußte Dave wohl von diesem Garten. Es war sehr entspannend, dort auf einer Bank zu sitzen oder über die Wege zu den verschiedenen botanischen Bereichen zu schlendern oder im Frühling die blühenden Azalien Sträucher und sonstige fremdartige Pflanzen zu bewundern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ich habe das während meines Studiums oft gemacht, da ich Seminare in der Feldbergstraße im Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung hatte, was nicht weit war vom Park und Garten.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Der Holzhausenpark mit seinem "Wasserschloß" war zwar klein, aber nicht so weit und ganz hübsch. Der kleine Bethmann Park, noch näher zur Weberstraße, hatte Blumenbeete und viele Bänke, die von alten Leuten besetzt waren. Das wäre jetzt eher was für mich, als es das damals war. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Die Wallanlagen um die Innenstadt herum waren auch eine erfreuliche "grüne Lunge" fuer die Stadt. In unsere Nähe gab es eine kleine Anlage für Rollschuhläufer, die ich für eine Weile benutzte. Leider fiel ich aber hin und brach mir das linke Handgelenk und irgendwann stürzte ich auch sehr schmerzhaft auf"s Steißbein. Das machte mir Jahre lang zu schaffen. Wenn ich vom Mittagessen mit meiner Mutter im Arbeitsamt nach Hause ging, benutzte ich den Weg durch die südöstlich gelegenen Anlagen des öfteren. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Den Palmengarten im Westend besuchten wir auch ab und zu. Dort gab es, neben exotischen Gewächshäusern, den teuersten Tennisclub in Frankfurt, um den ich lieber einen Bogen machte, weil ich etwas neidisch war oder unglücklich, nicht mehr zu der schönen Tennisanlage in Eisenach gehen zu können. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Eine Zeitlang fuhr ich hin und wieder mit der Straßenbahn nach Seckbach, einem der zu Frankfurt gehörigen alten Dörfer am Nordostrand der Stadt, wo eine meiner Mutter bekannte Frau mit ihren zwei Töchtern wohnte. Wir spielten dort im Freien oder im Hutpark, der in der Nähe war. Aber es war recht weit für mich und die Mädchen waren älter als ich oder wir verstanden uns nicht so gut. Irgendwann fanden meine Mutter und ich auch den Lohrberg, ebenso in der Nähe von Seckbach, wo es sogar ein paar kleine Weinberge gab und Obstbäume aus früheren Zeiten, als das noch Bauernland war. Man hatte einen recht schönen Blick in die Mainebene und zu Stadt hin, die weit weg zu sein schien. Diese Gegend habe ich auch während meiner Zeit in der Buchhändlerschule im Herbst 1967 durchstreift. Nach und nach also gewöhnte ich mich an diese eher "künstliche" Natur und ich war froh, dass es sie überhaupt gab.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Feldberg im Taunus, besonders schön im Winter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 283px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594007478943833762" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-JhowNTxGdO4/TaHoKe1TXqI/AAAAAAAAAhg/kIB6zbSjpyo/s400/Taunus351.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wir fuhren aber auch in den Taunus nordwestlich von der Stadt. Eine lange Straßenbahnfahrt brachte uns zur "Hohemark", einem Ort oder nur ein paar Häusern am südlichen Rande des Waldes, von wo aus Wanderer ihre Wege wählten, die zum "Sandplacken" oder dem Feldberg mit seinen 880 Metern Höhe führten. Wie das so üblich ist in Europa, gab es natürlich Gasthäuser an verschiedenen Orten, vor allem am Sandplacken, einer Wegkreuzung, und auch auf dem Feldberg, wo man seinen Kuchen und Getränke oder Suppen und Frankfurter Würstchen bekam. Diese Kneipen waren an Wochenenden immer voll und rauchig, aber z.B. im Winter auch ein willkommener Ort für Wärme und Essen. Wir mußten unsere Verpflegung nicht mitnehmen, wie das hier in den USA meistens der Fall ist. Ich erinnere mich noch an kalte Wintertage auf Skiern in der Nähe von Oberreifenberg, wo wir dann auch eine Kneipe fanden und uns stärken und aufwärmen konnten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wie man sieht, waren mir die weniger städtisch aussehenden Orte in Frankfurt und um die Stadt herum lieber als die Stadt selbst. Erst später in meinen Zwanzigern lernte ich die Stadt in ihrer Vielfalt und deren kulturelle Angebote mehr schätzen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Aber ein paar Orte wie z.B. das Philantropin, eine ehemalige Schule für jüdische Kinder, später Sitz der Jüdischen Gemeinde ( &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropin_(Frankfurt_am_Main"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropin_(Frankfurt_am_Main&lt;/a&gt;) in der Hebelstraße ganz in der Nähe von unserer Wohnung waren wichtig für mich. In dem Gebäude gab es damals in den frühen Sechziger Jahren ein Kino. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das jetzt neu renovierte Gebäude des Philantropins im Nordend&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 262px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594025473426362498" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-K3sgcCIYUe8/TaH4h5gQkII/AAAAAAAAAh4/eNwkWg9Kvfc/s400/800px-Philantropin_Frankfurt.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;In dem häßlichen Bürogebäude am Ende der Straße wurde übrigens für viele Jahre die satirische Zeitschrift "Pardon" gemacht, die ich auch eine Zeitlang gerne las.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ich war regelmäßige Besucherin dieses Kinos und sah zahlreiche amerikanische "Western" und auch kitschige bundesrepublikanische Filme mit Lieselotte Pulver´oder ab und zu Krimis mit meinen Eltern. Die "Western" Filme vermittelten mir einen ersten Eindruck von der großen Schönheit der amerikanischen Wüstenlandschaft in Arizona und Utah. Ich erkannte diese Filmlandschaften später wieder bei unseren Reisen zum Grand Canyon und zu den Nationalparks in Utah. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Städel am Main&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 286px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5594027973578727010" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-mq7yYhm4Th0/TaH6zbTCHmI/AAAAAAAAAiA/Z6kWW6ySRgc/s400/800px-FrankfurtM_Staedel.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Meine Mutter und ich gingen auch ins Städelsche Kunstinstitut, das große Kunstmuseum auf der Sachsenhäuser Seite des Mains. Das war etwas ganz Neues fuer mich, schon allein die Größe des Gebäudes war überwältigend. Es dauerte einige Zeit, bis ich meine Lieblingsmaler fand und immer wieder zu diesen zurückkehrte. Ich entdeckte dort nach und nach neben den vielen alten Künstlern die Impressionisten, Expressionisten, Picasso, Max Ernst, auch Paul Klee, die mir sehr gefielen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Im Steinernen Haus am Römer gab es regelmäßig sehr gute Ausstellungen von modernen Künstlern, die ich mir alle anschaute. Dieser relativ kleine Austellungsraum war eigentlich mein Lieblingsort für neue Kunst. Ich konnte mich dort in aller Ruhe mit den Gemälden beschäftigen, im Katalog nachlesen und lernte auf diese Weise viel über neue Kunstströmungen. Es war nie so voll wie das Städel Museum und leicht zu erreichen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Copyright Gisela Förstermann 2011&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-9047225859475320425?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/9047225859475320425/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=9047225859475320425' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/9047225859475320425'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/9047225859475320425'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2011/03/gedanken-eindrucke-gefuhle-zu-frankfurt.html' title='Gedanken, Eindrücke, Gefühle zu Frankfurt am Main (noch im Bau)'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-_KmNZ7rVjBY/TZ8m94DKk1I/AAAAAAAAAfg/xEJ9zA1Gh7c/s72-c/kaiserstrasse.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-7170029449930625100</id><published>2011-02-23T09:52:00.000-08:00</published><updated>2011-03-25T13:43:57.842-07:00</updated><title type='text'>1967   Die erste Reise zurück nach Eisenach</title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-3BwkVFfipjM/TW2Tl0xtL7I/AAAAAAAAAfA/wn--CJMlpoo/s1600/Opa%2Bund%2BOma331.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 398px; DISPLAY: block; HEIGHT: 275px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578781859517950354" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-92y4BJ3HLL4/TWvQiyf16ZI/AAAAAAAAAco/A8A3nzxynz0/s400/Eisenach327.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Wie ich schon hin und wieder in den anderen Kapiteln bemerkt habe, hatte ich oft große Sehnsucht nach Eisenach. Wir hatten natürlich regelmäßigen Briefkontakt mit den Großeltern Förstermann. Und ich hatte Kontakt mit zwei Schulfreunden, mit Karin H. und mit (mehr "Freund" als nur Schulfreund) Reinhard H. , so dass sich dieses Heimweh nicht nur auf Eisenach, die Wartburg und Umgebung bezog, sondern auch auf ein Wiedersehen mit R.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also plante ich 1967 endlich im dritten Jahr meiner Lehrzeit eine Reise, wobei mir die Großeltern behilflich sein mußten. Sie beantragten ein Einreisevisum für einen zweiwöchigen Aufenthalt, schickten mir die Unterlagen dafür und endlich war es soweit im Sommer 1967. Dieser Antragsprozess hatte acht Wochen gedauert, soweit ich mich erinnere.&lt;br /&gt;Ich war nun sehr gespannt auf die Stadt und die Leute und auf meine Reaktion darauf. Ein klein wenig nervös war ich schon auch wegen der Reise selbst, des langwierigen Grenzübertritts, über den man ja schon gehört hatte.&lt;br /&gt;Würde es Schwierigkeiten geben, weil ich möglicherweise noch als "Republikflüchtling" galt?&lt;br /&gt;Ich denke, dass diese Frage vor der Reise abgeklärt war, aber trotz allem war ich nervös.&lt;br /&gt;Es war verboten, westdeutsche Zeitschriften oder bestimmte Bücher in die DDR einzuführen, aber ich brachte auf Rs. Bitte hin eine kleine Flasche Gin mit. Alkohol war erlaubt. Vermutlich hatte ich auch die DDR "Mangelwaren" Kaffe, Schokolade, Zigaretten, einige Zigarren und Zitronen für meine Großeltern dabei. Und vielleicht Lektüre in Form einer Zeitschrift, die ich dann einfach zurückließ, für die Grenzer, die sie sicher begierig lasen.&lt;br /&gt;Der Zug auf dem Bahnsteig in Frankfurt war ein DDR Zug der sogenannten "Reichsbahn" (Was für ein absurder Name fuer ein "sozialistisches" Land) mit seinem charakteristischen "Ostgeruch" von Plastik, dort "Plaste" genannt, irgendwelchen Desinfektionssmitteln und Schmieröl oder Diesel vielleicht. Auf alle Fälle fiel dieser Geruch sofort auf, sobald man den Zug bestieg und in ein Abteil kam und er war immer gleich in allen Zügen, die ich auf meinen Reisen in die DDR in den folgendnen Jahren benutzte.&lt;br /&gt;Es gab viele ältere Passagiere, die offensichtliche "DDR Reiseveteranen" waren. Sie hatten Taschen dabei, voll mit Kaffe, Kakao, Schokolade und anderen "Westsachen", die ihre Verwandten "drüben" wollten und schätzten.&lt;br /&gt;Je näher wir an die Grenze kamen, desto aufgeregter wurde ich. Endlich erreichten wir Bebra, wo die elektrische "Westlokomotive" ausgetauscht wurde gegen die "Ostlok", eine Diesellokomotive.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Dazu eine Erklärung aus Wikipedia: Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Verkehr im Raum Bebra mehr in Nord-Süd-Richtung, da der Verkehr in Richtung Osten durch die nahe gelegene &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze"&gt;innerdeutsche Grenze&lt;/a&gt; weitgehend unterbrochen war. Bebra wurde allerdings &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grenzbahnhof"&gt;Grenzbahnhof&lt;/a&gt; für &lt;a title="Interzonenzug" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Interzonenzug"&gt;Interzonenzüge&lt;/a&gt; in die &lt;a title="Deutsche Demokratische Republik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik"&gt;DDR&lt;/a&gt;, &lt;a title="Interzonenzug" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Interzonenzug#Transitz.C3.BCge_seit_1961"&gt;Transitzüge&lt;/a&gt; und &lt;a title="Interzonenzug" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Interzonenzug#Milit.C3.A4rverkehr"&gt;Militärzüge&lt;/a&gt; der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westm%C3%A4chte"&gt;Westmächte&lt;/a&gt; nach &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/West-Berlin"&gt;West-Berlin&lt;/a&gt;. &lt;span style="color:#ff0000;"&gt;In Bebra wurden die Züge von der &lt;/span&gt;&lt;a title="Deutsche Bundesbahn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bundesbahn"&gt;&lt;span style="color:#ff0000;"&gt;Deutschen Bundesbahn&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="color:#ff0000;"&gt; an die &lt;/span&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsbahn"&gt;&lt;span style="color:#ff0000;"&gt;Deutsche Reichsbahn&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="color:#ff0000;"&gt; mit Lokwechsel übergeben. &lt;/span&gt;Ab dem Sommerfahrplan 1973 geschah dies in Gerstungen. Die „Berliner Kurve“ (Nordroute, Gi.Fö.) wurde während der Zeit der deutschen Teilung nicht genutzt. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Zur weiteren Information: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze#Einreise_auf_Einladung"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze#Einreise_auf_Einladung&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Bebra war es nur noch ein kurze Strecke bis nach Gerstungen, dem eigentlichen Grenzbahnhof. Wir näherten uns der Grenze, fuhren dabei mehrere Male von West nach Ost und umgekehrt, sahen die Wachtürme, den "Todesstreifen" der Grenze, das ganze Monstrum.&lt;br /&gt;Wir fuhren in den Bahnhof von Gerstungen ein, allerdings war alles ohne Überdachung, es gab nur irgendwelche weißen Wände oder Absperrungen, so daß man nicht viel vom Bahnhof selbst sah. Wir hörten Stimmen, lautes Klopfen am Zug, dann wurden die Türen aufgerissen und mehrere Grenzer stiegen ein. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Außerdem sah man einen oder mehrere Grenzer mit Schäferhunden am Zug entlang gehen, der Hund wurde ab und zu unter die Wagen gelassen, vermutlich, um nach irgendwelcher Schmuggelware zu schnüffeln. Oder verbargen sich dort gar blinde Passagiere? Dann sah man Grenzer mit einer Leiter einsteigen. Sie wurde benutzt, um die oberen Teile der Gänge im Zug zu untersuchen.&lt;br /&gt;Es war absurd, aber niemand grinste oder kicherte oder machte gar eine Bemerkung. Wir waren alle angespannt und mucksmäuschenstill. Die jungen Kerle, denn das waren sie meistens, manchmal aber auch Frauen, kamen näher und dann wurde die Abteiltür aufgerissen und "Passkontrolle" gebellt. Möglicherweise sagten sie auch "Guten Tag", aber vielleicht war das erst in späteren Jahren der Ost-West Entspannung der Fall.&lt;br /&gt;Die Pässe wurden alle sehr sorgfältig geprüft und ab und zu wurden auch Fragen gestellt. Ich weiß jetzt nicht, ob ich mir das nur einbilde, aber es kann gut gewesen sein, dass ich bei dieser ersten Reise zurück in die DDR gefragt wurde, warum ich denn nach Eisenach fahren würde und wie lange. Ich gab natürlich brav Antwort und bekam dann den Pass mit einem Einreisestempel zurück. Als alle Passagiere kontrolliert worden waren, verließ der Grenzer das Abteil mit einem halbwegs freundlichen Gruß in sächsisch oder thüringisch: "Gute Weiterreise" und schob die Abteiltür zu. Dann kam jemand von der DDR Bank, um die Einreisegebühr, inoffiziell auch "Eintrittsgebühr" genannt, damals wohl noch keine festgelegte Gebühr pro Tag, einzusammeln und man konnte Geld tauschen, natürlich nur 1 zu 1.&lt;br /&gt;Ich habe noch die Zettel, ich hatte 70 DM in 70 Ost Mark umgetauscht. Später wurde eine Tagesgebühr von 25 DM eingeführt, pro Aufenthalt von 10 Tagen z.B. waren das dann 250 DM pro Person. Das war teuer.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 362px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579265107343765874" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-b_D57TxBvag/TW2IDg708XI/AAAAAAAAAew/3j30q6eLALA/s400/Umtausch%2BBescheinigungen%2Bfuer%2BDDR%2BMark%2B1967326.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 337px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578778907492090274" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-ZlE_9UBgnHY/TWvN29WCAaI/AAAAAAAAAcY/e1mHjzbr2JI/s400/Umtausch%2BBescheinigungen%2Bfuer%2BDDR%2BMark%2B1967325.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Man bekam Bescheinigungen für diesen Tausch, die man bei der Rückfahrt wieder vorzeigen mußte. Es durfte keine Ost Mark in den Westen ausgeführt werden, d.h. man war gezwungen, jeden Pfennig auszugeben, den man getauscht hatte. Möglicherweise mußte man auch Abrechnungen für Einkäufe vorlegen, um nachzusweisen, daß man das Geld auch ausgegeben hatte, bin aber nicht mehr sicher. Auf diese Weise kamen Devisen ins Land.&lt;br /&gt;Kein schlechtes Geschäft für die DDR.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war aber noch nicht das Ende der Prozedur. Es kamen auch die Herren oder Damen vom Zoll, die nach illegalen Dingen fragten, die nicht eingeführt werden durften, vor allem Zeitungen, Zeitschriften und Bücher mit politischem Inhalt. Manchmal mußte man das auch durch Kofferöffnen beweisen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Als ich1972 mit meiner Mutter, für sie das erste Mal nach der Flucht, nach Eisenach fuhr, stellte ihr der Zöllner irgendeine absurde Frage, entweder über ihren altmodischen Photoapparat, eine alte Rollei, oder über ihren Ring mit einem Aquamarin. Oder sie mußte den Koffer öffnen. Meine arme, sowieso schon nervöse Mutter war empört darüber. Ich bin sicher, dass die Grenzer und Zöllner solche nervösen Leute besonders gern unter die Lupe nahmen, weil sie auf diese Weise ihre Machtgefühle ausleben konnten. Ich mußte meine Mutter beruhigen und ihr klar machen, dass sie das nicht so ernst nehmen sollte. Aber ihre Empörung war natürlich berechtigt. Bloß war es nicht klug, sie den "Zollorganen" zu zeigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer guten Stunde waren die Grenzer endlich fertig mit ihrer Kontrolle und der Zug konnte weiterfahren. Allgemeine Erleichterung stellte sich ein. Man war nicht herauszitiert worden mit einem: "Kommse mal mit", bei dem die Opfer mit Koffern und allem aussteigen mußten und dann in einem Raum irgendwo auf dem Bahnsteig genauer unter die Lupe genommen wurden aus irgendeinem Grund. Es kann gut sein, dass ich das bei einer meiner Reisen nach "drüben" mal vom Zugfenster aus beobachtet habe und es mich sehr erschreckte. Was passierte mit den Leuten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber damals, 1967, war meine Aufmerksamkeit auf die mir bekannten Dörfer Oberellen, Förtha und Unkeroda gerichtet, an denen der Zug dann vorbeifuhr. Von Förtha aus konnte man die Wartburg sehen, die bald weit oben über dem Zug auftauchte und mein Herz schneller schlagen ließ und mir die Tränen in die Augen trieb. Ich liebte diese Burg und nun sah ich sie wieder und würde auch bald dorthin gehen können, wo ich so lange nicht gewesen war.&lt;br /&gt;Ich renkte mir fast den Hals aus, um soviel wie möglich von ihr zu sehen, dann aber fuhr der Zug durch einen Tunnel und danach durch das enge Georgental, von wo aus die Burg nicht mehr sichtbar war.&lt;br /&gt;Da der Zug recht langsam fuhr, war es moeglich, alles etwas geruhsamer betrachten zu können. So fielen auch die grau-braunen Häuser und Gebäude in der Nähe des Eisenacher Bahnhofs auf. Es sah doch recht traurig und düster aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Eisenacher Bahnhof&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 279px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578774591739314994" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-DvfvJQW6VxA/TWvJ7v6YwzI/AAAAAAAAAcI/-zidKzaG5JQ/s400/Eisenach%252520-%252520Bahnhof%252520-%25252060er%252520Jahre.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;Meine Oma Förstermann (Die Großeltern Fö. wurden von mir von Anfang an Oma und Opa genannt, im Unterschied zu den Großeltern Paulmann, die darauf bestanden, sie "Großvater und Großmutter" zu nennen. Hier also heißen die beiden , wie immer, Oma und Opa. Außerdem muss ich hinzufügen, dass die Oma Erna die zweite Frau meines Opas war, da die Mutter meines Vaters, die erste Frau vom Opa, schon 1929 gestorben war.) war auf dem Bahnsteig und es war für uns beide schön, uns wiederzusehen. Die Unterführung unter den Gleisen war immer noch schmutzig weiß gekachelt und in der Bahnhofshalle stank es wie eh und je nach den Toiletten und es sah auch genauso aus wie vor sieben Jahren, als wir, meine Mutter, ich und die Oma als "Fluchthelferin" Eisenach verlassen hatten. (Siehe das Kapitel über die Flucht in den Westen)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oma machte mich darauf aufmerksam, dass es keine Straßenbahnen mehr gäbe und dass wir stattdessen mit dem Bus bis zum Prinzenteich fahren müßten. Wir stiegen in einen alten, stinkigen "Ikarus" (diese Busse kamen aus Ungarn) Bus ein, der uns in holpriger Fahrt zum Prinzenteich brachte.&lt;br /&gt;Das Haus in der Kapellenstraße 1 sah noch genauso aus, nur viel weißer. Es war ja 1965-66 renoviert worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 283px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578783619213945346" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-6YoAqKLYv9I/TWvSJN4D6gI/AAAAAAAAAcw/BGSNtdb_mmI/s400/Eisenach%2BKapellenstr%2B1%2Bnach%2B1956%2B66%2BRenovierung328.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;Auf die Rückseite des Fotos hatte mein Opa geschrieben:&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das "Weiße Haus am Kober See"&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;(Ein Herr Kober arbeitete in dem Kiosk am Prinzenteich und lieh die Boote aus, verkaufte auch Gemüse und Eiscreme.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Und der Teich ist auch noch da, mit Blick zur Kapellenstraße&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 283px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578809896929876146" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-nBDuTjp1XxQ/TWvqCx_wWLI/AAAAAAAAAc4/go5Pyddy9dg/s400/Eisenach%2B%2BPrinzenteich329.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Opa wartete schon auf dem Balkon&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 381px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578813889302412930" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-1fkWJ1z_rrM/TWvtrKvivoI/AAAAAAAAAdA/AVnjrHnmnD8/s400/Opa%2Bund%2BOma330.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Vitrine im Eßzimmer und der Kachelofen&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 383px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578851571881953026" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-pBlAl-38P_Y/TWwP8lSnRwI/AAAAAAAAAdw/ZgXbzsV4YMY/s400/Opa%2Bund%2BOma%2B%2BVitrine%2Bim%2BEsszimmer336.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Oma in ihrem Sessel am Fenster im Wohnzimmer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 280px; DISPLAY: block; HEIGHT: 401px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578815043082657154" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-IPTYjikMff0/TWvuuU6MHYI/AAAAAAAAAdI/Vg3YRu0m3uE/s400/Opa%2Bund%2BOma333.jpg" /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Eßzimmer vom Wohnzimmer aus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 277px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578815411923675474" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-Rwz0cfrH3AE/TWvvDy8vaVI/AAAAAAAAAdY/nORBdq0M7eE/s400/Opa%2Bund%2BOma332.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Es war sehr aufregend und schöen, endlich mal wieder in der Kapellenstraße zu sein, den Opa zu begrüßen und die Wohnung so unverändert zu finden. Es sah nicht nur genau wie früher aus, es roch auch wie früher nach Zigarren- und Zigarettenrauch, denn beide waren starke Raucher. Das war natürlich nicht unbedingt angenehm, aber es war mir vertraut.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Wohnung, die Chaiselongue im Eßzimmer, alles war noch am gleichen Ort&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 388px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578815225496915122" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-VSjp1TuRaYY/TWvu48dIzLI/AAAAAAAAAdQ/lWz2VvbZz0A/s400/Opa%2Bund%2BOma331.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich kann mich noch sehr gut an die erste Nacht auf der oben abgebildeten Chaiselongue erinnern, denn die große Standuhr schlug regelmäßig und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Ich stand auf und hielt irgendetwas Mechanisches an, um das Schlagen der Uhr zu verhindern und konnte endlich schlafen.&lt;br /&gt;Allerdings war die Oma nicht sehr erfreut darüber, denn es war wohl nicht so einfach, die Uhr wieder in Gang zu bringen. Aber ich bestand darauf, damit ich schlafen konnte. Ich war ja nun wirklich nicht daran gewöhnt, mit einer Standuhr im Zimmer zu schlafen. Sie hielt mich immer für etwas verwöhnt, aber sie gab nach. Ich dankte ihr dafür.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p align="left"&gt;Am nächsten Morgen mußte ich mich bei der Polizei in der Stadt melden, das gehörte zu der gesamten Einreise- und Anmeldeprozedur für Westdeutsche. Ich glaube, meine Oma begleitete mich in der Straßenbahn vom Marktplatz aus dorthin, irgendwo im häßlichen Mühlhäuser Straßen Viertel. Es ging zum Glück relativ schnell und ich konnte mich auch gleichzeitig abmelden, mußte also nicht noch einmal dort aufkreuzen. &lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;Reinhard hatte mir regelmäßig Fotos geschickt über die Jahre, so wie ich ihm auch welche schickte. So konnten wir verfolgen, wie wir langsam aber sicher größer und "interessanter" wurden.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Reinhard im Jahr 1962 nach der Konfirmation im Ringleben&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Auf dem Bauernhof seiner Großmutter&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 283px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579232040263247826" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-VWPqOT15FcE/TW1p-wdeZ9I/AAAAAAAAAd4/xNZSQtsJg2o/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie342.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Er kam am folgenden Tag und es war ein freudiges Wiedersehen. Er war aus Weimar mit seinem Motorroller gekommen und wir fuhren dann auch bald über die Domstraße und Mönchstraße in die Innenstadt, damit ich sehen konnte, was sich verändert hatte oder auch nicht. Es gab mehrere geparkte Autos auf dem Marktplatz. Auf dem etwas älteren Foto unten sind noch Straßenbahnen zu sehen, die es aber vom Bahnhof aus ins Mariental nicht mehr gab. &lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Rückblickend muß ich sagen, dass mir Eisenach fast unverändert vorkam, es waren zwar sieben Jahre vergangen und vielleicht sah auch einiges anders aus oder auch heruntergekommener, aber ich war wohl zu glücklich, um genauer hinzuschauen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Das habe ich erst bei späteren Reisen gemacht, bin dann auch in Läden gegangen und sah das magere Angebot oder hörte das berühmte "Hamwer nich, kommt auch nich rein!" &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Das Schreibwarengeschäft am Markt schien nach wie vor die gleichen Sachen zu haben und die Buchhandlung in der Karlstraße hatte auch hauptsächlich Marx, Engels und Lenin anzubieten. Immerhin fand ich einen Stadtplan von Eisenach, den ich wie einen Schatz hüte. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich kaufte auch ein paar Mal in einem kleinen "Supermarkt"in der Marienstraße für meine Großeltern ein, wo es das Nötigste gab. Die Bäckereien hatten damals noch recht gute Brötchen, ich vermißte nicht allzu viel. Aber ich mußte ja auch nicht immer dort leben.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Reinhard in Weimar&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 370px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579232199150655842" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-vpUg0-ODIZg/TW1qIAXL2WI/AAAAAAAAAeA/WvY89gvUZ_I/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie339.jpg" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 401px; DISPLAY: block; HEIGHT: 254px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5578815750801618770" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-svNioezTtkg/TWvvXhXid1I/AAAAAAAAAdo/f1fE8A11k5o/s400/Opa%2Bund%2BOma335.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Marktplatz&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Wir machten auch Ausflüge zum Tennisplatz im Johannistal, zum Burschenschaftsdenkmal und zum Panoramaweg. Eine Tour zu Wartburg machten wir erst nach der Rückkehr aus Weimar. Ich habe es deshalb so im Kopf, weil die Fotos in dieser Reihe von mir eingeklebt wurden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 387px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579232391200829250" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/-tzBYsGGUcz4/TW1qTLzg70I/AAAAAAAAAeI/N1fklOQFFkE/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie338.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Haus Domstraße 18 sah damals leicht "vergammelt" aus, wurde aber später renoviert&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 387px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579232562633685074" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/-IrvjQ4w4Xt0/TW1qdKcSuFI/AAAAAAAAAeQ/MhvqkM7HL0c/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie337.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Auf der Bank am Panoramaweg, mit Blick auf die Stadt und zum Tennisplatz&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Reinhards Familie hatte vor dem Umzug nach Weimar zuletzt in der Stöhrstraße gewohnt, wo ich ihn öfters besuchte, als wir noch in Eisenach wohnten. Es war ganz in der Nähe vom Panoramaweg. Wir strolchten oft dort oben herum. Es war eine wunderschöne Landschaft und vor allem sehr vertraut. Der Besuch in diese Gegend erinnerte auch an diese Vertrautheit.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Reinhard hatte einen Freund, Götz L., der gegenüber vom Prinzenteich wohnte. Eines Abend tranken wir zu dritt die von mir mitgebrachte kleine Flasche Gin fast aus. Allerdings verschwand Reinhard plötzlich und es war klar, daß ihm schlecht geworden war. Ich war etwas geschockt, dass er so ein bißchen Alkohol nicht vertrug. Aber im Grunde war das natürlich besser, als wenn er unendlich viel trinken konnte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Zu Götz noch ein paar Worte: Von Reinhard erfuhr ich kürzlich, dass er zur Mitarbeit als "IM", "informeller Mitarbeiter" bei der Staatssicherheit gezwungen worden war, weil er beim Spiel mit alten Pistolen erwischt worden war. Vermutlich hatte das ein Nachbar gesehen und ihn angezeigt. Waffenbesitz war in der DDR strengstens veboten und er hätte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden können. Anscheinend machte ihm dann die "Stasi" einen "Vorschlag", als IM fuer sie zu arbeiten oder ins Gefängnis zu kommen. Inzwischen ist Götz, der Arzt war, gestorben, er war wohl gerade 60 Jahre alt. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;R. und ich fuhren dann nach ein paar Tagen mit dem Motorroller nach Weimar. Eine recht lange Fahrt für mich, da ich an diese Transportart nicht gewöhnt war. Ich merkte es an den Beinen und im Rücken. Aber es war billig und außerdem war es wohl auch die einzige Reisemöglichkeit. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Mir war es offiziell nicht erlaubt, nach Weimar zu fahren, ich durfte den Kreis Eisenach eigentlich nicht verlassen, da ich keine Aufenthaltserlaubnis für Weimar beantragt hatte. Die Hs. waren keine Verwandtschaft, ich hätte sicher gar keine Erlaubnis bekommen. Also machte ich etwas "Illegales". Ein bißchen "nervös war ich sicher, aber ich wollte ja auch Reinhards Familie sehen und mit ihm zusammen sein. Und Reinhard versicherte mir, dass sich kein Mensch um uns kümmern würde. Nach dem Motto "Don't worry about it." Das höre ich übrigens immer noch von meinem amerikanischen Ehemann. Es scheint eine typisch männliche Verdrängungsart im Falle möglicher Probleme zu sein und manchmal ist sie angebracht, manchmal nicht.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich kannte Weimar nicht, war aber auch nicht besonders beeindruckt, es hatte für mich nicht den "Charme" von Eisenach, vielleicht fehlte mir die hügelige Landschaft und natürlich die Vertrautheit. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;An einem Wochenende fuhren wir mit der Familie und zwei ungarischen Freunden, die bei den Hs. zu Besuch waren, zur Gedenkstätte Buchenwald. Es war ein trauriger Ort, in einer monumentalen Anlage. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich habe noch andere Fotos von dem Ausflug und wir jungen Leute sehen irgendwie nicht gerade sehr betroffen aus. In unserer selbstbezogenen Jugend hatten wir wohl doch kein richtiges Gespür für die Tragik des Ortes. Oder es lag auch an der Präsentation und Monumentalität, die uns erdrückte. Jedenfalls fällt mir bei der Betrachtung dieser Fotos immer auf, wie trotzdem unbeschwert wir Jungen darauf aussehen. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Von einer Eisenacher Bekannten und Blog Leserin wird diese Beobachtung bestätigt. Sie schrieb mir: "In Sachen Buchenwald kann ich auch bestätigen, dass es bei jungen Leuten keinen Eindruck hinterließ". &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Natürlich kannte Reinhard und seine Familie die Gedenkstätte. Sicher hatten sie schon viele Besucher dorthin begleitet. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Hier noch ein erwähnenswerter Zusatz von einem ehemaligen Eisenacher, jetzigem Erfurter und Blog Leser:&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;"Interessant ist die Erwähnung deines Besuches im KZ Buchenwald. Ein Besuch dieser Gedenkstätte auf dem Ettersberg war für nahezu alle Jugendlichen der DDR Pflichtübung. Für uns quasi in der Nachbarschaft Wohnenden sogar mehrmals. Wie alle staatlich indoktrinierten Wallfahrten war mir das lästig und suspekt, wenngleich diese Buchenwaldbesuche schon ein düsteres Bild hinterließen. Was jedoch nichts daran änderte, dass ich, wie sehr viele andere in meinem Alter, solche Pflichtausflüge mit ideologischer Berieselung nicht mochte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich wäre niemals auf die Idee gekommen mit einer Freundin, und schon gar nicht mit einer Westfreundin, Buchenwald zu besuchen und ihr Thälmanns Todesplatz zu zeigen. Das wäre mir peinlich vorgekommen."&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Meine Antwort darauf ist: Warum? Ich war mir doch bewußt, was oberhalb von Weimar vor sich gegangen war. Diesen Aspekt von Weimar konnte man ja nicht einfach ignorieren, das wäre meiner Meinung nach viel peinlicher gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Und weiter sagt mein Blogleser: "Möglicherweise hatten speziell die Bürger Weimars der 60er Jahre auch ein weniger von sozialistischer Propaganda, als von den realen Fakten geprägtes diesbezügliches Geschichtsbild, das sie ihren Kindern weiter vermittelten. Der kommandierende Offizier der amerikanischen Einheiten, die Buchenwald befreiten, war derart erschüttert von dem was sich ihm darstellte, dass er ein Exempel statuierte. Er ließ kurzerhand 1000 Weimarer auswählen und sie am 16. April 1945 von seinen Soldaten durch das KZ eskortieren. Das, was sie da zu sehen bekamen, hat deren von Goethe und Schiller geprägtes kulturelles Selbstverständnis vermutlich nachhaltiger verändert, als jegliche abstrakte Propaganda es je vermocht haben mag. So etwas Einschneidendes multipliziert sich natürlich in der Bürgerschaft."&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich gehe bei Rs. Familie davon aus und hoffe, dass der Leser recht hat mit diesem Kommentar. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Noch etwas zu Reinhards Familie. Sein Vater sagte mir damals bei dem Besuch in Weimar, daß er in den Westen gegangen wäre, wenn seine Frau nicht so an ihrer Familie und dem Bauernhof in der Nähe von Erfurt gehangen hätte. Sie wollte nicht weggehen, also blieben sie in der DDR. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Reinhard, sein Vater und der ungarische Freund Peter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 391px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579248715934234642" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-slBguVl0XKY/TW15JaLQeBI/AAAAAAAAAeg/geIpwzr27m8/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie341.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Denkmal in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 385px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579271810981006018" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-HwJ3O6GiJiw/TW2OJt7fisI/AAAAAAAAAe4/z4CUz4LMhdw/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie343.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Wir machten dann noch einige andere Ausflüge in und um Weimar herum, genossen das schöne Wetter und fuhren dann wieder zurück nach Eisenach. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Erfurt und ich konnte wenigstens kurz die schönen Kirchen und Plätze der Stadt bewundern. Meine Oma Förstermann stammte aus Erfurt und sie vermißte die Stadt sehr, wie ich später von ihr hörte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 395px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5579282189948978514" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-4EATFeyAN1o/TW2Xl2mShVI/AAAAAAAAAfI/phaVmxU5TlU/s400/Reinhard%2Bund%2BFamilie340.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;br /&gt;Wieder in Eisenach, machten wir endlich auch einen Wartburg Ausflug. Laut meinem Fotoalbum gingen wir an einem Morgen schon um 7 Uhr früh zur Burg, um sie "für uns allein" zu haben.&lt;br /&gt;Wir hatten noch eine Woche zusammen, trafen uns jeden Tag und gingen viel spazieren. Dabei sprachen wir auch über "unsere Zukunft". Wie sollten wir einen engen Kontakt aufrecht erhalten, wenn wir uns nur so selten sehen konnten? Wir waren verliebt und wollten zusammen sein, bloß wie ließ sich das unter den bestehenden Bedingungen bewerkstelligen? Einer von uns beiden, ich weiß nicht mehr, wer, vermutlich Reinhard, schlug vor, daß ich doch wieder zurückkehren könnte in die DDR und wir könnten dann heiraten. Wir hatten tatsächlich diese Idee, daß das die beste Lösung wäre. Wir meinten das ganz ernst und planten auch schon unseren Haushalt und die Wohnungseinrichtung. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Reinhard erinnerte sich daran, als wir im Jahr 2008 wieder Kontakt aufnahmen und miteinander telefonierten. Wir waren eben mit zwanzig sehr naiv und glaubten auch eine Zeitlang an die Verwirklichung dieses Rückkehrplanes.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich weiß nicht mehr, wann ich anfing, daran zu zweifeln, vermutlich erst nach der Eisenach Reise oder vielleicht auch schon früher, als ich noch dort war.&lt;br /&gt;Es gab schon kleine Hinweise darauf, dass eine Rückkehr in die DDR für mich recht schwierig gewesen wäre. Als R. und ich bei seiner Tante waren, bat ich ihn um Handtuch, das er mir auch gab. Ich fand, es roch komisch, nicht frisch gewaschen. Ich bat ihn um ein anderes Handtuch. Er gab mir noch eins, bemerkte aber, dass sie alle gleich röchen. Und in der Tat war das richtig. Es roch irgendwie nicht gut und ich fand das unangenehm. Ich war an besser riechende Handtücher gewöhnt. Das "Ostwaschpulver" war nicht so gut wie das im "goldenen Westen".&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und irgendwann kam mir auch der Gedanke an die häßlichen "Ostschuhe", die ich dann tragen müßte. Könnte ich mich wieder an die karge DDR gewöhnen? Damals verdrängte ich noch eine Weile diese Gedanken, aber sie waren doch vorhanden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Reinhard und ich trafen uns ca ein halbes Jahr später, vom 30.12.1967 bis zum 7.1.1968, in Prag. Wir hatten große Sehnsucht nach einem baldigen Wiedersehen und das war die einzige Möglichkeit außer Eisenach und gleichzeitig auch ein aufregendes Abenteuer. R. hatte mir zu Weihnachten ein Buch von Prag geschickt, wovon ich sehr begeistert war und das ich sehr gern mit ihm zusammen sehen wollte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir, d.h. meine Eltern, mußten von Frankfurt aus ein Hotel buchen, ich brauchte natürlich ein Visum und Reinhard ebenso. Wir bekamen beide diese Einreisegenehmigungen in die damalige Tschecheslowakei und trafen uns im Hotel "Solidarita" in Prag. Dieses Hotel war ein häßlicher Kasten weiter draußen in einem gesichtslosen Stadtteil, nicht in der Innenstadt von Prag. Aber es war wunderbar, uns so relativ bald nach den Sommerferien wiederzusehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Stadt war herrlich, wenn es auch winterlich kalt und oft düster war. Und es lag sogar Schnee. Wir erkundeten die Stadt zu Fuß, nach einer Busfahrt vom Hotel aus in die Innenstadt. Einige kleinere Läden in der Nähe der Orte, die wohl auch Touristen aufsuchten, waren gut bestückt, besser als in der DDR. Für Essen gaben wir ansonsten wenig Geld aus, ich kann mich an kein Restaurant erinnern, außer an eine der bekannten Bierkneipen, wo es für meine Begriffe aber etwas rauh zuging. Wir sahen auch einige alte Gebäude, die von außen mit Holzbalken abgestützt wurden, da sie offenbar einsturzgefährdet waren. Prag war groß, zum Teil noch recht mittelalterlich im Kern der Stadt, es gab aber auch viele Renaissance Gebäude und Barockkirchen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Hotel wurde ich uebrigens schon kurz nach meiner Ankunft mehrmals von einem der dortigen Angestellten in Flüsterstimme angesprochen, ob ich nicht DM zu einem guten Wechselkurs in tschechische Kronen umtauschen wollte. Nein, das wollte ich nicht, denn ich mußte bei der Ausreise Rechenschaft über meine Finanzen geben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun zeigte sich auch bald ein gewisse Änderung des Verhaltens zwischen uns. Ich hatte mir Hoffnungen auf mehr Nähe zwischen uns gemacht, aber wir waren beide noch so jungfräulich, dass wir nicht so recht wußten, wie wir das anstellen sollten. Ich hatte mich in der Buchhandlung mit Literatur zum Thema Sexualität versorgt, aber das half nun schon mal gar nichts. Auch hatte ich das Gefühl, dass Reinhard möglicherweise von seinen Eltern auf die Unmöglichkeit unserer Idee meiner Rückkehr in die DDR aufmerksam gemacht worden war. Oder ich projizierte meine eigenen Befürchtungen in dieser Hinsicht auf ihn. Wir sprachen jedenfalls nicht mehr von Heirat und eine leichte Anspannung machte sich zwischen uns bemerkbar. Am Ende der Woche schien es klar zu sein, dass aus unserer Beziehung nichts werden konnte. Außerdem waren wir auch viel zu jung damals, gerade mal 20 Jahre alt und kannten uns so gut auch nicht. Wir sprachen nicht so darüber, aber ich erinnere mich daran, dass es irgendwie traurig war und nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir fuhren beide wieder zurück in das geteilte Deutschland, schrieben uns wohl auch noch, aber nach und nach hörten wir immer weniger voneinander, was wohl u.a. auch daran lag, daß R. dann in der Armee war. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ob ich meinen Eltern von diesem Plan einer Heirat mit R. irgendetwas erzählt hatte, ist mir nicht mehr in Erinnerung. Es war ja nun auch nicht mehr aktuell, denn ich hatte im Frühjahr 1968 meinen amerikanischen Freund Dave getroffen und damit war die innerdeutsche Liebesgeschichte vorbei. Ich schien mich von dem Heiratsplan, sicher auch dank meiner Jugend dann doch recht schnell verabschiedet zu haben, vielleicht, weil er so unrealistisch war und mir auch klar war, dass das nicht gut gegangen wäre. Mein Heimweh nach Eisenach hätte ich auf diese Weise in Heimweh nach dem Westen eingetauscht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ende April 1969 besuchte ich die Großeltern Förstermann und sah auch Reinhard zum letzten Mal. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei diesem Aufenthalt muß ich auch an einen eigenartigen Nachmittag mit mir unbekannten Freunden von R. denken. Wir saßen uns gegenüber, ich , die "Wessifrau" (diese Begriffe waren damals noch nicht gebräuchlich, soweit ich weiß) auf der einen Seite, die "Ossis" auf der anderen. Es herrschte eine gewisse Spannung und Konkurrenz, die sich in Vergleichen zwischen den verschiedenen Lebensstilen "hüben und drüben" zeigte. Ich denke, es machte mir die Entfernung zwischen den "Ossis" und "Wessis" bewußt, obwohl ich mich ja damals eigentlich eher den Ossis zugehörig fühlte, was diese aber ganz und gar nicht so sahen. Und was ja auch nicht mehr stimmte, ich war eine Außenseiterin, im Westen wie im Osten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei dem gleichen Aufenthalt kamen auch ein Freund von R., Ulrich S. mit einem anderen jungen Mann zum Haus meines Großvaters, um mich zu bitten, Ost Mark in Westgeld umzutauschen und sie wollten auch über mich an Jeans und Perlonstrümpfe herankommen. Ich lehnte das natürlich ab. Erstens musste ich meine Finanzen an der Grenze darlegen und durfte, wie schon erwähnt, keine Ostmark in den Westen ausführen und zweitens kannte ich die Leute kaum oder gar nicht und fand es doch recht frech, mich um einen solchen Gefallen zu bitten. Für gute Freunde hätte ich zumindest Jeans besorgt, aber auch keinen Umtausch gemacht. Das war einfach zu gefährlich. U.S. war also einer der weniger angenehmen Leute, die ich in Eisenach traf. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er schickte mir übrigens voriges Jahr über eine alte Eisenacher Feundin ein Foto des Grabes meiner Großmutter Margarethe F. und ich bedankte mich dafuer, woraufhin er mir antwortete: "Ich kannte Deinen Vater und Großvater - natürlich nur flüchtig. Erinnere mich aber an eine Geschichte, daß Dein Großvater mit irgendeiner Nazigröße bekannt war.... Blödsinn merkt man sich einfach. " Ich habe versucht, mehr von ihm darüber zu erfahren, habe aber nie wieder was von ihm gehört. Das paßt auch zu ihm. Reinhard bestätigte mir, daß U. so seine "Eigenheiten" hätte, die nicht jedem zusagten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich 1972 zusammen mit meiner Mutter nach Eisenach fuhr, sah ich R. nicht mehr, soweit ich mich erinnern kann. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber wir schienen immer noch Briefkontakt zu haben, denn er sagte mir am Telefon, dass er alle möglichen Briefe und Postkarten aus den Jahren nach 1968 von mir hätte. Ich hoffe, sie bald von ihm zu bekommen, wie er mir im Februar 2011 versprach.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein kleiner, komischer Zusatz zu dieser Geschichte: Reinhard erinnerte mich bei unserem letzten Telefongespräch wieder dran, dass seine Mutter damals nach meinem Besuch in Weimar zu ihm gesagt hätte, dass ich ja so dünn sei und ihm sicher kein "ordentliches Essen" kochen könnte. Da mag sie recht gehabt haben. Ich bin nie eine große Köchin geworden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Copyright Gisela Förstermann 2011&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-7170029449930625100?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/7170029449930625100/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=7170029449930625100' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7170029449930625100'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7170029449930625100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2011/02/1967-die-erste-reise-zuruck-nach.html' title='1967   Die erste Reise zurück nach Eisenach'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-92y4BJ3HLL4/TWvQiyf16ZI/AAAAAAAAAco/A8A3nzxynz0/s72-c/Eisenach327.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-267874697104565108</id><published>2010-12-29T13:56:00.000-08:00</published><updated>2011-02-14T11:03:26.271-08:00</updated><title type='text'>Mein weiterer "beruflicher (und sonstiger) Werdegang"</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das ungeliebte Frankfurt&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 278px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569640639459894098" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtWpwGWI1I/AAAAAAAAAW8/VeaQb_VmwZo/s400/Hauptwache%2Bund%2BSteinweg%2B1950232.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 276px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569639807632048642" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtV5VTIggI/AAAAAAAAAW0/zePoso5OeMA/s400/Frankfurt%2BZentrum%2B1956270.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Frankfurter Innenstadt war auch 1965 immer noch häßlich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Mit großer Erleichterung verließ ich sofort nach der Buchhandelsgehilfenprüfung die Buchhandlung Haase und Reich im Frühling 1968. Ich wollte in einer größeren Buchhandlung arbeiten, weil ich die mal wieder naive Vorstellung hatte, dass das interessanter und anspruchsvoller wäre. Ich bewarb mich also bei der Buchhandlung Mühlhausen am Rathenauplatz, obwohl ich diesen Laden im Grunde kaum kannte. Das galt auch für die meisten Buchhandlungen in Frankfurt. Denn wenn ich Bücher brauchte, bekam ich sie durch "meine" Buchhandlung oder auf der Buchmesse.&lt;br /&gt;Jedenfalls wurde ich bei Mühlhausen eingestellt. Meine sehr kurze Karriere dort begann Anfang Mai 1968.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mühlhausen war eine alteingesessene Buchhandlung, die voll in Händen von Frauen waren, wie ja fast der gesamte Buchhandel zu damaligen Zeiten. Frau M. war recht nett, Herr M. schien es auch zu sein und ebenso die anderen "älteren Damen", vermutlich zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt, wie Frau Raabe und Frau Schünemann.&lt;br /&gt;Es gab noch ein oder zwei junge, fertige Buchhandelsgehilfinnen, wie wir ja offiziell hießen nach dem Abschluß der Prüfung. Und es gab natürlich viele weibliche Lehrlinge und einen jungen männlichen Lehrling, die mir alle sympathisch waren. Außerdem gab es noch Herrn Harxen, einen Gehilfen, wahrscheinlich Mitte bis Ende zwanzig, dem die Damen um den Bart gingen.&lt;br /&gt;Mit ihm kam man aber ganz gut aus. Er hat einen gewissen Sinn für Humor und ließ uns Jüngere mehr oder weniger in Frieden. Er war auch aus der DDR, aus Dessau, glaube ich, was man ihm auch anhörte. Im übrigen sah er aus wie Berthold Brecht mit etwas Babyspeck und demselben Haarschnitt. Vermutlich wollte er wie B.B. aussehen, was ihm ja mehr oder weniger gelungen war. Er hatte übrigens später seine eigene Buchhandlung in der Goethestraße, er war also eher ein Vollblut- Buchhändler, im Gegensatz zu mir und sicher auch anderen jungen Gehilfinnen.&lt;br /&gt;Ob wohl die jungen Buchhändler/Innen immer noch "Gehilfen und Gehilfinnen" heißen nach der Prüfung? Diese Bezeichnung hört sich fast so an, als seien diese "unter" den Lehrlingen. Die lernen wenigstens was, während die Gehilfen nur helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Räumlichkeiten im Geschäft der Mühlhausens waren zwar größer, es gab zwei Verkaufsräume in zwei Stockwerken und Bücherlager im Keller, aber die hinteren Arbeitsräume, in die ich verbannt wurde, waren fast noch schlimmer als bei Haase und Reich. Alles war sehr eng und dunkel, wo die Bestellungen aufgegeben wurden und wo die Schreibmaschine stand und wir auch unsere Pausen machen konnten.&lt;br /&gt;Ich mußte mich nun erst einmal in meinen buchhändlerischen Fähigkeiten beweisen, was vor allem in den Hinterräumen, nicht aber bei der Kundenbedienung geschah. Das war eine Enttäuschung, denn ich bediente eigentlich ganz gerne, weil man da wenigstens des öfteren mit interessanten Leuten zu tun hatte. Die Büroarbeit, Bestellungen machen etc. war eher langweilig. Die spannendere Arbeit wurde aber von den erfahrenen älteren Damen gemacht. So fühlte ich mich weiterhin wie ein Lehrling, was mir gegen den Strich ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es stellte sich bald heraus, dass mit Frau Raabe und ihrer anderen Kollegin nicht gut Kirschen essen war. Besonders Frau R. war ein klassischer "Drachen", die uns jüngere Frauen von oben herab behandelte und mit Argusaugen überwachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Grunde war der Umgang der Chefs mit uns jungem Gemüse schlimmer als bei H.&amp;amp;R. Ich sprach mit einigen Lehrlingen und Gehilfinnen darüber, die mir zustimmten, die aber damit irgendwie zurechtkamen oder zurechtkommen mußten, wie das als Lehrling so ist, auch wenn sie nicht zufrieden waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem war Herr M., der Besitzer einer, der den Mädchen gerne unter die Röcke guckte, sie auch mal "betatschte", wenn sich die Gelegenheit bot und unpassende Bemerkungen machte, wenn sie die Wendeltreppe zum oberen Stockwerk hinaufgingen. Ich sah das einmal mit eigenen Augen, nachdem mich eine junge Kollegin darauf aufmerksam gemacht hatte. Ekelhaft. Ich hielt mich fern von ihm, so gut es ging. Er war im übrigen auch nicht immer im Geschäft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtig war, den beiden "Drachen" zu entgehen. Einmal schrie mich eine der "älteren Damen", Frau S. an, weil ich einen Fehler gemacht hatte. Ich beschwerte mich bei Frau M. Daraufhin wollte Frau S. mit mir sprechen und zwar im untersten Lagerraum im Keller. Wir fuhren mit dem Lift hinunter, sie sagte kein Wort, bis wir unten waren, vermutlich drei Stockwerke unter dem Laden.&lt;br /&gt;Die Frau war mir unheimlich. Was hatte sie vor? Sie meinte, sie könne nicht oben im Laden mit mir sprechen, weil das dort zu öffentlich sei.&lt;br /&gt;Gut, das verstand ich, aber warum drei Stockwerke weiter unten im Keller? Das schien mir völlig übertriebene Vorsicht zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie entschuldigte sich für ihren Ausbruch. Sie mache eine Krise durch, hätte eine Scheidung hinter sich und sei sehr belastet und nervös. Okay, auch das verstand ich und vergab ihr.&lt;br /&gt;Soweit so gut, sie verhielt sich von da an freundlicher oder neutral.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 85px; DISPLAY: block; HEIGHT: 128px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569636003576634418" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtSb6FpXDI/AAAAAAAAAWk/U0uEuJ0Yeb8/s400/Club%2BVoltaire%2BFfm%2B2009.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der kleine Club Voltaire in der Kleinen Hochstraße&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich hatte inzwischen im Club Voltaire, nicht weit von der Buchhandlung, meinen amerikanischen Freund David kennengelernt. Er kam auch einmal in den Laden, um mich dort zu besuchen oder aus sonst einem Grund. Ich dachte nicht weiter darüber nach, hatte aber doch das Gefühl, dass das nicht gern gesehen wurde. Er kam nicht wieder in den Laden, wir trafen uns im Club oder er holte mich von der Arbeit ab. Ich war also mit einem "Ami Soldaten" befreundet, aha!!!! Das war sicher nicht ganz koscher, aber keiner sagte was.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 315px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569634915445545890" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtRcke-m6I/AAAAAAAAAWc/FJrOM1xvfqQ/s400/David%2BRobinson%2B1968303.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;David Robinson und ich bei meinen Eltern&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Es war ja immerhin das Jahr 1968, die Studentenbewegung war bereits im Gang, wir sahen Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg vom oberen Fenster des Ladens aus. Es gab die ersten Hippies in seltsamer Kleidung und mit langen Haaren.&lt;br /&gt;Der erste "Hippie", den ich in Ffm. sah, war ein ehemaliger Schüler des Goethe Gymnasiums. Ich kannte ihn nicht persönlich, aber vom Sehen in der Schule und er erkannte mich auch. Er war groß und trug die verrücktesten, bunten Klamotten, die ich bisher nur in Zeitschriften gesehen hatte und trug einen "Afro". Etwas ganz neues war da in aller Öffentlichkeit zu sehen.&lt;br /&gt;Es gab auch Berichte in der Zeitung und in Zeitschriften über Rauschgift und sonstiges Bedrohliches für Moral und Bürgerlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber bei Mühlhausen herrschte die alte Ordnung!!&lt;br /&gt;Eines Tage machte ich wieder einen Fehler bei einer Kundenbestellung und wurde vor dem Kunden im Laden von Frau R., dem "Oberdrachen", heruntergeputzt. Ich weiß nicht mehr, ob ich vor Wut und Scham in Tränen ausbrach, aber diese Szene, noch dazu in der Öffentlichkeit, reichte mir endgültig. Ich hatte die Nase voll von diesem autoritaeren "Weiberzirkus" in dem Geschäft und kündigte meine dreimonatige Probezeit, die fast abgelaufen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr M. wollte mich beschwichtigen, aber es gelang ihm nicht. Ich wollte weg aus dieser Atmosphäre. Mein geringer Gehalt spielte auch eine Rolle, obwohl mir klar war, dass das im Buchhandel so üblich war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War der Buchhandel vielleicht für mich doch nicht das Gelbe vom Ei? Diesen Gedanken hatte ich schon als Lehrling gehabt. Mein Deutschlehrer am Goethe Gymnasium, Herr Hebel, hatte mich ja 1965 beim Schulabgang darauf aufmerksam gemacht, dass ich nicht in einer Buchhandlung arbeiten müßte, um meine Liebe zur Literatur zu pflegen. Er schien recht gehabt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sollte ich nun machen? Ganz sicher erst mal eine Pause vom Buchhandel!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Mutter, besorgt, wie sie war über meine Zukunft, schlug einen Schreibmaschinenkurs vor, den ich auch machte. Allerding habe ich es nie gelernt, nicht auf die Tastatur zu schauen, aber immerhin tippte ich später meine Seminarpapiere und meine Diplomarbeit. Und auch jetzt schreibe ich auf dem Computer meine Erinnerungen. So ganz umsonst war der Kurs also nicht.&lt;br /&gt;Aber den Traum meiner Mutter, als Sekretärin zu arbeiten, konnte und wollte ich nicht erfüllen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war meinen Eltern dankbar, dass sie mich damals weiterhin unterstützt haben, obwohl sie sicher nicht erfreut waren über meine Entscheidung, den Buchhandel erst mal auf Eis zu legen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Zeit des Nichtarbeitens verbesserte ich mein Englisch. Ich sprach mit Dave und seinen Freunden nur Englisch, soweit mir das möglich war. Da ich im Gymnasium fuer fünf Jahre Englisch hatte, war wenigstens eine Basis da, auf der ich aufbauen konnte.&lt;br /&gt;Allerdings kam mir manches in der Alltagssprache komisch und unverständlich vor, z. B. das Wort "gonna", " I am gonna do this or that". Was bedeutete das? Ich konnte es nicht im Wörterbuch finden und fragte endlich eine der Frauen, Sue Lynn, in unserer Gruppe und sie erklärte es mir. Es bedeutet " I am going to do this...". Aha, ein Licht ging mir endlich auf und ich verstand ab sofort vieles besser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 251px; DISPLAY: block; HEIGHT: 408px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569946945164284738" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUxtPFxKE0I/AAAAAAAAAXs/hRBQbP2u8zs/s400/Bill%2BCarlson%2Bmit%2Bseiner%2BCitar.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Einer der Freunde von Dave war Bill Carlson und seine Citar&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Diese Amerikaner, viele waren "GIs" (sog. "government issue", wegen der Uniformen und restlichen Kleidung, mit denen die Soldaten ausgestattet wurden) in der US Army, waren mein Kreis von Freunden und Bekannten. Ich hatte eigentlich keine deutschen Freunde außer ein paar Buchandelsbekannten und kaum jemanden vom Goethe Gymnasium.&lt;br /&gt;Sie hatten sich für vier Jahre in Deutschland verpflichtet und damit zwei Jahre in Vietnam verhindert. Einige dieser Soldaten hatten auch ihre Frauen mitgebracht, viele der Männer waren allein. Dave war einer von ihnen und wir fanden uns, wie schon erwähnt, im Club Voltaire, der dem politisch linken Spektrum angehörte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte den Club während der Zeit in der Buchhändlerschule kennengelernt und und fühlte mich dort inzwischen zu Hause und ging nach der Arbeit bei Mühlhausen regelmäßig hin, da er auch ganz in der Nähe des Ladens war und es dort viele Zeitungen und Zeitschriften zu lesen gab. Und natürlich war der Club auch ein Refugium vom Elternhaus, in dem ich ja immer noch wohnte und von der Buchhandlung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann im Mai oder Juni 1968 mietete Dave ein Dachzimmer in der Miquell Alle oder Adickes Allee, einer stark befahrenen Ringstrasse. Das Zimmer war winzig, aber groß genug, um dort zu übernachten und auch Freunde zu Besuch zu haben.&lt;br /&gt;Meine Eltern waren erst etwas geschockt, aber sie hatten inzwischen Dave kennengelernt und fanden ihn nett. Und ihre eigene Wohnung war klein, nur zwei Zimmer mit Bad, Toilette und Küche. Durch meinen Auszug hatten sie mehr Platz, obwohl meine Sachen natürlich noch bei ihnen waren. Es gab ja kaum Platz in dem kleinen Dachzimmer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun waren das aber zu viele Freunde für die deutschen Mieter unter uns in der Miquell Allee und wir flogen bald wieder aus dem Minizimmer. Dave fand schnell ein anderes Zimmer im Nordend, in der Koselstraße, Ecke Friedberger Landstraße. Auch dort war es laut von der Straße her. Es war ganz in der Nähe der Wohnung meiner Eltern, die in der Weberstraße 5 wohnten. Wahrscheinlich war es eine Beruhigung für sie, daß ich so nahe war.&lt;br /&gt;Gegenüber von uns wohnten auch Freunde von Dave, ein Ehepaar, Julius und Sue Lynn, die ich beide sehr nett fand. Er war Puerto Ricaner und ein sehr sanfter Mensch. Sue Lynn kochte wunderbare Sachen, die für mich sehr exotisch waren. Reis mit rohem Gemüse, Rosinen und dünnen, indischen Brotfladen, die in der Pfanne aufgingen und wunderbar schmeckten. Sie waren Vegetarier, zumindest zu der Zeit&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Hier im ländlichen Eckenheim oder Preungesheim,&lt;/strong&gt; weit draußen damals, lebten Julius und Sue Lynn einer ausgebauten Garage, bevor sie in die Koselstraße umzogen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 418px; DISPLAY: block; HEIGHT: 230px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569946538199398738" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUxs3ZtKuVI/AAAAAAAAAXk/lAoltU50SoY/s400/Sue%2BLynn%2Bund%2BJulius%2B%2BWohnung%2Bin%2BEckenheim%2B1968275.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 331px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569637553737082162" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtT2I4spTI/AAAAAAAAAWs/TPO2Ot-bJAc/s400/Sue%2BLynn%2Bmit%2BBaby%2B1968273.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Sue Lynn mit ihrem neugeborenen Sohn in der Koselstraße&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 381px; DISPLAY: block; HEIGHT: 407px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569946369638984466" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUxstlxO6xI/AAAAAAAAAXc/LcNdx-_HZVs/s400/Sue%2BLynn%2527s%2BMann%2BJulius%2B1968274.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Julius, Sue Lynns Mann&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Es gab also zwei neue Welten für mich, die englisch-amerikanisch sprachige Welt und die linkspolitsche und kulturelle Welt des Club Voltaires mit seinem vielseitigen Angebot an Veranstaltungen, einem Publikum von in- und ausländischen Studenten, Gewerkschaftlern, Jusos und anderen wie ich selber.&lt;br /&gt;Außerdem war der Jazz Club auch in der Nähe, wohin ich mit Dave öfters ging. Auch das war eine neue, fremdartige Erfahrung fuer mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frankfurt war plötzlich großstädtischer und interessanter geworden. Ich hatte ja früher oft Heimweh nach Eisenach, nach der Natur dort, dem vertrauten Kleinstadtgefühl, den Großeltern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun begann ich, mich etwas heimischer zu fühlen, obwohl ich ja mehr Englisch als Deutsch sprach. Nicht eigentlich heimisch mit den Frankfurtern, sondern mit den Ausländern und den Leuten, die anders dachten als die "Normalbürger". Ich war gewissermaßen selber Auslaenderin, zumindest fühlte ich mich oft genug so auf Grund meines DDR Hintergrundes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Club Voltair ein paar Worte in der kämpferischen Sprache der damalgin Zeit von &lt;em&gt;Heiner Halberstadt&lt;/em&gt;, der einer der Mitbegründer des Clubs und schon damals eine ständige Präsenz im Club war:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Seit 1962 gibt es ihn, hier in der Kleinen Hochstraße 5, den Club Voltaire. Seine Entstehung ist eingebettet in die sechziger Jahre. Damals, 1962, hatten ein paar jüngere Frauen und Männer, die aus linken Jugendorganisationen kamen, die Idee, für sich und für ähnlich Gesinnte und gleichermaßen politisch und kulturell Bedürftige in dieser Stadt einen Ort für Gesprächs-und Streitkultur einzurichten.&lt;br /&gt;Ein kommunikativer Treffpunkt sollte es sein: Zur kritischen Auseinandersetzung mit der bornierten, alle gesellschaftlichen Bereiche lähmenden, ideologisch rechts fixierten Hegemonie der Adenauer-Epoche. Die Gründer des Club Voltaires wollten heraus aus den Schwarz-Weiß-Klischees des Kalten Krieges. Sie suchten nach Offenheit und Toleranz, waren bestimmt von den Ideen einer sozialen und humanistischen Emanzipation.&lt;br /&gt;Nicht von ungefähr ernannten sie deshalb den französischen Philosophen Francois-Marie Arouet, genannt Voltaire, zum Namenspatron ihres Unternehmens. Voltaire war ja nicht nur der bedeutendste Vertreter der Aufklärung im Vorfeld der französischen Revolution, seinen Ideen ist nicht nur die Durchsetzung freiheitlich-demokratischer und emanzipatorischer Rechte in Gesellschaft und Staat zu verdanken, sondern Voltaire war gleichfalls ein entschiedener Verfechter umfassender Toleranz als Grundlage eines vernunftbestimmten gesellschaftlichen Zusammenlebens. Diese Grundorientierung hat den Club Voltaire in seiner gesamten Programmarbeit und mithin auch seine Lebensgeschichte bestimmt.&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auch, als Ende der sechziger Jahre eine neue Linke die politische Bühne betrat und sich nach einem nur teilweise gelungenem Ausbruchsversuch aus der herrschenden Gesellschaftsformation in x-ideologischen Verzweigungen verlor, verblieb „der Club“ bei seinem Prinzip: offen zu sein für alle Linke, aber sich keiner Gruppierung oder Strömung anzuschließen oder gar unterzuordnen. Sicherlich war auch dies entscheidend, dass es den Club Voltaire immer noch gibt.&lt;br /&gt;Und dass es sicher auch weiterhin gute Gründe gibt, ihn fortzuführen. Denn soziale Abstiegs- und Zukunftsängste wachsen. Sie leiten Wasser auf die Mühlen rechter, nationalistischer und rassistischer Demagogen. Die zunehmende gesellschaftliche Rechtsorientierung ragt schon weit in die Mitte von CDU/CSU, aber auch in Bereiche der SPD hinein. Ein Realkapitalismus mit dem Machtanspruch einer endgültigen Weltordnung beherrscht die Welt. Die kapitalistischen, ausschließlich auf die materielle Verwertbarkeit gerichteten Gesetze und Praktiken haben einen gnadenlosen Konkurrenzkampf zwischen und innerhalb aller sozialen Lebensbereiche ausgelöst. Damit einher geht eine global wirksame, ebenfalls durch kapitalistische Denk- und Handlungsweisen ausgelöste Zerstörung aller Umwelt- und Lebensressourcen.&lt;br /&gt;Kann die deutsche, die europäische Linke, mit ihren auf ein freundliches, menschenwürdiges Leben gerichteten Ideen und humanistischen Gesellschaftsentwürfen nicht mehr dagegenhalten? Hat sich diese Linke aus der Solidarität mit den weltweiten Freiheits- und Sozialbewegungen verabschiedet? Muss die Linke hierzulande abtauchen? In Resignation versinken, sich in Klageliedern gegenseitig bedauern? U.a., weil ein Gesellschaftssystem, das als Spätfolge des vom NS-Regimes ausgelösten zweiten Weltkrieges entstand, untergegangen ist? Ein Gesellschaftssystem, das sich zwar Realsozialismus nannte, aber in Wirklichkeit ein undemokratisches, bürokratisiertes Staatsgebilde war. Mag zudem auch das Vertrauen in die großen Solidarorganisationen aus augenscheinlichen Gründen gemindert oder angeschlagen sein – aber muss sich deshalb die Linke, mit all ihrer Erkenntnisfähigkeit, mit ihren auch aus der Geschichte ableitbaren oder ihr von daher aufgetragenen Gestaltungsmöglichkeiten, aus dem gesellschaftlichen Kampf verabschieden?&lt;br /&gt;Wir, die wir den Club Voltaire erhalten und fortführen wollen, sehen statt dessen, dass es wieder ein zunehmendes Verlangen nach intellektueller Schärfe, nach Aufdeckung der in der Tiefe der Gesellschaft wirkenden und das aktuelle Leben bestimmenden Gesetze gibt – kurz, nach einer neuen „Dialektik der Aufklärung". Wir glauben feststellen zu können: Die Suche nach einer sozialen und individuellen Emanzipation hat wieder begonnen.&lt;br /&gt;Der Club Voltaire gehört deshalb geistig allen, die seiner bedürfen. Also vor allem denen, die mithelfen wollen, eine interventionsfähige Linke – besonders gemeinsam mit den Jüngeren – wieder in Gang zu setzen. Denn sagt selbst: Bedarf es nicht erneut und zunehmend dringlicher einer progressiven gesellschaftlichen Gegenmacht, die in gegenseitiger Ermutigung der Anti- und Gegenaufklärung Paroli bietet: die im Sinne umfassender Emanzipation die Veränderbarkeit der Welt wieder erkennbarer macht?&lt;br /&gt;So möchten wir das Programm in diesem Haus ausrichten und die Möglichkeiten des Club Voltaire als Ort politischer und geselliger Kommunikation für alle Freunde und Besucher des Club Voltaire noch stärker nutzbar machen."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;em&gt;Über den Club Voltaire am 15.04.2010&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;a href="http://www.club-voltaire.de/ueber/"&gt;&lt;em&gt;http://www.club-voltaire.de/ueber/&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Club Voltaire scheint doch weiterzubestehen, trotz aller Artikel, die ich im Internet las, dass er endgültig geschlossen würde, trotz seiner fast fünfzig Jahre, ein recht hohes Alter für einen räumlich so kleinen Club.&lt;br /&gt;Übrigens feierte H. Halberstadt vor ein paar Jahren seinen achtzigsten Geburtstag im Club. Daran haette ich gerne teilgenommen....&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zu den Amerikanern, mit denen ich für mehrere Jahre zu tun hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eins vereinte diesen jungen Amerikaner alle: sie waren Vietnam Kriegsgegner. Die politische Situation in den USA war für viele unerträglich. Viele fühlten sich als politische Exilanten, auch wenn sie nicht für immer in Deutschland leben wollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige, so auch Julius und Sue Lynn, interessierten sich für indische Gurus und deren Lehren, Bill Carlson spielte das indische Instrument Citar und andere hatten einen Zug zu den Hippies. Letzteres galt mehr für die, die ihren Armeedienst schon abgeleistet hatten, aber noch in Deutschland blieben.&lt;br /&gt;Viele wollten auch etwas von der Welt sehen, bevor sie wieder in die USA zurückgingen. Einige rauchten ab und zu Hasch. Es gab mehrere, die künstlerisch begabt waren. Viele hörten Musik, die Beatles, die Rolling Stones, Blues, Folkmusic. Dave spielte Gitarre und war sehr begeistert von Blues. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Meine Eltern und wir im Sommer 1968 in Hallein vor dem Hotel Scheicher,&lt;/strong&gt; wo wir in den frühen Sechziger Jahren jedes Jahr Urlaub machten. Dave und ich besuchten sie dort.&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 388px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5573613610672952562" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/-erpkvVL3cNI/TVl0DHNxlPI/AAAAAAAAAbY/urAkY5BxniM/s400/In%2BHallein%2B1968%2Bsept319.jpg" /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;"Young lovers"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 401px; DISPLAY: block; HEIGHT: 382px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569652499565828578" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUthcGb82eI/AAAAAAAAAXM/_nKMXTBsDVQ/s400/David%2Bund%2Bich%2Bin%2BHallein279.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Amsterdam&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 367px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570370828900517746" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU3uwXvQR3I/AAAAAAAAAZc/_54og_GlMQE/s400/Reise%2Bnach%2BAmsterdam291.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir reisten im Sommer 1968 nach Amsterdam, von dem ich sehr beeindruckt war und wohin ich später auch noch einige Male reiste, auch mit meinem Mann. Die Architektur und die Internationalität von Amsterdam gefielen mir sehr. Ich war ja bisher außer in Österreich und in Prag nicht im Ausland gewesen. Endlich sah ich etwas neues von der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 308px; DISPLAY: block; HEIGHT: 407px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570370636575225826" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU3ulLRVN-I/AAAAAAAAAZU/K8qSbYl9v-8/s400/Reise%2Bnach%2BAmsterdam290.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;Wir trampten auch nach Österreich, besuchten meine Eltern in Hallein und fuhren dann weiter bis nach Zürich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Gelegenheit schlief ich zum ersten Mal im Freien, irgendwo zwischen Salzburg und Hallein in einem Armeeschlafsack. Wir wachten bei Regen auf. Zwischen Konstanz und Zürich uebernachteten wir auf einer Wiese in der Naehe eines Friedhofes. Bellende Hunde tauchten auf, deren Augen wir auch sahen, als wir eine Taschenlampe in ihre Richtung hielten. Ich konnte nicht wieder einschlafen und wir schleppten unsere Sachen zum Friedhof, um dort zu schlafen. Am nächsten Morgen sahen wir ein Schild an einer Mauer, das auf Tollwutgefahr in der Gegend hinwies. Ab da wollte ich nicht mehr im Freien übernachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 407px; DISPLAY: block; HEIGHT: 191px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569958573923388994" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUx3z-RYTkI/AAAAAAAAAX0/0ot5Gc4gOjM/s400/Auf%2Bdem%2BWeg%2Bnach%2Bund%2Bi%2Bn%2BZuerich%2BSommer%2B68281.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 420px; DISPLAY: block; HEIGHT: 338px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570020103397444498" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUyvxdbKC5I/AAAAAAAAAY8/YdwJngYuDv0/s400/Auf%2Bder%2BFaehre%2Bnach%2BEngland%2BIch%2Bund%2BBobbies%2Bin%2BLondon%2BNov%2B68284.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Dave spielt Mundharmonika auf der Fähre nach Dover &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Im November 1968 reisten Dave und ich nach London. Die Fahrt mit der Fähre von Calais nach Dover war herrlich, es war sonnig und die See war ruhig. London war etwas duester, vor allem auch wegen der Jahreszeit. Aber es war recht fremdartig und fast exotisch für mich, schon allein wegen des "englischen Englisch", das ich nur schlecht verstand. Wir gingen unter anderem auch in die Tate Gallery, wo ich Kunst sah, die es im Staedel in Frankfurt weniger gab.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 406px; DISPLAY: block; HEIGHT: 288px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570020258905142562" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUyv6gvFNSI/AAAAAAAAAZE/jxcaMibAXrA/s400/Auf%2Bder%2BFaehre%2Bnach%2BEngland%2BIch%2Bund%2BBobbies%2Bin%2BLondon%2BNov%2B68285.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Zwei Londoner Bobbies mit Touristin Gisela&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 406px; DISPLAY: block; HEIGHT: 314px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570018638452460930" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUyucMFDjYI/AAAAAAAAAY0/XX7nPCFFlzA/s400/David%2BRobinson%2Bund%2Bdie%2BUS%2BArmy%2B1968278.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Dave hat es geschafft, die Armeezeit ist überstanden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Dave hatte nicht mehr viele Monate in der Armee abzudienen. Er war als "medic", als Sanitaeter und wohl auch als Automechaniker taetig, aber er hatte die Nase gründlich voll vom Militär und sicher auch von Deutschland. Mir war nicht immer klar, wie unwohl er sich anscheinend in Deutschland fühlte, aber sein Gesichtsausdruck auf den Fotos spricht Bände.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 268px; DISPLAY: block; HEIGHT: 410px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570018466849257970" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUyuSMzqefI/AAAAAAAAAYs/YeCk8UneH5I/s400/David%2BRobinson%2Bund%2Bdie%2BUS%2BArmy%2B1968277.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Goodby, gehaßte Army&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Im Januar 1969 sollte er entlassen werden, die vier Jahre Militärdienst waren zuende. Sein Plan war, für einige Monate nach Indien zu reisen. Julius hatte das auch gemacht und kam mit sehr interessanten Berichten zurück.&lt;br /&gt;Ich war seiner und auch meiner eigenen Meinung nach nicht so recht bereit für ein solches Abenteuer. Er fuhr also tatsächlich mit zwei Freunden, einer Amerikanerin und deren deutschem, ziemlich durchgedrehten Freund an einem Morgen im Januar 1969 los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schrieb mir regelmäßig Briefe und ich vermißte ihn auch. Aber irgendwann beantwortete ich seine Briefe nicht mehr, obwohl mehrere Briefe von ihm kamen, in denen er mich darum bat, ihm zu schreiben. Ich war etwas beschämt, als Sue Lynn sah, dass ich einen neuen Freund hatte. Sie hatte mehrmals davon gesprochen, dass Dave mich sicher heiraten würde. Wollte ich das denn schon? Ich war mit 21 viel zu jung dafür. Ich ging ihr dann also aus dem Weg und wollte nicht darüber sprechen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;In meinem winzigen Zimmer in der Koselstraße im Frühjahr 1969 &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 411px; DISPLAY: block; HEIGHT: 329px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5569654870315185202" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtjmGKpNDI/AAAAAAAAAXU/K73C4PvQCDo/s400/Koselstr%2BApp%2B1969271.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Sicher war ich auch enttäuscht, daß er so mir nichts, dir nichts verschwunden war. Ich machte mir auch etwas Sorgen um ihn, aber das Leben in Frankfurt ging ja weiter. Ich sah weiterhin meine und seine amerikanischen Freunde und hatte mich im Frühjahr 1969 in einen der jungen Männer, Richard L., verguckt und er sich in mich.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 386px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570374776575187074" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU3yWJ-PWII/AAAAAAAAAZk/JLV4QKeXxHc/s400/Rich%2BLewis304.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rich auf der Reise nach Venedig, Frühling 1970&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 270px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570719585545760258" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU8r8rfELgI/AAAAAAAAAZs/rcgO-Xn_sxs/s400/Luxembourg.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Luxembourg, wohin wir mit dem Porsche fuhren&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 405px; DISPLAY: block; HEIGHT: 327px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570720181019028466" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU8sfVy9K_I/AAAAAAAAAZ0/kGhOUMQ96ak/s400/Rich%2Bund%2BPorsche%2Bnach%2BLuxembourg295.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rich mit seinem "Rennauto"&lt;/strong&gt;, das er später verkaufte&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;Gott sei Dank, denn ich fand den Porsche denn doch zu "angeberisch"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;So schnell ging das damals mit neuen Freunden. Ich wollte offensichtlich nicht auf Dave warten, bis er wieder in Frankfurt auftauchte, denn ich, und auch er, hatte keine Ahnung, wann das sein würde. Ich war ungeduldig und wollte einen Freund haben, der da war und nicht im fernen Indien herumzog.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Tatsächlich sah ich Dave auch nie wieder. Er kam zwei Jahre später zurück. Wahrscheinlich saß er in einem der westlich fahrenden Busse in einem der Länder zwischen der Türkei und Indien, als Rich und ich 1970 auf unserer Reise nach Asien waren. Er besuchte meine Eltern und ließ sich ein Foto von mir geben. Dann flog er heim nach Amerika.&lt;br /&gt;Ich habe erst wieder hier in Portland von ihm gehört. Er rief mich eines Tages ca 1997 an, hatte meine Adresse und Telefonnummer von einem Freund in Seattle bekommen und wollte wissen, wie es mir geht. Eine Stimme aus der Vergangenheit, wie er selbst sagte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 390px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570720446284928258" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU8sux_RlQI/AAAAAAAAAZ8/Gf4dqy7MN7k/s400/Rich%2BLewis305.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 391px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570720971020932178" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU8tNUyFlFI/AAAAAAAAAaM/wIzC9Yr6eck/s400/Rich%2BLewis306.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Auf dem Amsterdamer Flohmarkt 1969&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 391px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570721210423185938" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU8tbQoCEhI/AAAAAAAAAaU/lH45RSoVeKQ/s400/Rich%2BLewis309.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Rich wurde am nächsten Tag aus der Armee&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;entlassen,&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;seine Haare sind schon länger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Wir liehen uns in Amsterdam auch Farräder aus und fuhren nach Harlem und auch in Amsterdam herum. Ich wollte gar nicht wieder weg von dort. Das ging mir schon bei der ersten Reise dorthin so. Es ist sicher einer meiner Lieblingsgroßstädte in Europa.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ungefähr vom Herbst 1969 bis Sommer 1970 arbeitete ich bei General Electric, zum Teil als Übersetzerin von englischen Texten und machte sonstige Büroarbeit, die gut bezahlt wurde. Der Chef war ein netter Holländer, mit dem ich Englisch sprach. Ich blieb dort etwa ein Jahr, glaube ich. Die Arbeitsatmosphäre und Bezahlung war auf jeden Fall besser als bei Mühlhausen, wenn es auch kleine Bürointrigen gab. Das störte mich aber nicht, denn ich wußte, dass ich dort nicht ewig bleiben würde.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 318px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5570734473444098690" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TU85fROogoI/AAAAAAAAAac/W6nzrINyIEY/s400/Mike%2BMichaelson%2BSasch%2BMaikowski%2Bim%2BGrueneburgpark%2BSommer%2B68286.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Mike Michaelson und Sascha Maikowski im Grüneburgpark&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Mike, einer der Freunde von Rich, war ein verrückter, aber netter Kerl, der sehr unter der Armee litt. Wir gingen oft von seiner Wohnung auf der oberen Zeil zusammen den gleichen Weg nach Hause, er in die Kaserne, ich in die Koselstraße. Er schlief nicht immer in der Wohnung, weil er früh bei der Armee sein mußte. Dort versammelten sich regelmäßig alle möglichen Amerikaner, die entweder noch in der Armee waren oder schon entlassen waren und durchreisten. Mike gab ihnen einen Ort zum Schlafen oder Leute treffen. Die Wohnung war im obersten Stock, hatte zwei große Zimmer, mit uraltem Waschbecken und Toilette auf dem Gang. Wir strichen die alten Türen und Fensterrahmen ganz bunt und hörten dabei die Beatles, "The White Album". Es war "trippy", wie Mike immer sagte. Wir hatten viel Spaß dabei. In der Zeit&lt;br /&gt;zeichnete ich auch viel, ich fand meinen "inneren Ungeheuer" und bannte sie auf Papier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich sparte für eine große Reise, die Rich und ich zusammen machen wollten.&lt;br /&gt;Diese Reise nach Indien mit Rich ist ein ganzes Kapitel für sich, zu dem ich irgendwann einmal kommen werde.&lt;br /&gt;Ich möchte nur erwähnen, dass wir im Sommer 1970 aufbrachen, mit einem noch nicht ganz klaren Ziel, entweder Nordafrika oder Indien zu erkunden.&lt;br /&gt;Erst einmal wollten wir nach Italien trampen, von dort ging es nach Korfu und Nordgriechenland. Dann waren wir einen Monat in Istanbul, wo wir u.a. einen Luxemburger trafen, der uns von seinen zahlreichen Reisen nach Indien und Australien und zurück nach Europa erzählte und uns Tips gab, wie man eine solche Reise nach Asien organisieren und gut überstehen könnte. Ich war sehr besorgt um unsere physische und psychische Gesundheit bei der Vorstellung, in der Dritten Welt zu reisen, ohne krank zu werden. Aber ich war auch fasziniert von einer Reise nach Indien, mehr als von der Idee einer Nordafrikareise. Außerdem konnte man damals nicht nach Israel und dann in die arabischen Länder reisen, was Rich aber gerne tun wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fuhren mit zwei Amerikanern, die ein Auto hatten und dieses in Afghanistan verkaufen wollten, von Istanbul bis Teheran. Die beiden "Amis" fuhren weiter nach Afgahnistan. Einen der jungen Männer trafen wir spaeter wieder in Delhi.&lt;br /&gt;Dann ging es weiter mit dem Zug nach Meshed im Osten des Irans. Von dort ging es per Bus nach Afghanistan, wo wir ueber einen Monat blieben. Wir reisten dort mit dem Bus, es gab keine anderen Transportmöglichkeiten, von Herat nach Kandahar, dann nach Kabul und von dort aus in den Norden nach Masari Sharif und zurück nach Kabul.&lt;br /&gt;Weiter ging's per Bus nach Pakistan, dann mit dem Zug nach Neu Delhi in Indien.&lt;br /&gt;In Indien reisten wir kreuz und quer per Zug durch's Land für ein halbes Jahr, um dann im Mai 1971 noch für einen Monat nach Nepal zu fahren. Wir wanderten dort für vier oder fünf Tage in den Bergen in der Naehe von Pokhara.&lt;br /&gt;Dann war es Zeit, sich auf die Heimreise nach Europa zu machen, die ca zwei Monate dauerte und auch wieder "überland" ging, nicht mit dem Fluzeug.&lt;br /&gt;Im Juli 1971 kamen wir mit dem Nachtzug von Istanbul aus mittags am nächsten Tag in Salzburg in Österreich an, um dann mit dem Bummelzug nach Hallein, 15 km südlich von S., zu fahren, wo meine Eltern Urlaub machten. Wir waren fast ein volles Jahr auf Reisen gewesen und waren dünn und ich war ausgehungert nach deutschem Brot und Käse.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;Meine Eltern waren froh, uns einigermaßen gesund und heil wiederzusehen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Rich und ich, spindeldürr, in der Nähe von Hallein&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 388px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5571012002978860258" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TVA15nT-DOI/AAAAAAAAAas/BjTlGaHor7A/s400/nach%2Bder%2BIndienreise%2B1971%2Bin%2BHallein310.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;Rich flog nach einer Weile zurück in die USA und ich wohnte vorläufig bei meinen Eltern.&lt;br /&gt;Deutschland schien höchst sonderbar und so übertrieben wohlhabend zu sein, dass es einige Zeit dauerte, bis ich mich wieder eingewöhnt hatte.&lt;br /&gt;Vor allem natürlich beschäftigte mich die Frage, was ich beruflich machen sollte. Wieder in den ungeliebten Buchhandel zurück oder in einen Verlag?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war nicht die einzige, die sich Gedanken über meine berufliche Zukunft machte.&lt;br /&gt;Meine Mutter hatte Kontakt mit einer jungen Frau in meinem Alter, die sie von ihrer Arbeit im Arbeitsamt kannte. Anita J. arbeitete inzwischen beim S. Fischer Verlag im Vertrieb als Sekretärin. Auf Betreiben meiner Mutter verschaffte mir Anita auch tatsächlich eine Arbeit in ihrer Abteilung. Ich weiß nicht einmal mehr, was ich genau dort machte, irgendetwas mit Kundenbetreuung und Prospekte versenden an diese Kunden.&lt;br /&gt;Es war jedenfalls totlangweilig, aber ich verdiente wieder etwas Geld und fand ein Dachzimmerchen in der Jahnstraße im Nordend. Ich musste nicht mehr nach den Regeln meiner Eltern leben und konnte abends nach Hause kommen, wann ich wollte, ohne ihnen Sorgen zu bereiten.&lt;br /&gt;Einige der Kollegen im Vertrieb waren auch recht nett. Ich arbeitete zuerst in einem kleinen Raum mit einem älteren Kollegen, der die Buchhaltung machte.&lt;br /&gt;Ein junger Schweizer, der Sohn von Otto F. Walter, (vom Walter Verlag) war Volontär bei Fischer und er besuchte mich öfters und wir schwatzten über Gott und die Welt. Das war wesentlich anregender als die Arbeit.&lt;br /&gt;Nach einer Weile wurde ich in das Großraumbüro des Vertriebs versetzt, da ich offensichtlich zu viel schwatzte und nicht genug arbeitete. Der Chef saß in einem "Glaskabuff ", von dem aus er uns alle gut überwachen konnte. Allerdings sollte er eigentlich eher sich selbst überwachen, denn er war Alkoholiker. Man sah ihn ab und zu an der Flasche hängen, die er in seinem Schreibtisch verbarg. Nicht nur das verriet ihn als Alkoholiker, sondern auch sein Atem und sein rotes Gesicht.&lt;br /&gt;In der Theaterabteilung des Verlags gab es eine junge Frau, Anne S., in meinem Alter, die ich auch bald näher kennenlernte. Sie erzählte mir von einer Möglichkeit eines zweiten oder dritten Bildungsweges, um das Abitur nachzuholen und dann zu studieren. Sie wollte Lehrerin werden und nicht mehr im Buchhandel arbeiten. Ich glaube, dass sie auch bei Mühlhausen Lehrling gewesen war und wir uns sogar flüchtig kannten.&lt;br /&gt;Wir freundeten uns an und sahen uns regelmäßig, ich lernte auch ihren Freund kennen, mit dem sie zusammenwohnte.&lt;br /&gt;In der Zeit bei Fischer lernte ich einen neuen Freund kennen bei einer Bekannten, die ich auch aus der Buchhandelswelt kannte. Ich weiss nicht mehr, ob ich Heidi W. schon vor der Reise nach Indien kannte, als ich bei der Montanus Buchhandlung unter der Hauptwache arbeitete oder erst danach. Jedenfalls hatten wir uns angefreundet und sie kannte Bernd S. Er war Lehrer und auch Diplom Pädagoge und arbeitete an seiner Doktorarbeit.&lt;br /&gt;Er wußte einiges über diese Programme für ein außerschulisches Abitur und machte mich bekannt mit einem Freund von ihm, der in der Volkshochule in Offenbach in einem solchen Vorbereitungsprogramm für das sogenannte "Begabtenabitur" unterrichtete.&lt;br /&gt;Ich entschloß mich, bei Fischer aufzuhören und widmete mich ganz dieser Aufgabe, dieses Abitur zu machen. Man mußte eine Prüfung in einem Universitätsfach, in dem man später studieren wollte, in meinem Fall Pädagogik, bestehen, die ein Pädagogik Professor abnahm. Die anderen Fächer wurden von einer staatlichen, d.h hessischen Prüfungskommision geprüft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mußte auch an zwei Universitätskursen im Studienfach Pädagogik teilnehmen, um zwei Gutachten von den Professoren für je eine Seminararbeit zu bekommen. Bernd kannte diese beiden Professoren und wußte, dass sie diese Form des Studienzuganges befürworteten.&lt;br /&gt;Und ich ging in die Abendkurse der Volkshochule Offenbach, wo ich das Programm für die Prüfungsvorbereitungen belegte. Wir bereiteten uns in Literaturgeschichte, in sozialkundlichen/politischen Themen, Geschichte und Englisch vor.&lt;br /&gt;Es war ausgesprochen intensiv und machte mir auch ein bißchen Angst, aber immerhin mußte ich mich nicht mit Latein und Mathematik herumschlagen. Diese Vorbereitungsarbeit dauerte für mich ca ein Jahr, vom Herbst 1972 bis Ende Sommer 1973. Bernd war mir oft behilflich bei vielen Themen und las meine Seminararbeiten. Ohne seine Hilfe wäre das ganze noch viel schwieriger gewesen.&lt;br /&gt;Die Prüfung war unangenehm, wie alle Prüfungen, aber ich bestand sie, wenn auch nicht "mit fliegenden Fahnen".&lt;br /&gt;Ich fing mit dem Diplom -Pädagogik Studium im Herbst 1973 an. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Copyright Gisela Foerstermann 2011&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-267874697104565108?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/267874697104565108/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=267874697104565108' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/267874697104565108'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/267874697104565108'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2010/12/mein-weiterer-beruflicher-und-sonstiger.html' title='Mein weiterer &quot;beruflicher (und sonstiger) Werdegang&quot;'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/TUtWpwGWI1I/AAAAAAAAAW8/VeaQb_VmwZo/s72-c/Hauptwache%2Bund%2BSteinweg%2B1950232.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-3523901451973200223</id><published>2010-02-16T12:34:00.000-08:00</published><updated>2011-02-14T15:17:28.786-08:00</updated><title type='text'>Die Buchhändlerlehre von 1965 bis 1968</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 278px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441952590842757090" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4WzDHWy_-I/AAAAAAAAAU8/oLBYaAXoqTM/s400/Paulsplatz+Ffm+und+Roemer+in+den+80iger+Jahren228.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Römer und Paulskirche und die Neubauten zwischen Römer und Dom &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ende 80iger Jahre&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Da mir das Goethe Gymnasium schon lange ein Dorn im Auge und ein Stein im Magen war und es feststand, dass ich mit der mittleren Reife abgehen würde, musste ich mich bald um eine Lehrstelle kümmern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Herbst 1964 war ich auf der berühmten Frankfurter Buchmesse gewesen und sofort sehr begeistert. Oder vielleicht war ich auch eher geblendet von dem "Flair" und der Internationalität der Messe. Es gab so viele ausländische Verlage neben den zahlreichen deutschen Verlagen aus beiden Staaten und alles war hochinteressant für mich. Ich sah meine Zukunft im Buchhandel und stellte mir naiverweise vor, dann immer mit all diesen vielen "Intellektuellen", die auf der Messe herumrannten, zu tun zu haben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 276px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441950386919711970" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4WxC1GmJOI/AAAAAAAAAUs/r7450CD6jzE/s400/Paulsplatz+Ffm+und+Roemer+1948229.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 277px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441949396318671058" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4WwJK050NI/AAAAAAAAAUk/Nes10DRX_aY/s400/Paulsplatz+Ffm227.jpg" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Der Paulsplatz und das X, wo die "Buchhandlung am Römer" damals war &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Durch meine Patentante fand ich dann auch eine Lehrstelle in der recht kleinen "Buchhandlung am Römer", deren Besitzer Frau Haase und ihr Bruder, Herr Reich, waren. Sie kamen, genau wie meine Tante auch, aus dem thüringischen Gera. Meine Tante hatte sich mit ihnen in Verbindung gesetzt und mich als Lehrling empfohlen .&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Am 19.3.1965 bekam ich das Abschlußzeugnis des Goethe Gymnasiums für die mittlere Reife und am 1.4. begann ich die dreijährige Lehre bei Haase und Reich. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich fühlte mich fast erwachsen, verdiente ein bißchen Geld, 120.00 DM pro Monat im ersten Lehrjahr, 140.00 DM im zweiten und 180.00 DM im dritten Lehrjahr. Es war wenig und ich wohnte natürlich weiterhin bei meinen Eltern, aber es war ein Schritt weg von der ungeliebten Schule und hin zu einem Beruf.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;In einem alten Lebenslauf, den ich Anfang der siebziger Jahre geschrieben habe, steht folgendes: Ich versprach mir (von der Lehre) die Möglichkeit, auf eigene, nicht reglementierte Initiative lernen zu können. Mit einer gewissen Naivität glaubte ich überdies, mit Hilfe der Literatur, zu der ich Kontakt bekommen würde, mir vieles aneignen zu können, was ich auf der Schule nicht lernen könnte. Während meiner dreijährigen Lehrzeit las ich sehr viel, ging häufig ins Theater und Kunstausstellungen, hörte in einem sechswöchigen Kurs auf der Buchhändlerschule Frankfurt/ Seckbach ausführliche Literaturgeschichte und ging an einem Tag pro Woche auf die Berufsschule, wo ich mit den kaufmännischen Gepflogenheiten des Handels, speziell des Buchhandels vertraut gemacht wurde. 1968 beendete ich die Lehre mit dem "Kaufmannsgehilfenbrief ".&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Das war in Kürze die Buchhändlerlehre, deren Verlauf ich nun ein bißchen ausführlicher beschreiben möchte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die "Buchhandlung am Römer" war eigentlich gar nicht am "Römer", dem Rathaus der Stadt, sondern am Paulsplatz, auf dem Weg zum Römer. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der Laden war recht klein und hatte im Keller neben einem weiteren Verkaufsraum für Taschenbücher auch einen kleinen, engen Lagerraum mit verschiebbaren Regalen und eine alte Tischtennisplatte, die als Arbeitsplatte für uns Lehrlinge gedacht war. Es gab ein Kellerfenster zur Straße hin, durch das man die Passanten, den Verkehr und später auch den Lärm der U-Bahnbaustellen hörte. Mich graust es immer noch etwas , wenn ich an diesen Keller denke. Vor allem das Kellerfenster mit einer Vertiefung darunter war sehr schmutzig und irgendwie eklig. Der ganze Straßendreck schien dort zu landen. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Es gab außerdem einen engen Gang zu einem Waschbecken und einer Kochplatte, auf dem Tee gekocht wurde. Die Toilette war auch im Keller, außerhalb des buchhändlerischen Kellers. In dieser Unterwelt roch es öfters sehr übel, besonders bei schlechtem Wetter, was wohl mit Abwassern und Ratten zu tun hatte, die in dem Keller hausten. Wir waren ja nicht so sehr weit vom Main entfernt und diese Kellergewölbe gingen von der Berliner Straße bis zur Braubachstraße und möglicherweise noch weiter unter dem Römerberg hinweg bis zum Fluss. Diese Unterkellerung gehörte ziemlich sicher zu den 1944 im Krieg zerstörten alten Häusern in der Frankfurter Altstadt, die bis dahin mehr oder weniger intakt die Jahrhunderte überstanden hatte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Das Personal der Buchhandlung bestand damals aus Frau Gunne Haase, Herrn Jürgen Reich, zwei älteren Lehrlingen und mir. Ab und zu kam auch eine nette alte Dame, ihr Name war, glaube, ich Frau Krüger, die sich um Buchhaltungsangelegenheiten kümmerte. Die zwei älteren Lehrlinge, weiblichen und männlichen Geschlechts, arbeiteten wohl noch ein Jahr, bevor sie ihren Abschluss machten. Die junge Frau, schon verheiratet und dann auch schwanger, schien eher langweilig und ein bißchen spießig zu sein, während der männliche Lehrling, Herr Steinmann, interessanter war und mehr im Kopf hatte. Allerdings schien er eine eher negative oder sehr kritische Lebenseinstellung zu haben, die mir ja selber so fremd nicht war. Er drückte auch Mißfallen an den Besitzern und dem Buchhandelsgewerbe selbst aus.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;In meinem zweiten Lehrjahr kamen zwei neue Lehrlinge hinzu, Margot S. und ein männlicher Lehrling, er hieß Mossmann mit Nachnamen. Leider habe ich seinen Vornamen vergessen. Wir riefen ihn "Mossmännsche" im Frankfurter Dialekt, den er selber sprach. Sie waren beide "Originale"und hatten möglicherweise einen anderen Hintergrund als ich. Margot hatte auch einen Freund, obwohl sie jünger, aber schon wesentlich weiter war in dieser Hinsicht als ich.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 386px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441954864067837538" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4W1Hbx4_mI/AAAAAAAAAVE/wMUYS38Bt2o/s400/Margot+Schinscholl+und+Heinrich+Goebel++1972+in+Paris.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Margot S. und Heinrich G. in Paris&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="center"&gt;Wir waren 1972 zusammen dortin gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Der männliche Lehrling, "Mossmännsche", war ein etwas bulliger, aber gutmütiger Typ mit einem Augenfehler, Margot ein von ihrer Statur her sehr kleine Person, die aber nicht auf den Mund gefallen war und immer gerne auf die Toilette ging, "um eine zu rauchen". Margot führte ein, mich "Fö" zu rufen anstatt meinen Vornamen zu benutzen, weil ich meinen Nachnamen immer so abkürzte. Ich hatte nichts dagegen. Wir drei verstanden uns recht gut und waren eine Art "Front" gegen Haase und Reich. Wir hatten oft Spaß miteinander, manchmal auf Kosten der Besitzer oder auch der Kunden. Wir waren eben "klassische" Lehrlinge der nächsten Generation und nicht so "brav" wie die vorherigen Lehrlinge.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Es muß für die Besitzer nicht immer so ganz leicht gewesen sein, mit uns "Halbstarken" umzugehen. Die arme Frau Haase war in ihren frühen Fünfzigern und litt wohl sehr unter ihrer Menopause, dem Klimakterium, wie man damals auch sagte. Sie hatte Migräneanfälle und es war ihr oft schlecht davon, dementsprechend müssen wir ihr zeitweilig sehr auf die Nerven gegangen sein. Aber wir, in unserem Unverstand, machten uns eher über sie lustig oder waren sauer, wenn sie uns wegen irgendeiner Nichtigkeit anraunzte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Sie schien auch ein bißchen "falsch" oder "künstlich" zu sein, wenn sie freundlich war. Dazu muss man aber auch sagen, dass sie ein schweres Schicksal hinter sich hatte. Ihr erster Mann kam nicht aus dem Krieg zurück und sie heiratete erneut. Nicht viel später kam der erste Mann doch zurück, vermutlich aus der Gefangenschaft. Man kann davon ausgehen, dass das traumatisch und sehr schwierig für sie war und sie geprägt hat. Vielleicht erinnerten wir sie an ihre Jugend, die so tragisch verlaufen war. Wir hatten es im Vergleich zu ihr viel leichter, was sie uns aber nicht zum Vorwurf machen konnte und sollte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Margot trug gerne sehr kurze Mini-Kleider, wie es damals Mode war. Wenn sie auf eine Leiter stieg, um ein Buch aus einem oberen Regal zu holen, konnte man ihr leicht unter den Rock kucken, so dass es ihr verboten wurde, so zur Arbeit zu erscheinen. Ich kann mich nicht erinnern, ob sie sich daran gehalten hat, vermutlich nicht immer. Sie lachte über die "Alten", machte ihre thüringische Aussprache nach und ließ sich insgesamt von ihnen nicht unterkriegen. Ich war gegen die "Alten" nicht so immun.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Was alles lernte ich nun in meiner Lehre?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Am ersten Tag bekam ich einen Staublappen in die Hand gedrückt, mit dem ich jeden Morgen die im Laden ausgestellten Bücher abstauben musste. Bei der Gelegenheit lernte ich auch nach und nach, was die Buchhandlung im Sortiment hatte und wo ich welche Bücher finden würde. Neben den üblichen Romanen, Kinderbüchern, Kunst- und anderen Sachbüchern führte die Buchhandlung auch Sachbücher und Zeitschriften über Architektur.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Kunden konnte ich natürlich nicht sofort bedienen, aber guten Tag sagen durfte ich, wenn ich im oberen Verkaufsraum war. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Jeden Morgen kamen Pakete mit bestellten Büchern von dem Buchgroßhändler Libri in Stuttgart. Diese Pakete musste ich unten im Keller auspacken, mit der Rechnung vergleichen und mit dem richtigen Preis auszeichnen. Dann mussten die Kunden gefunden werden, für die sie bestellt worden waren. Diese Bücher wurden dann in ein Regal beim Schreibtisch von Herrn Reich im oberen Verkaufsraum gestellt. Eine etwas langweilige Arbeit, aber oft waren doch interessante Bücher in den Paketen, in die ich auch hineinschaute.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Da der Laden auch Zeitschriften verkaufte, musste ich die älteren, nicht verkauften Exemplare zusammenbündeln und die neuen Ausgaben auslegen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Morgens nach der Ladenöffnung um 9 Uhr wurden mehrere Regale mit Sonderangeboten und sogenannten "verramschten" Büchern in den Eingang und vor das Schaufenster gestellt. Es waren oft billige Ausgaben von Klassikern oder sonstige Bücher, die zu Ladenhütern geworden waren. Außerdem stand auch ein Drehstand mit Merian Heften und Postkarten vor dem Eingang zum Laden. Es sah etwas billig aus und war recht eng. Die Nähe zum Römer brachte uns aber auch Touristen als Kunden, die in den Laden gelockt werden sollten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Pakete von Verlagen mit neuen Büchern wurden ausgepackt, mit Preisen versehen und in die Regale gestellt. Das war in gewisser Weise eine der interessanteren Arbeiten, weil ich lernte, was der Laden führte. Ich durfte auch Bücher mit nachhause nehmen, um sie zu lesen. Der Buchhändler sollte ja wissen, was er verkaufte. Und da ich sehr wißbegierig war, las sich auch eine Menge, zum Teil waren es Empfehlungen von den Chefs oder die Titel waren interessant oder ich hatte schon einmal etwas davon gehört. Ich las auch eine kleine Literaturgeschichte von Hermann Glaser, "Weltliteratur der Gegenwart", ein Büchlein vom Ullstein Verlag, das ich immer noch habe. Da er ja immer noch schreibt, bin ich ihm auch treu geblieben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Irgendwann im Verlauf jedes Morgens machte einer von uns Lehrlingen Wasser heiß für Tee für Frau Haase. Sie mochte starken schwarzen Tee und es war ein tägliches Ritual, ihr eine Tasse zum Schreibtisch im unteren Verkaufsraum zu bringen. Wir alle tranken diesen Tee, der uns wahrscheinlich auch auf Trapp hielt.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Mit der Zeit wurde ich in die Geheimnisse der Kundenbedienung eingeweiht und damit auch in die Arbeit an der Kasse. Ich lernte, in großen Katalogen und Bibliografien Autoren und Buchtitel nachzuschlagen und die Bücher dann zu bestellen. Natürlich ging das damals alles manuell, von der Welt der Computer waren wir noch weit entfernt und alles dauerte entsprechend lang. Aber der Service von Libri in Stuttgart war so gut, dass man die per Telefon bestellten Bücher meistens schon am nächsten Tag hatte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;In den Morgenstunden von 9:00 bis 12:00 Uhr gab es oft weniger Kunden als später am Tag. Das hieß dann für uns Lehrlinge, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, eben zum Beispiel Staub zu wischen, Bücher einzuräumen und im allgemeinen beschäftigt auszusehen, wenn einer der " Lehrherren" im Laden war. Es war des öfteren langweilig, ich hatte aber doch ab und zu die Gelegenheit, in Bücher zu schauen und sogar etwas darin zu lesen. Herr Reich schien weniger etwas dagegen zu haben als seine Schwester. Er war überhaupt der etwas umgänglichere der beiden und weniger muffig zu uns als sie. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Er war ungefähr Mitte 30 oder vielleicht auch knapp 40 Jahre alt. Er war ziemlich groß und schlank, aber im Gesicht hatte er ein bisschen Babyspeck, jedoch eine spitze Nase, etwas vorstehende Zähne und auf dem Kopf einen etwas schütteren Haarwuchs. Wir Lehrlinge dachten ab und zu, dass er vielleicht auch homosexuell wäre. Dann stellte sich aber heraus, dass er eine Freundin hatte und dann auch verheiratet war und seine Frau bald ein Kind erwartete.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Im übrigen trug unser Chef ausschließlich hellgraue Anzüge, ein weißes Hemd und einen blauen Schlips. Ich habe nie etwas anderes an ihm gesehen, er sah immer gleich aus.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Herr Reich, den Margot häufig in übertriebener sächsischer Aussprache "Jürrgen" nannte, natürlich nicht vor ihm, aber unter uns Lehrlingen, war derjenige, der uns die Feinheiten des Umgangs mit den Kunden beibrachte. Das "guten Tag" und "bitte schön" oder "kann ich Ihnen helfen? " waren selbstverständlich, aber auch das Aufhalten, der Tür, wenn ein Kunde den Laden verließ. Ich hatte das im letzten Lehrjahr einmal versäumt und Herr Reich schob mich doch tatsächlich quer durch den Laden zur Tür, damit ich das noch tun würde. Da der Kunde schon halb aus dem Laden raus war, war mir das besonders peinlich. Ich habe "Jürrgen" dafür gehasst. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich glaube, das ist auch einer der Gründe gewesen, warum ich im letzten Lehrjahr daran dachte, in eine andere Frankfurter Buchhandlung überzuwechseln und den Abschluss dort zu machen.&lt;br /&gt;Ich führte diesen Plan nicht aus, weil diese Aktion und Umstellung wahrscheinlich noch schwieriger gewesen wäre als die restliche Zeit bei Haase und Reich abzusitzen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich glaube, es war im zweiten Lehrjahr, als ich einmal ein Gespräch mit ihm im Keller über irgend ein Thema, vielleicht die Arbeit im Buchhandel, hatte. Denn er sagte folgendes zu mir, das ich bis jetzt noch im Kopf habe: "Ach, wissense, Froiln Förstermann, Bücher zu verkoofen, is genauso wie Heringe zu verkoofen." Ich war doch sehr erstaunt, dass er den hehren Buchhandel mit so etwas profanem wie Heringsverkauf verglich. Er ging wohl davon aus, dass ich irgendwelche Illusionen über diesen Beruf hatte. Ich denke, die waren mir schon längst abhanden gekommen, doch wenigstens rochen Bücher besser als Heringe. Oder vielleicht verging mir auch durch seine Bemerkung der letzte Rest von Illusionen über den Buchhandel.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 278px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441951312908344226" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4Wx4urfW6I/AAAAAAAAAU0/lPn-H3ZUVIY/s400/Hauptwache230.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Hauptwache&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;Wir Lehrlinge hatten eine recht lange Mittagspause, nämlich zwei Stunden. Ich ging öfters nachhause für diese zwei Stunden, bei schönem, warmen Wetter setzte ich mich gerne auf eine Bank am Main und las.&lt;br /&gt;Ganz angenehm war auch, dass ich oft den Auftrag bekam, Zeitschriften zu Kunden zu bringen. Ich lief also vom Paulsplatz ins Bahnhofsviertel, wo ein Kunde sein Büro hatte. Das war keine kurze Strecke, sondern konnte bis zu einer Stunde dauern. Ich war offensichtlich billiger als Gebühren bei der Post.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir war das sehr recht, denn dann konnte ich Luft schnappen und bei schönem Wetter habe ich es richtig genossen, durch die Stadt zu laufen. Ich fand ja im Grunde Frankfurt recht hässlich, aber diese Gänge machten mir Spaß und gaben mir auch einen näheren Einblick in die geschäftige Stadt, die ich bisher so nicht erforscht hatte.&lt;br /&gt;Außerdem ging ich auch sehr häufig vor Ladenschluß, 6:30 Uhr, zur Hauptpost auf der Zeil, zog dabei ein Einkaufswägelchen mit Bücherpaketen hinter mir her, um diese dann auf der Post abzuschicken. Manchmal zog ich diese kleinen Ausflüge auch in die Länge, so dass ich irgendwann später mit einer anderen Auszubildenden zusammen zur Post ging. So hatten die Chefs mehr Kontrolle über mich.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Wie im Einzelhandel so üblich, war die Vorweihnachtszeit besonders anstrengend, weil alle Welt Geschenke für Weihnachten kaufte. Der kleine Laden war voller Kunden, die bedient werden wollten. Um zusätzliche Hilfe von den sich im Keller aufhaltenden Lehrlingen oder anderem Personal zu bekommen, gab es überall im oberen Ladenraum Klingelknöpfe in den Bücherregalen und an der Kasse. Diese wurden dann betätigt und schnarrten unten im Keller. Das hieß für uns, nach oben zu rennen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Es hat zum Teil Spaß gemacht und der Tag ging schneller herum, aber wir waren alle erledigt am Ende des Weihnachtsgeschäfts. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Herr Mossmann brachte auch einmal eine Flasche Whisky mit, die er irgendwo im Keller im unteren Arbeitsraum versteckte und von der wir ab und zu ein paar Schlucke nahmen. Ob die Kunden oder die Chefs das gerochen haben, weiß ich nicht. Wir schienen jedenfalls das Weihnachtsgeschäft mit etwas Alkohol besser zu überstehen als ohne. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Wir Lehrlinge bekamen zur Belohnung für die Anstrengung etwas Weihnachtsgeld, zwischen 25.00 und DM 40.00, glaube ich. Wir haben uns natürlich darüber gefreut, obwohl es wenig war.&lt;br /&gt;Im Oktober 1966 oder 1967, die Daten auf den Fotos sind nicht ganz klar, ging ich für circa sechs Wochen auf die Buchhändlerschule in Frankfurt Seckbach, wo wir auch alle im Internatsstil wohnten. Frau Haase und Herr Reich sahen wohl das zweite Lehrjahr als zu früh dafür an und wollten mich noch nicht dorthin gehen lassen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Aber ich setzte es durch, denn diese sechs Wochen waren für die Lehrzeit vorgesehen und im Frühjahr 1968 war diese zu Ende. Sie erklärten sich dann auch einverstanden, denn ich war ja zum Weihnachtsbetrieb wieder zurück im Laden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Bisher war ich einmal in der Woche in die Berufsschule gegangen, die zwar auch Literatur im Unterrichtsplan hatte, aber es war kein Schwerpunkt. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;In der Buchhändlerschule stand die Literatur viel mehr im Vordergrund, was mir sehr gefiel. Die anderen Themenbereiche , die mit dem Handel zu tun hatten , sind mehr oder weniger an mir vorbeigegangen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Außerdem traf ich Lehrlinge aus der ganzen Bundesrepublik und es waren viele interessante Leute dabei, die wohl zum Teil auch etwas älter und weiter in ihrer Entwicklung waren als ich. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Es waren ca 60 bis 80 Personen, jedenfalls eine recht große Gruppe, die sich am ersten Abend im Speisesaal versammelte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 280px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441961991894662066" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4W7mVAO-7I/AAAAAAAAAVM/mfvduTRvaSQ/s400/Buchhaendlerschule+in+ffm+Seckbach237.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Buchhändlerschule in Frankfurt Seckbach am Lohrberg&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 407px; DISPLAY: block; HEIGHT: 387px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441971741536251314" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4XEd1P7bbI/AAAAAAAAAVk/Vod1qmmfELY/s400/Opa+Foe+bei+Buchhaendlerschule++1967+od+68235.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Großeltern Förstermann zu Besuch in der Buchhändlerschule&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Diese Lehrlinge kamen entweder aus größeren Buchhandlungen oder hatten schon wesentlich mehr Literatur und Literaturgeschichte gelesen. Jedenfalls hörte ich über moderne Schriftsteller, über Bücher, über Kultur im allgemeinen mehr als in den ganzen letzten Jahren. Einer der Lehrlinge gefiel mir besonders gut. Ich war ein bisschen in ihn verliebt und er gab mir sehr viele Tipps zu Schriftstellern, die ich unbedingt lesen sollte. Er war ein bisschen exzentrisch, was ihn besonders interessant für mich machte. &lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ich, Marlis aus Hildesheim, Gisela F. und Renate aus Wetzlar&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 362px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441964657268463538" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4W-BeS3l7I/AAAAAAAAAVU/kwyBTmLQTPQ/s400/Buchhaendlerschule++ich,+Marlis,+Gisela+F.+Renate.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 404px; DISPLAY: block; HEIGHT: 386px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5441966127155880962" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4W_XCDVpAI/AAAAAAAAAVc/QxMNseJSJCA/s400/Buchhaendlerschule+Klaus+Gutzeit+in+der++Mitte.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Klaus G. in der Mitte und zwei andere Lehrlinge&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er kannte u.a. den 1962 gegründeten, linkspolitischen Club Voltaire in Frankfurt und wir gingen zu einer Veranstaltung mit Franz Josef Degenhardt, der dort seine schrägen, politischen Lieder sang. Wir sahen auch den Kabarettisten und Liedermacher Hans-Dieter Hüsch. Und wir gingen zum Jazz Club in der Nähe vom Club Voltaire. Das war alles neu für mich und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.&lt;br /&gt;Als ich später nach der Lehre 1968 bei der Buchhandlung Mühlhausen arbeitete, ging ich nach der Arbeit regelmäßig in den Club, las Zeitungen dort, ging zu Veranstaltungen und lernte auch einen jungen Amerikaner, meinen ersten "richtigen" Freund dort kennen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jedenfalls waren die sechs Wochen in der Buchhändlerschule sicher die interessanteste Zeit während der Lehre. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass ich viel später relativ häufig von dieser Lehrzeit träumte, noch in Frankfurt, aber auch hier in den USA. Es schien immer alles sehr wirklichkeitsgetreu zu sein in diesen Träumen und ich wachte jedesmal mit Erleichterung auf, dass ich diese Zeit hinter mir hatte. Aber offensichtlich hat diese Phase in meinem Leben einen recht tiefen Eindruck auf mich gemacht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Copyright Gisela Förstermann 2010&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-3523901451973200223?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/3523901451973200223/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=3523901451973200223' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/3523901451973200223'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/3523901451973200223'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2010/02/die-buchhandlerlehre-von-1965-bis-1968.html' title='Die Buchhändlerlehre von 1965 bis 1968'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4WzDHWy_-I/AAAAAAAAAU8/oLBYaAXoqTM/s72-c/Paulsplatz+Ffm+und+Roemer+in+den+80iger+Jahren228.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-1984125231419271171</id><published>2010-01-06T16:10:00.000-08:00</published><updated>2011-03-23T11:10:13.025-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Tennisplatz im Johannistal&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 396px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423785867364793362" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0UogooP_BI/AAAAAAAAARc/Q8ROl9yypqQ/s400/Tennisplatz+1954+und+55192.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ab 1953 oder 1954 machte meine Familie im Sommer weniger Ausflüge in die Umgebung zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern der Tennisplatz im Johannistal wurde zum Wochenend- und Sommermittelpunkt. Meine Eltern kannten wohl einige der Mitglieder noch aus dem Gymnasium und wurden Mitglieder des Klubs. Er hatte den etwas seltsam anmutenden Namen "Lokomotive", den ich jetzt immer mit "Fortschritt" im politischen Sinn verbinde. Eine Dresdner Bekannte sagte mir aber, daß diese Namen entstanden, weil die Eisenbahn diese Sportvereine gründete oder finanzierte. Die BSG Lokomotive war demnach eine Betriebssportgemeinschaft des Verkehrswesens. Jedenfalls war ich sehr zufrieden mit dieser neuen Entwicklung unserer Freizeitgestaltung, meine Mutter möglicherweise weniger, weil sie, glaube ich, nicht so viel Spaß an Sport hatte wie mein Vater und ich, obwohl sie auch ein bißchen Tennis spielte. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Außerdem lag die Sportanlage (und sie tut das immer noch) in einer herrlichen Gegend, von Wald und Wiesen umgeben, in einem Tal unterhalb des Burschenschaftsdenkmals im Süden der Stadt. Wir fuhren meistens mit dem Rad hin, d.h ich saß entweder auf dem Kindersitz oder dem Gepäckträger bei meinem Vater und später auf dem eigenen Rad oder wir gingen zu Fuß. Ein schöner Gang war es allemal, der vielleicht eine halbe Stunde, vielleicht auch länger dauerte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0Uxp5X0JvI/AAAAAAAAASM/XXxbS5sqd9w/s1600-h/Tennis+Beginn+Aug+55185.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 0px 10px 10px; WIDTH: 400px; FLOAT: right; HEIGHT: 193px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423795922082735858" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0Uxp5X0JvI/AAAAAAAAASM/XXxbS5sqd9w/s400/Tennis+Beginn+Aug+55185.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;strong&gt;Meine ersten Versuche mit einem Jugendschläger, August 1955&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich bekam im Sommer 1955 einen Jugendtennisschläger, dessen Griff gekürzt wurde, so daß der Schläger nicht so viel Gewicht hatte. Mit ihm "ballerte" ich einen Tennisball an den Drahtzaun auf einem der unteren Plätze. Es gab noch keine Betonwand, an der man üben konnte. Mein Vater und meine Beobachtung der Spieler brachten mir das Spielen bei, ich hatte nie einen "richtigen" Lehrer. Dementsprechend war auch meine Rückhand. Ich lernte aber insgesamt recht schnell und hatte viel Spaß daran. 1956 spielte ich dann schon mit meinen Eltern auf dem Platz und nicht nur am Maschendraht von Platz 1 und wurde nach und nach besser.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423793005921231778" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0UvAJ0u46I/AAAAAAAAAR8/cAHhWb5jrD0/s400/Ostern+57+mit+Mami186.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Ostern 1957&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 401px; DISPLAY: block; HEIGHT: 384px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423793725308193346" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0UvqBv8ykI/AAAAAAAAASE/Dni1j7srj4U/s400/Tennisplatz++und+meine+Lehrerin+Frl+Klemm+1955.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Meine Lehrerin Frl. Helga Klemm links im Bild&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 388px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423791949191865986" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0UuCpM0ZoI/AAAAAAAAAR0/d5nA3Fpyld0/s400/Tennisplatz+1954+und+55193.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Großeltern Förstermann, oberhalb von Platz 2, dem Turnierplatz für die "Asse"&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Neben dem Sport spielten aber das "Draußensein", die Umgebung des Platzes, die Wiesen mit den Schlüsselblumen im Frühling, den Margariten und Butterblumen im Sommer, den wilden Erdbeeren an einigen Stellen direkt am Zaun des Platzes, der nahe Wald mit den Himbeeren, ein kleiner Bach und andere interessante Stellen eine grosse Rolle für mich.Ich war das einzige kleinere Kind im Klub für mehrere Jahre, die anderen jüngeren Mitglieder waren ältere Jungen, vielleicht zwischen 13 und 16 Jahre alt, die mich Winzling übersahen. Das war mir nicht unrecht, denn ich war ja als Einzelkind daran gewöhnt, mich alleine zu beschäftigen. Und die Natur war ein herrlicher Spiel- und Entdeckungsplatz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich beobachtete ich diese jüngeren Spieler und lernte viel von ihnen, vor allem den Aufschlag, den ich später sehr gut beherrschte und manches Spiel damit gewann. Bei Turnieren und Trainingsspielen war ich oft "Ballmädchen". Ich sammelte die Bälle und warf sie den Spielern zu und bekam dafür ein kleines "Ballgeld". Am Anfang passierte es schon auch mal, dass ich den Ball dem falschen Spieler, der gerade keinen Aufschlag hatte, zuwarf. Da ich recht gut werfen konnte, gefiel mir selbst dieser "Job", vor allem natürlich bei richtig wichtigen Turnieren, z.B. wenn ein anderer Klub aus dem Westen, aus Kassel, nach Eisenach kam. Dann bekam ich West-Kaugummi oder auch mehr Geld als sonst von den schicken Westlern, die mich sehr beeindruckten. Mein Vater war der "Chefkoch" an vielen Sonntagen, er briet auf einem Holzkohlengrill die Thüringer Bratwürste und gelegentlich auch kleine Steaks, die wir dann mit Kartoffelsalat oder Brot an mehreren zusammengestellten Tischen gemeinsam mit den anwesenden Klubmitgliedern aßen. Oft gab es auch Kuchenpakete, die jemand von einer Bäckerei aus der Stadt mitbrachte. Wunderbar waren die flachen Obst-Hefekuchen, mir läuft immer noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke. Irgendwann gab es auch "Fürst-Pückler-Eiscreme" von der Konditorei "Süße Ecke" in der Marienstraße, das war der Höhepunkt der Schlemmerei.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Platz am Wald&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;　 &lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 404px; DISPLAY: block; HEIGHT: 396px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423816833751456114" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0VErHaKGXI/AAAAAAAAASU/X_IrwTWXA7M/s400/Tennisplatz+im+Wald1955.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Mein Vater nach einem gemischten Doppel, Frau Garich in der Mitte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 405px; DISPLAY: block; HEIGHT: 387px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423820320308528162" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0VH2D2JBCI/AAAAAAAAASk/G7aeXmh3pk0/s400/Tennisclubmitglieder201.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wie man sieht, lebten wir nicht schlecht. Die Klubmitglieder waren Mittelständler, Geschäftsleute, ein Zahnarzt, auch ein Parteimitglied. Über ihn wurden Witze gemacht, "Feind hört mit", wurde geflüstert, wenn über Politik gesprochen wurde, aber man paßte wohl schon ein wenig auf, wenn er in der Nähe war. Er schien aber doch harmlos und seine Frau war fast "westlich" in ihrer&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 414px; DISPLAY: block; HEIGHT: 415px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5423818259884292978" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0VF-IKuO3I/AAAAAAAAASc/XlJRgKDi-Fc/s400/Tennisclubmitglieder200.jpg" /&gt;&lt;strong&gt;Mein Vater zwischen Frau Stössel und Frau Notteboom&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Er war der Liebling der Klubfrauen&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;flotten Art. Nach und nach verschwanden immer wieder jüngere, aber auch ältere Klubmitglieder, sie waren in den Westen gegangen. Es war mir bewußt, aber es gab ja keine jüngeren Freunde, die ich vermissen würde, zumindest nicht im Klub.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber da war auch ein älterer Italiener aus Neapel, Luigi Losito, ein Maler, Kunstprofessor und Kommunist, der in Ost-Berlin gelebt hatte und dann nach Eisenach kam, um dort in der schönen Thüringer Landschaft zu malen. Er machte auch eine große Pastellzeichnung von mir, die mir aber überhaupt nicht gefiel. Er kam in den sechziger Jahren einmal nach Frankfurt zu Besuch von Berlin oder Neapel aus und das Bild wurde aufgehängt, damit er nicht denken sollte, daß wir es nicht mochten. Peinlich....Meine Mutter fand ihn wohl sehr nett und charmant und die beiden spielten auch Tennis zusammen, er war auch so langsam wie sie und sie mochten sich. Das war für meine Mutter eine nette Abwechslung, mit diesem charmanten Italiener zu plaudern, der ihr so viel "kultivierter" als die Eisenacher und auch mein Vater erschienen sein muß. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da der Klub eine Verbindung mit einem Kasseler Tennisklub hatte, reisten auch meine Eltern in den frühen Fuenfziger Jahren einige Male dorthin. Meine Mutter fühlte sich wohl etwas als Außenseiterin im Klub, denn sie spielte ja nicht Turniere mit, aber sie war gerne mal im Westen, auch uebrigens in Frankfurt, wo meine Eltern einen ehemaligen Schulfreund besuchten. Er ist der gleiche, bei dem meine Mutter und ich 1960 nach der Flucht für einige Monate wohnten.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Meine Eltern auf einer Rheinfähre&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 421px; DISPLAY: block; HEIGHT: 390px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5424118291091831714" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0ZW2Pg6O6I/AAAAAAAAAS0/ULvh-LYJvrk/s400/Eltern+in+Frankfurt+im+Westen198.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 412px; DISPLAY: block; HEIGHT: 402px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5424112761634979634" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0ZR0YrqfzI/AAAAAAAAASs/lwAZRMPeu9k/s400/Eltern+in+Frankfurt+im+Westen197.jpg" /&gt;&lt;strong&gt;Meine Mutter an der Frankfurter Hauptwache 1954&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von diesen Reisen brachten sie mir auch Micky Maus Heftchen mit, die ich sehr liebte. Ich besaß etwa 7 bis 10 Hefte, ein grosser Schatz in diesen Zeiten. Ich zeichnete Donald Duck, Tick, Trick und Track und und Micky erst auf Papier, bis ich es meiner Meinung nach perfekt beherrschte. Dann malte ich sie auf Sperrholz und sägte sie aus, um sie dann an die Wand über mein Bett zu hängen. Ich war eine begeisterte Anhängerin der "kapitalistischen Schmutz- und Schundliteratur", wie diese Disney-Proukte in der DDR bezeichneten wurden.&lt;br /&gt;Auf diese Weise ist mir auch eine der wenigen frühen, unangenehmen Berührungen mit dem rigiden DDR System passiert. In der Schule wurden wir Kinder darauf aufmerksam gemacht, daß wir solche Hefte nicht besitzen dürften und daß Kontrollen zu Hause gemacht würden, wenn wir sie nicht freiwillig in der Schule abliefern würden. Ich war voller Sorge und Angst darüber, denn ich wollte diese Hefte natürlich behalten und sie nicht "abliefern" und ich glaube mich zu erinnern, dass wir die Heftchen im Keller unter den Kohlen versteckten. Diese Erinnerung kann aber auch eine Phantasie sein, die ich hatte, aber ich weiß, daß ich Angst vor diesen "Autoritäten" hatte, die mir etwas wegnehmen wollten, an dem ich sehr hing. Natürlich war das nur eine leere Drohung der Schule, die nie in die Tat umgesetzt wurde, aber sie hat ihre Spuren hinterlassen. Ich hatte auch DDR "Comics" oder Komikheftchen, wie sie wohl genannt wurden und sie gefielen mir auch gut, aber sie waren nicht zu vergleichen mit den Disney Figuren. Ich bin ein Comics Fan geblieben bis heute, allerdings nicht mehr ein Disney Fan, sondern "Calvin und Hobbes" oder Gary Larson und andere im "New Yorker" gefallen mir jetzt wesentlich besser.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zurück zum Tennisplatz. Da ich selber noch kein Fahrrad hatte, aber liebend gerne das Radfahren lernen wollte, wurde mir ab 8 Jahren erlaubt, mit dem Rad meiner Mutter zu üben. Zuerst hielt mein Vater das Rad fest, bis ich stabiler wurde und allein, nur auf den Pedalen stehend, nicht auf dem Sattel sitzend, fahren konnte. Ich probierte das im Gras oberhalb der Tennisplätze gerne aus. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einmal verlor ich wohl irgendwie die Balance oder war zu schnell und landete auf der relativ steilen Böschung am Platz 1 und fiel dann in Richtung Böschung um bzw. ließ mich fallen, denn ich wollte ja nicht über das Steinmäuerchen auf den eigentlichen Platz fahren und richtig stürzen. Ich überstand es mit ein paar Abschürfungen und einem Schrecken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 414px; DISPLAY: block; HEIGHT: 421px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5425554117966822402" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0twuXcR_AI/AAAAAAAAAS8/Zu-SL2weCEk/s400/Radfahren+ueben+Tennisplatz+206.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Hier übe ich auf einem Damenrad oeberhalb der Tennisplätze. Herr Garich guckt zu&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Noch in den frühen Jahren der Tennisplatzfreuden wurde ich von einem Kurzhaardackel in die rechte Hand gebissen. Ich wollte ihn streicheln, aber er war bissig oder mochte Kinder nicht. Ich dachte, es wäre meine Schuld und sagte erst mal nichts. Mein Vater spielte gerade Tennis. Irgendwann begann ich zu weinen und jemand kümmerte sich darum, daß mein Vater kam. Er fuhr mich auf dem Fahrrad zur Poliklinik in die Stadt. Der Doktor, wohl ein Hesse mit Dialekt, verarztete meine "Fingerschen" und gab mir eine Tetanusspritze. Ich kam zurueck zum Tennisplatz mit einem dicken Verband an der rechten Hand. Die Narben habe ich immer noch und nicht nur an der Hand, auch in der Psyche. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ich hatte mein Leben lang Angst vor Hunden, es sei denn, ich kannte den Besitzer und der Hund war nett und nicht ein Dackel. (Erst in den letzten 2 Jahren entwickelte ich eine Freundschaft mit einem jungen Hund, der zwei Nachbarinnen gehört. Maxi, eine sehr niedliche und freundliche Hündin, liegt mir sehr am Herzen und ich habe dank Amy, eine der beiden "Hundemütter", mehr über Hunde gelernt und weniger Angst vor ihnen und schon gar keine vor Maxi, die mich ja auch kennt. Es ist immer sehr nett, sie zu sehen, ihr einen "Treat", einen Leckerbissen, zu geben und sie zu streicheln.)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Frühling fing die Tennissaison Anfang April an, abhängig natürlich vom Wetter. Aber ich erinnere mich, daß mein Vater und ich schon sehr früh dorthin fuhren, um die Plätze vorzubereiten oder das alte "Klubhaus" zu reinigen etc. Die Plätze waren rote Aschenplätze oder Sandplätze, die ständig gepflegt werden mußten. Die Linien mußten mit einer Maschine mit einer Art Kreide gezogen werden und das nicht nur einmal, sondern immer wieder, da sie leicht verwischten und nicht mehr gut sichtbar waren. Platz zwei war unterhalb des Klubhauses, so daß dieser Platz der wichtigste für Turniere war und vor allem für die "Stars", die sich gerne bewundern ließen und die auch gerne bewundert wurden, weil sie gut spielten. Die Netze mußten bei Saisonende abgenommen werden, da sie nicht aus Kunststoff waren und in der Winterwitterung gelitten hätten. Sie wurden auch geflickt, wenn sie rissen. Am Rande jedes Platzes neben dem Netz stand der hohe, hölzerne, weiße Schiedsrichterstuhl, auf dem ich auch ab und zu saß, zuerst aus Spaß, später auch als Schiedsrichterin. Ich lernte, genau aufzupassen, wo der Ball aufschlug, hinter oder neben der entscheidenden Linie, was manchmal schwer war, weil die Bälle schnell waren und auch öfter auf der Linie aufprallten. Ich muß gestehen, dass ich die Einzelheiten der Regeln vergessen habe, nur die Zahlen sind mir noch bekannt: z.B.: 0:15, 15 beide, 15:30, 15:40, Spiel 1:0. Der Aufschlagende wurde immer zuerst genannt.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Die Tennisschläger waren damals alle aus Holz, mit Darmsaiten bespannt, die auch gepflegt werden mußten mit einer Art Lack, damit sie nicht spröde wurden. Außerdem sollte man den Rahmen bei längerer Nichtbenutzung in eine Art Holzgestell spannen, so daß er sich nicht verzog. Wenn Saiten rissen, mussten sie repariert werden, was im einzigen Sportgeschäft Eisenachs gemacht wurde. Der Holzgriff war mit einem Lederband oder später auch mit einem aus "Plaste" ("Plastik" im Westen) umwickelt, so daß einem der Schläger nicht aus der Hand flog.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Tennisbälle waren meistens aus der DDR, leicht grau und hielten nicht lange. Sehr begehrt waren die West Bälle. Sie waren von Dunlop, weiß und sprangen höher. Die Klubmitglieder brachten sie aus Kassel mit oder die Kasseler brachten sie mit, wenn sie nach Eisenach kamen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die sogenannten Tennisschuhe waren weiß, aber ich hatte meistens einfache Turnschuhe aus Leinen mit einer Gummisohle. Der rote Belag der Plätze färbte die Schuhe regelmäßig rosa, so dass alle Schuhe gleich aussahen. Und die Beine auch, alles hatte einen leicht rosa-roten Anstrich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Clubhaus war älter, aus den 20iger Jahren oder auch aus einer früheren Zeit, als der Klub gegründet wurde. Es hatte eine Veranda als Schutz vor Regen und diente als "Tribüne" für Platz zwei. Es hatte nurzwei muffig riechende Umkleideräume, keine Toiletten oder Duschen. Es gab "Plumpsklos" am Ende der Wiese hinter einer Baumreihe. Es stank dort zum Himmel und ich glaube, relativ wenige Leute benutzten sie. Ich ging in den Wald. Einmal sah ich auch einen der männlichen Klubmitglieder von hinten neben dem Klohhäuschendes stehen und "pinkeln".&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den Klos soll es auch Wespennester gegeben haben, alles keine Aufmunterung zur Benutzung. Die Wasserhähne im Mäuerchen bei den Plätzen liefterten das Wasser, das wir für die Plätze brauchten und zum flüchtigen, abkühlenden Waschen. Es war kein Trinkwasser. Das gab es in der Form von "Brause", Mineralwasser und Bier in einem Schuppen hinter dem Klubhaus, wo ein Mann diese Erfrischungen verkaufte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Wasserleitung wurde übrigens von den Klubmitgliedern gebaut. Es gab kein Wasser am Anfang unserer Zeit dort und in sog. "Aufbaustunden" an Wochenenden wurde ein Graben für die Wasserleitungsrohre ausgehoben, der am Eingang des Johannistals begann und bis zum Tennisplatz ging, vermutlich über 2 oder mehr km. Ich glaube, der Bau dauerte einen ganzen Frühling lang. Ich war öfter dabei, weil mein Vater natürlich auch mitarbeitete.&lt;br /&gt;Es gab auch ein Foto von den Arbeiten an der Leitung, das ich aber leider nicht mehr habe, da mein Vater viele Fotos dieser Zeit, ca 1955 bis 1969 vernichtet hat. Aber das ist ein anderes Kapitel, auf das ich noch zurückkommen werde. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nachdem mein Vater im Mai 1960 in den Westen geflohen war, gab es ein Jugend-Turnier, die sogenannten Kreismeisterschaftsspiele, an denen ich auch teilnahm. Soweit ich mich erinnern kann, spielte ich nur gegen 1 ode 2 Mädchen in unserem Klub, gewann diese Spiele und wurde Kreismeisterin, weil eine Spielerin eines anderen Klubs nicht zum dem Turnier kam. Immerhin hatte ich gegen ein älteres Mädchen gewonnen, die als sichere Siegerin galt, es dann aber doch nicht wurde. Ich spielte viel am Netz und schlug sie damit.&lt;br /&gt;Aber ich war nicht besonders stolz auf diesen Sieg, obwohl es einen Zeitungsauschnitt gab mit den Ergebnissen dieses Turniers und ich als Kreismeisterin erwähnt wurde. Aber so richtig " gekämpft" hatte ich ja nicht, dachte ich. Es schien auch so, als ob die erwachsenen Zuschauer mir diesen Sieg nicht so recht gönnten.&lt;br /&gt;Mein Vater war weg, ich war entsprechend "durcheinander" und "zurückgelassen".&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich spielte dann später für einige Jahre in Frankfurt auch wieder Tennis im städtischen Tennisklub, auch Turniere, trainierte aber nicht genug und hatte auch an dem Vereinsleben kein Interesse. Der Klub war ziemlich weit weg von unserer Wohnung im Nordend und nur mit der Straßenbahn zu erreichen, was sehr zeitaufwendig war. Ich hörte dann nach und und nach auf mit dem Tennisspielen.&lt;br /&gt;Als ich ungefähr 25 Jahre alt war, spielte ich mit einem Freund ab und zu Tennis im Stadion, wo Studenten kostenlos spielen konnten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dort traf ich auch Peter Kirschock, den inzwischen erwachsenen Sohn der Familie Kirschock, der im Eisenacher Klub ein "Ass" war, ebenso wie sein Vater auch, übrigens unser Zahnarzt damals in Eisenach. Aber als Person war Peter mir immer unheimlich gewesen. Er schien mir damals brutal, so dass ich ihn mied. Sicher war er nur ein typischer Teenager. Bei dieser Begenung in Frankfurt starrten wir uns nur an, sagten aber nichts, wohl weil wir nie miteinander gesprochen hatten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seine Eltern waren nach Bayreuth gezogen, nach ihrer Flucht aus Eisenach, die vor unserer Flucht passierte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bekam dann einen "Tennisarm", eine Sehnenscheidenentzündung, die es mir unmöglich machte, den Sport weiter auszuüben. Ich bin seitdem anfällig für diese Verletzung, die nie vollkommen heilte.&lt;br /&gt;Schade, aber nicht zu ändern und ich akzeptierte es auch recht schnell.&lt;br /&gt;Tennisspielen war für mich hauptsächlich mit Eisenach und der dortigen wunderschönen Anlage verbunden, nicht mit Frankfurt.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Copyright: Gisela Förstermann 2010 &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-1984125231419271171?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/1984125231419271171/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=1984125231419271171' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/1984125231419271171'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/1984125231419271171'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2010/01/der-tennisplatz-im-johannistal-ab-1953.html' title=''/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S0UogooP_BI/AAAAAAAAARc/Q8ROl9yypqQ/s72-c/Tennisplatz+1954+und+55192.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-653682044528309284</id><published>2008-02-20T07:31:00.000-08:00</published><updated>2011-02-15T15:06:45.967-08:00</updated><title type='text'>Die Goethe Schule</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/SCo3pcreIBI/AAAAAAAAAKg/_57KS5pj3AI/s1600-h/Einschulung+in+die+Goethe+Schule++3+Sept+54090.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200029904965345298" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/SCo3pcreIBI/AAAAAAAAAKg/_57KS5pj3AI/s400/Einschulung+in+die+Goethe+Schule++3+Sept+54090.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;strong&gt;Der große Tag: Die Einschulung in die Goethe Schule, 3. September 1954&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;mit Oma und Opa Förstermann und Mutti auf dem Schulhof&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Da man als Kind ja immer lieber älter als jünger sein möchte, hoffte ich auf den Schulanfang als einen wichtigen Schritt in diese Richtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im September 1954 kam ich also in die Schule. Ich hatte ein Jahr früher einen Test machen müssen, um festzustellen, ob ich "schulreif" sei mit fast 6. Da mein Geburtstag Anfang Oktober ist, die Schule aber schon im September anfing, wäre ich erst 5 Jahre und 11 Monate gewesen, zu jung nach dem Befinden der Schulbehörde. Also kam ich erst mit fast sieben in die Schule. Sehr spät für meine Begriffe, ich war schon wesentlich eher bereit dafür.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich bin nie in den Kindergarten gegangen, den es im Philosophenweg gab. Er lag tiefer als die enge Straße und man konnte in die Räume sehen, wo die Kinder an Tischen saßen. Mir schien das sehr langweilig und einschränkend zu sein. Meine Eltern sahen das vielleicht auch so und waren sicher eher froh, mich auf dem Spielplatz vor dem Haus herumtoben zu sehen. Aber wer weiß, was mir dadurch entgangen ist....?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Da ich also im Herbst 1953 noch nicht in die Schule kam, spielte ich ausgiebig Schule mit Regina S., wie schon beschrieben. Mein Vater hatte mir eine Art Schultasche gebastelt und ich machte mir kleine Hefte mit Hilfe von Papier, Nadel und Faden, in die ich die wenigen Buchstaben schrieb, die ich kannte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zuckertüte zum Schulanfang war als Anreiz und Versüßen des Schrittes in diese neue Welt gedacht und bei mir "einzelkindgross", außerdem hatten mir die Großeltern Förstermann noch eine kleinere Tüte geschenkt. Es war ein richtiges Fest und ein großes Ereignis für alle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob wir Kinder am gleichen Tag in den Klassenraum gingen, weiß ich nicht mehr, das kann auch ein Tag später gewesen sein. Jedenfalls erinnere ich mich sehr gut an den Schulgeruch, eine Mischung aus Kreide, Staub, Scheuermittel und Toilettengeruch, etwas einschüchternd und sehr fremdartig, aber auch hochinteressant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß auch noch, dass ich meine rote Strickmütze auf dem Weg über die Innentreppen der Schule zum Klassenzimmer verlor. (Ich verliere Mützen immer noch und immer wieder, eine alte Tradition, die nicht tot zu kriegen ist.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wir hatten ältere Schüler bei uns, die uns halfen, zurechtzukommen. Ich glaube, ich weinte wegen der Mütze und ein freundliches Mädchen aus einer höheren Klasse fand sie wieder und begleitete mich zum Klassenraum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Lehrerin war die sehr nette, ältere Frau Brenk, die uns durch das erste Jahr führte. Leider ging sie in Rente und wir mußten uns umstellen auf eine neue Lehrerin, Fräulein Klemm, die wesentlich jünger, hübscher und auch nett war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Mein siebter Geburtstag mit Doris Garich, Ingrid und Lolli Dunkel (gingen 1954 oder '55 in den Westen) ich, Mitschüler Manfred, der mich offensichtlich mochte, Jochen Gier, Gisela und Ursel Tschechowski ('55 in den Westen) und den schönen, alten Kasperpuppen meiner Mutter&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5169098684091210098" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7xT3boyGXI/AAAAAAAAAJA/fT3epIOZeXg/s400/Geburtstag+1954++und+mit+Schulranzen+Okt+54091.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Vor der Haustür auf dem Weg zur Schule, mit Ranzen und Wischtüchlein für die Schiefertafel&lt;/strong&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5169098847299967362" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7xUA7oyGYI/AAAAAAAAAJI/N9aITwvc0NM/s400/Geburtstag+1954++und+mit+Schulranzen+Okt+54092.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Klasse war recht groß, 31 Kinder, die jeweils zu zweit auf einer Schulbank saßen. Aber damals waren wir ja noch viel schüchterner als die Kinder heute in dem Alter und wir hörten auf die Lehrerin.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Hier die Klasse 1c im Sommer 1954. Frau Brenk ging danach in Rente.&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5169112501001001378" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7xgbroyGaI/AAAAAAAAAJY/XsjCYuLJaAE/s320/Klasse+1+c++Sommer+1955093.jpg" /&gt;Die Namen der Mitschüler, die mir Karin Husemeyer-Roehler gab, da ich mich nicht mehr an alle erinnern konnte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Anfang in oberer Reihe von links: Jürgen Bauer, Jutta Harms, Bernd Didjurgis, Ellen Bossac, unbekannt, Karin Husemeyer, Peter Wenzel, Margit Hirschnitz, Klaus Leidner, ich (1960 in den Westen), unbekannt&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Mittlere Reihe: Rainer Apell (ging schon nach der 1. Klasse in den Westen), Reinhard Herb, Karl Pascher, Gerlinde Minge, unbekannt, Karl Hubrich (Karlchen genannt, behindert durch Schwerhörigkeit und sehr lieb), Manfred Voigt, Manfred (vom Geburtstagsbild, ging auch in den Westen, glaube ich), Brigitte Seidel, Karin Göllner oder Göller(?)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Untere Reihe: Jutta Meißner (1961, eine Woche vor dem Mauerbau in den Westen), Dietlinde Ewert, Ute Schindler (1959 in den Westen), Dieter Neumann, Christa Nowack, unbekannt (möglicherweise auch in den Westen), Monika Kurcay, unbekannt, unbekannt, Doris Günzel &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;In der vierten Klasse, mit Fräulein Klemm, und Wilhelm Pieck an der Wand, dem ersten Präsidenten der DDR, , 1958&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5169983593383074226" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R794r7oyGbI/AAAAAAAAAJg/WZGLpJ5-qYI/s400/Eisenach+4+KLasse+1958.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich kann mich besonders gut ans Schreibenlernen erinnern. Wir benutzten Schiefertafeln und Griffel, eine Art Stift speziell für Schiefertafeln, und das schon erwänte Wischtuch, das an der Tafel angebunden war. Die Tafel hatte zwei Seiten, eine hatte Linien für die Buchstaben, so dass wir große und kleine Buchstaben in der richtigen Größe schreiben konnten. Die andere Seite war leer und wunderbar für's Malen mit bunten Griffeln geeignet. Es kann sein, dass wir später eine Tafel hatten, deren eine Seite auch "karriert" war, so dass wir auf ihr Zahlen schreiben konnten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zuerst lernten wir Druckbuchstaben, große und kleine, dann Worte, die aus einer Fibel, einem Lesebuch für Schulanfänger, kamen. Vielleicht in der zweiten Klasse oder am Ende der ersten kam die Schreibschrift dran, die wesentlich schwerer war, aber auch schöner aussah. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Fibel, wie überhaupt alle Schulbücher stellte die Schule, d.h. der Staat und wir mußten sie nach dem jeweiligen Schuljahr wieder zurückgeben, da die nächsten Klassen sie benutzen würden&lt;br /&gt;Ich erinnere mich an eine Woche in der ersten oder zweiten Klasse, in der ich krank zu Hause im Bett war und eine Schulkameradin die Hausaufgaben vorbeibrachte, so dass ich nichts versäumte. Ich wollte das auf keinen Fall und übte im Bett das kleine t in Schreibschrift. Es war recht verschnörkelt und ich füllte die Tafel mit meinen "Tes".&lt;br /&gt;Irgendwann, möglicherweise in der zweiten oder dritten Klasse lernten wir, mit Federhalter und Tinte in Hefte zu schreiben. Die Tinte war in einem kleinen Tintenfaß, das in der Schulbank in einer Vertiefung stand. Jeder hatte wohlgemerkt seine eigene Tinte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der oft farbenfrohe Federhalter hatte eine einsetzbare Feder aus Stahl, die man auswechseln konnte. Später hatten wir dann auch Füllfederhalter, die man aus dem Tintenfäßchen füllte, natürlich mit viel Gekleckse und blauen Fingern. Erst später im Westen hatte ich Füllfederhalter mit Patronen, die man kaufen konnte. &lt;/p&gt;Ich liebte mein Federkästchen aus Holz, mit einer Art Schieber zum Öffnen und Schließen versehen, in das der Griffel, Bleistift, Bleistiftspitzer, Radiergummi und Federhalter und die Federn paßten. Manche dieser ca 20 cm langen Kästchen waren auch bemalt und sehr hübsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist übrigens eines der Dinge aus meiner Kindheit, das ich gerne gerettet hätte, als wir aus Eisenach weg gingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir Schüler gingen alle gerne in den Schreibwarenladen am Markt, wo wir&lt;br /&gt;unsere Materialien für die Schule kauften. Es war alles neu für mich und roch anders als alles vorherige. Ich hatte zwar bei meinem Opa im Büro auch oft genug in seinen Regalen herumgeschnüffelt, auch mal in die uralte schwarze Schreibmaschine eine Seite einspannen dürfen und ein bißchen die Tastatur ausprobiert. Die Schulmaterialien aber waren bunter und nun auch für mich bestimmt. Ich lernte, damit umzugehen und es machte mir Spaß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An andere Fächer in der ersten Klasse kann ich mich kaum erinnern. Sicher malten wir auch, lernten erste Zahlen und vielleicht Lieder. In den Pausen rannten wir auf dem unteren Schulhof herum, wo die jüngeren Schüler waren. Die älteren waren auf dem oberen Schulhof hinter der Schule.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Goetheschule von der Domstrasse aus gesehen, 1980&lt;/strong&gt; aufgenommen, als ich kurz Eisenach besuchte. Ich war mit einer Reisegruppe nach Dresden gefahren, dann nach Erfurt und machte alleine einen "Abstecher" nach E.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5177656637635509874" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R9q7R481PnI/AAAAAAAAAKQ/JoacTUO4NX4/s400/Goetheschule+in+Eisenach+1980102.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube mich daran zu erinnern, dass wir den Klassenraum nur in Zweierreihen sehr diszipliniert verlassen konnten, um in die Pausen zu gehen, oder wenn der Schultag zu Ende war. Ebenso mußte sich die ganze Klasse auch in solcher Zweierreihe draußen vor der Tür anstellen, wenn uns die Schulklingel rief. Erst, wenn alle Schüler da waren, konnten wir wieder hineingehen. Ich denke, dass wir jeweils von unseren Lehrern an der Schultür abgeholt wurden. Die Klassen waren groß, die Lehrer hätten sonst den Überblick verloren und die kleineren Schüler sicher auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der zweiten oder dritten Klasse bekamen wir die schon erwähnte neue Lehrerin, Fräulein Klemm.&lt;br /&gt;Ich erinnere mich an wenig Einzelheiten des Unterrichts, nur dass es mir Spaß machte.&lt;br /&gt;An einen dramatischen Morgen in der Zeit allerdings erinnere ich mich noch ziemlich deutlich. Wir hatten mehrere neue Schüler, alles Jungen und Waisenkinder, die größere Schwierigkeiten bereiteten. Frl. Klemm kam mit ihnen nicht gut zurecht und einer der Jungen warf seine Schultasche in ihre Richtung. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Unsere arme Lehrerin weinte und holte dann wohl auch den Rektor. Die Jungen verschwanden wieder, da sie offensichtlich zu viele Probleme hatten und in "normalen", für sie viel zu großen Klassen nicht genug Hilfe bekamen. Sie müssen Kriegswaisen gewesen sein, waren in einem großen alten Gebäude am Eingang des Reuterwegs, Ecke Marienstraße untergebracht, hatten aber anscheinend keine Lehrer dort.&lt;br /&gt;Wir waren erleichtert, als dieser Spuk vorbei war, aber dennoch dachte ich öfter an diese Jungen, die es sicher nicht leicht gehabt haben in ihrem Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der dritten Klasse verließen einige Schüler unsere Klasse, um auf eine andere Schule zu gehen, wie ich erst jetzt von Karin H.-R. erfuhr. Ich hatte das völlig vergessen und konnte es mir nicht erklären.&lt;br /&gt;Sie fingen dort mit Russisch Unterricht an, den wir erst in der 5. Klasse begannen. Mir tat es leid, einige dieser Mitschüler zu verlieren, u.a. auch Dietlinde Ewert, die in der Marienstraße wohnte und mit der ich ein bißchen befreundet war. Sie kam einmal zu meinem Geburtstag 1956, im nächsten Schuljahr war sie nicht mehr auf der Goethe Schule.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann mich nicht mehr genau an die zeitliche Abfolge erinnern, aber irgendwann in den späteren Fünfzigern wurde auch ich Mitglied der Jungen Pioniere, der Kinder-Organisation der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Vermutlich war es also 1958. Es gab immer noch einige in der Klasse, die nicht beigetreten waren, meistens die eher "bürgerlichen" Kinder, deren Eltern für das DDR System nicht viel übrig hatten.&lt;br /&gt;Ich war sehr daran interessiert, endlich auch das blaue Halstuch zu tragen und das Abzeichen der Jungen Pioniere an der weißen Bluse zu haben. Es war eine Sache des "Dazugehörens", die politischen Hintergründe der Organisation waren mir nicht klar. Allerdings wurde mir doch etwas beklommen zumute, als wir bei der Aufnahmezeremonie in der Aula auf die DDR Fahne schwören mußten. Ich fühlte mich wohl etwas unwohl dabei, wie dem System "einverleibt". Gleichzeitig hatte ich aber auch Spaß an Aktivitäten wie Altpapiersammeln, "Nachhilfe" für schwächere Schüler geben, im Chor Volkslieder singen (was ich auch schon vorher tat) etc. Es schien alles relativ "unpolitisch" zu sein. Allerdings war der montagliche Fahnenapell schon eher dazu geeignet, sich als guter Pionier hervorzutun.&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich erinnere mich nur daran, dass ich eine Zeitlang jeden Montag morgen den Fahnenapell "abnahm", also in weißer Bluse, blauem Halstuch und dunklem Rock vor meiner versammelten Klasse auf dem Hof stand, wo alle Klassen im Kreis standen und ich hatte meine rechte Hand auf dem Kopf und rief: "Für Frieden und Völkerfreundschaft - Seid bereit!" Die Antwort kam zurück von der Klasse: "Immer bereit!" Das ging reihum, jede Klasse kam "dran" und dann sagte vermutlich der Schulleiter oder die Schulleiterin etwas, woran ich mich natürlich nicht mehr erinnern kann. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Bei diesen Fahnenapellen machten wir aber auch "Quatsch", kicherten, zogen Kindern vor uns an den Halstüchern und manchmal wurde es einem Schüler oder einer Schülerin auch übel oder jemand fiel in Ohnmacht. Kein Wunder, es dauerte ewig für unser kindliches Zeitgefühl.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Copyright: Gisela Foerstermann 2008&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-653682044528309284?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/653682044528309284/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=653682044528309284' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/653682044528309284'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/653682044528309284'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/02/die-goethe-schule.html' title='Die Goethe Schule'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/SCo3pcreIBI/AAAAAAAAAKg/_57KS5pj3AI/s72-c/Einschulung+in+die+Goethe+Schule++3+Sept+54090.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-8665935361794373149</id><published>2008-02-12T11:00:00.000-08:00</published><updated>2011-02-17T16:58:49.641-08:00</updated><title type='text'>Ausflüge zu Fuß und mit dem Fahrrad</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167332284301449490" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YNVboyGRI/AAAAAAAAAIQ/HrvDE7jctRk/s400/Mit+Zinns+auf+der+Ottowaldswiese+1954084.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Wanderer müssen sich stärken.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Mit Zinns auf der Ottowaldswiese im Thüringer Wald, Himmelfahrt 1954 &lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167295377647474882" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7XrxLoyGMI/AAAAAAAAAHo/lL-ICzzDZ64/s400/Ausfluege+52++und+52079.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ausflug mit der Großmutter Paulmann 1953 und Ausflug zum Inselsberg 1952&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Eine weitverbreitete Sonntagsbeschäftigung der Deutschen war und ist der Ausflug in die Umgebung der Stadt oder des Dorfes, wo man wohnt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Das war auch etwas, das meine Familie sehr oft tat. Eisenach liegt am nördlichen Rand des Thüringer Waldes und da die Stadt nicht groß ist, (ca 50.000 Einwohner damals, jetzt etwas darunter), dauerte es auch nicht lange, in den Wald oder die offenere Landschaft mit Feldern und Wiesen zu gelangen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Als ich noch sehr klein war, schoben mich meine Eltern im Kinderwagen auf Spaziergängen in den Kartausgarten, einen großen Park mit schönen Bäumen in der Nähe von den Großeltern Förstermann. Oder auch ins Johannistal, ebenfalls nicht weit vom Opa gelegen, ein schönes Tal mit Wiesen, Laub- und Nadelbäumen, das auch zum Burschenschaftsdenkmal und zum Tennisplatz führte, der ab 1954 in der wärmeren Jahreszeit fast ständiger Aufenthaltsort an Wochenenden war. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Sobald ich laufen konnte, wurden nach und nach grössere Strecken zu Fuß bewältigt und ab 1951 machten wir auch häufig Fahrradaufsflüge.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Ausflug im Kinderwagen ins Johannistal&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Januar 1949&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5166176087695300722" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7Hxx7oyGHI/AAAAAAAAAHA/mOrRvhewJZg/s400/Jan+49+Ausflug+ins+Johannistal072.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Eltern hatten noch ihre "Vorkriegsräder", ich wurde auf einen Kindersitz, eigentlich nur ein Sattel auf der Mittelstange des Fahrrads meines Vaters, gesetzt und los ging's in Richtung Johannistal, Mariental und oder Hohe Sonne, zur Mosbacher Linde, zur Weinstrßse und dann in späteren Jahren auch weiter auf dem Rennsteig zum Inselsberg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Radausflug zur Weinstraße, April 1952&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167289532196984962" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7Xmc7oyGII/AAAAAAAAAHI/SSW1DUMMCa0/s400/Fahrradausflug++Weinstrasse1952074.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir machten diese Ausflüge, wie man an den Fotos sehen kann, mit Freunden oder Leuten vom Tennisclub, Verwandten, wenn sie uns besuchten oder nur zu dritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Wir spielten Ball auf einer Wiese oder mit einem Hartgummiring, den man sich zuwarf und entweder mit der Hand oder mit einem Stock oder über dem Unterarm auffing. Ich lernte, Steine "wie ein Junge zu werfen" und war bald recht geschickt in dieser Fertigkeit. In der Schule war ich später fast "berühmt" dafür, "richtig" werfen zu können und auch weit. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167292302450890898" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7Xo-LoyGJI/AAAAAAAAAHQ/aFvUWSvVblU/s400/Juni+52075.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den größeren Tagesausflügen wurde das Essen mitgenommen, oft nur belegte Brote, gekochte Eier, Obst, wenn vorhanden und Getränke. Manchmal nahmen meine Eltern auch eine Nudelsuppe in einem Topf mit, die dann über einem kleinen Feuerchen erhitzt wurde. Das war fast wie Camping. Wir fuhren aber immer wieder am Abend nach Hause, die Entfernungen waren nicht so groß und wahrscheinlich wollten meine Eltern auch ihre Bequehmlichkeit. Zudem hatten wir auch keine Campingausrüstung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167292701882849442" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7XpVboyGKI/AAAAAAAAAHY/hSRavvhsldM/s400/Juni+52076.jpg" /&gt; &lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Juni 1952&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich liebte schon von früh an Blumen, deren Namen ich auch schnell lernte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Mai 1954&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167293934538463410" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7XqdLoyGLI/AAAAAAAAAHg/8UaL35_dKeA/s400/Mai+od+Juni+1954077.jpg" width="382" height="401" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167339323752847698" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YTvLoyGVI/AAAAAAAAAIw/KgkvqyFtNuI/s400/Blumenpfluecken+auf+der+Ottowaldswiese+Juni+1954085.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Juli '54 auf der Ottowaldswiese, die ich wunderschön fand&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich pflückte gerne Blumen für meine Mutter, vor allem auch später auf der Wiese beim Tennisplatz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Unsere regelmäßigen Spaziergänge zur &lt;strong&gt;Wartburg&lt;/strong&gt; waren für mich etwas besonders herrliches. Ich war immer sehr stolz auf "meine Burg", zu der so viele Touristen kamen. Sie gingen auch quer über den Spielplatz, vom Bachhaus kommend, um über die Burgstraße zur Burg zu laufen. Unsere kleine Stadt hatte etwas, das die Leute sehen wollten und ich lebte da und konnte es immer sehen. Ich fühlte mich "privilegiert", natürlich kannte ich dieses Wort nicht, aber das Gefühl. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Burg war ungefähr eine halbe Stunde von der Wohnung in der Domstraße entfernt und der Weg dorthin war teilweise recht steil, vor allem der letzte Anstieg zur Burg. Es gab auch die Möglichkeit, zumindest an den Wochenenden, mit einem Esel hoch zu reiten, was mir aber nicht gefiel. Ich habe es einmal probiert und fand es eher beängstigend, da man auf dem Rücken des Esels herumschaukelte. Außerdem roch der Esel stark. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Eselsritt zur Wartburg, mit dem Besuch aus Gera, Eva und Tante Jutta Buschendorf, Juli '53&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167299264592877778" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7XvTboyGNI/AAAAAAAAAHw/5wyXpNDDSDU/s400/Ritt+zur+Wartburg+und+Tante+Jutta+und+Eva+aus+Gera++Juli+1953080.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Wartburg Terrasse mit Cafe&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167317097297090802" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7X_hboyGPI/AAAAAAAAAIA/HsWee_d4Gpk/s400/Wartburg+Terrasse082.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir gingen oft später am Tag oder gegen Abend hoch, denn da waren die Touristen meistens weg und wir hatten die Burg "für uns".&lt;br /&gt;Ich wollte immer auf den Südturm der Burg steigen, weil man von dort oben eine herrliche Aussicht hatte. Oder wir gingen auch ab und zu ins Cafe der Burg und saßen auf der Terrasse und aßen Eis.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Auf der Terrasse und auf dem Turm der Wartburg, 1951 und '52&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167302077796456674" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7Xx3LoyGOI/AAAAAAAAAH4/7OM6QbcVF54/s400/1951+und+52+auf+er+Wartburg081.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Tante Ursel besuchte uns im August 1952, ein Sommer mit vielen Gästen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167321628487588098" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YDpLoyGQI/AAAAAAAAAII/8ShIfjfd7y4/s400/Mit+Tante+Ursel++auf+der+Wartburg++Aug+52083.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wie meine Patentante Ursel Frank auf die Wartburg kam mit nur einem gesunden Bein und einem Holzbein, ist mir nicht klar. Ich werde sie fragen. Sie war damals 28 Jahre alt, ich viereinhalb.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Wie sie mir nun am Telefon sagte, konnte sie durchaus zur Burg laufen, sicher langsamer als andere Leute, aber sie war jung und kräftig und wanderte auch später immer noch mit ihren Eltern im Bergischen Land. Ich kann sie nur bewundern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Ein Ausflug im Juni 1954 zum Forsthaus Kissel und Alexanderturm, wo es sehr stürmisch war&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167338301550631234" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YSzroyGUI/AAAAAAAAAIo/LWAveD7lpTI/s400/Auf+dem+Alexanderturm+Juni+1954087.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5167337610060896562" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YSLboyGTI/AAAAAAAAAIg/GpxkmHy-q64/s400/Am+Forsthaus+Kissel+Juni+1954086.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;und hier beim Forsthaus war es wieder schöner&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ausflüge zum Zweck des Beerensammelns wurden im Sommer und frühen Herbst gemacht. Himbeeren reiften im Hochsommer und Blaubeeren (oft auch Heidelbeeren geannt) Ende August etwa. Diese Beeren waren eine wichtige Ergänzung unseres eher mageren Obstverzehrs. Ich mochte wilde Himbeeren, aber manchmal fand ich eine Beere, in der eine kleine Raupe steckte und das erschreckte mich immer sehr. Ich warf sie dann sofort weit weg, es ekelte mich davor oder ich war einfach erschrocken, etwas lebendiges in der schönen Beere zu finden. Blaubeeren hatten dieses "Problem" nicht, die konnte man einfach in den Mund stecken, ohne sie erst zu untersuchen. Ich hatte zwar auch eine kleines Gefäß, um Beeren für den späteren Genuß zu sammeln, aber viele endeten doch gleich im Mund, da sie zu gut schmeckten. Von den Blaubeeren waren meine Hände und die Lippen blaurot und die Zunge blau wie mit Tinte gefärbt. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Diese deutschen Blaubeeren sind mir immer noch in allerbester Erinnerung. Da die amerikanischen Blaubeeren innen heller sind und erst beim Kochen diesen schönen blauen Saft produzieren, sind sie nicht mit den erinnerten Beeren zu vergleichen, aber ich habe mich an sie gewöhnt und esse im Sommer so viele wie nur möglich. Wir sammeln sie allerdings nicht im Wald, sondern kaufen sie im Laden. Sie kommen von Plantagen. Die hiesigen wilden Blaubeeren sind auch nicht so süß und nur in den höheren Lagen der Berge zu finden. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Im übrigen gab es auch wilde Erdbeeren beim Tennisplatz, von dem noch im Detail zu sprechen sein wird. Ich graste immer alle Stellen rund um die Tennisanlage ab, da ihr Geschmack so wunderbar war. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Einen Ausflug im Sommer 1951 möchte ich noch erwähnen, da er mit der Pferdekutsche gemacht wurde. Die Tante meine Vaters war aus Gera zu Besuch. Ich glaube, Tante Lotte bezahlte für die Kutsche und so machten wir einen größeren Ausflug über den Vachaer Stein, Unkeroda, Wilhelmstal, Hohe Sonne und die Weinstraße. Wir waren zu sechst, meine Eltern, ich, die Großmutter Förstermann, Tante Lotte und Manfred, der Sohn einer Cousine meines Vaters. Manfred war 12 Jahre alt und ich noch nicht vier. Manfred und ich sollten wohl zusammen spielen, aber der Altersunterschied war doch zu groß. Wir waren beide gelangweilt, das kann man auf dem Bild sehen. &lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Droschkenfahrt mit der Verwandtschaft, August 1951&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5171037685731695042" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R8M3YLoyGcI/AAAAAAAAAJo/lfP3SrUiwuA/s400/Droschkenfahrt+mit+Tante+Lotte++Manfred+Foe+und+Familie+Aug+51098.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5171037913364961746" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R8M3lboyGdI/AAAAAAAAAJw/9Z3j3-ERr0c/s400/Droschkenfahrt+mit+Tante+Lotte++Manfred+Foe+und+Familie+Aug+51097.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Aber ich nehme doch an, das die Kutschfahrt selbst mir gefallen hat. Auf dem Bild unten sehe ich glücklicher aus.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5171094039997585906" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R8NqoboyGfI/AAAAAAAAAKA/j3QotsGz7HA/s400/Droschkenfahrt+mit+Tante+Lotte++Manfred+Foe+und+Familie+Aug+51099.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Manfred Förstermann habe ich vor einigen Jahren Kontakt aufgenommen. Wir hatten uns ja nur einmal gesehen und dann nie wieder. Jetzt hören wir öfter voneinander und telefonieren auch ab und zu.&lt;br /&gt;Ich möchte noch bemerken, dass ich auch später mit meiner Mutter oder beiden Eltern in Frankfurt Ausflüge in den Taunus gemacht habe, auch mit Freunden, die gerne wanderten. Es war ein wichtiger Teil meines Lebens.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch hier in den USA haben mein Mann und ich diese Tradition zusammen weitergeführt, sind bis 1996 noch regelmäßig gewandert. Dann verletzte ich meinen linken Fuß und seitdem ist es vorbei mit dem Wandern. Aber da wir ein Ferienhäuschen 160 km östlich von Portland, auf der "trockenen Seite" der Cascades, der Berge hier, haben, kann ich wenigstens ein bißchen auf unserem Grundstück laufen und wir fahren auch Fahrrad in der Gegend und können unserem Interesse an der Natur auf diese Weise nachgehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright: Gisela Förstermann 2008&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-8665935361794373149?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/8665935361794373149/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=8665935361794373149' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/8665935361794373149'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/8665935361794373149'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/02/ausfluege-zu-fuss-und-mit-dem-fahrrad.html' title='Ausflüge zu Fuß und mit dem Fahrrad'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7YNVboyGRI/AAAAAAAAAIQ/HrvDE7jctRk/s72-c/Mit+Zinns+auf+der+Ottowaldswiese+1954084.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-198093860852859089</id><published>2008-02-11T07:58:00.000-08:00</published><updated>2011-02-15T13:43:32.545-08:00</updated><title type='text'>"Sommergewinn" und andere Jahrmärkte</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Auf&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;dem Sommergewinn Jahrmarkt, März 1953&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165830093719869458" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7C3GboyGBI/AAAAAAAAAGQ/xgbSO7Ejc58/s400/Sommergewinn+1953067.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Jedes Jahr, wenn sich der Februar seinem Ende näherte und der Schnee langsam aber sicher immer mehr zu Wasser wurde, konnte man auch bald an das kommende "Sommergewinn" denken. Es fand und findet immer noch am 20. oder 21. Maerz statt, dem offiziellen Beginn des Frühlings. Freilich war es zu dem Zeitpunkt oft noch recht kühl und unwirtlich. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;(Hier hat sich ein Irrtum meinerseits eingeschlichen, den Karin Roehler (ehemals Husemeyer) gerade (Febr. 08) berichtigte: Das Sommergewinn findet immer 3 Wochen vor Ostern statt, ist also "beweglich". Ich hatte davon keine Ahnung, bin immer davon ausgegangen, dass es am Frühlingsanfang stattfindet. Dieses Jahr also schon am 1. März, wie sie mir sagte. Danke, Karin.)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir gingen in den frühen Fünfziger Jahren noch regelmäßig zum Umzug, der durch die Georgenstraße von der Weststadt zum Markt führte. Dort fand dann das "Streitgespräch zwischen dem Winter und der Frau Sonne" statt. Eine Strohpuppe der Figur des Winters wurde in einer mittelalterlich anmutenden Zeremonie spaeter am Nachmittag auf dem Jahrmarkt in der Katharinenstraße verbrannt.&lt;/p&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Kind auf der rechten Seite des Fotos, auf der Schulter des Vaters sitzend, bin ich &lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165845216299718722" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7DE2royGEI/AAAAAAAAAGo/Wmeb8-LBkas/s400/Sommergewinn+1953+Verbrennen+des+Winters070.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Wir gingen zu den Zinns, die einen Laden direkt am Markt hatten und auch im selben Gebäude wohnten. Sie waren Mitglieder im Tennisclub und luden alle ein, die ein Interesse hatten, den Umzug von ihren Fenstern aus von oben zu sehen. Auf diese Weise waren wir weniger dem möglicherweise kalten Wetter ausgesetzt, aßen auch Kuchen, der angeboten wurde und amüsierten uns sehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165831914786002978" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7C4wboyGCI/AAAAAAAAAGY/iDTybGZQvwg/s400/Sommergewinn+1954068.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Festwagen des Winters&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;Das Sommergewinn hat angeblich germanische Wurzeln, aber es wurde erst seit ca 1700 wieder belebt und zwar von "armen Leuten vor dem Georgentor. Vom Ende des 19. Jahrhunderts an entwickelte sich in Eisenach das alte Frühlingsfest mit dem Winteraustreiben und der Frau Sunna bis heute zu einem der letzten deutschen Feste dieser Art. &lt;/div&gt;Seit 1897 ziehen die Festzüge des Sommergewinns alljährlich durch den Ehrensteig mit seinem farbenfohen Häuserschmuck." (aus: Eisenach Stadtführer, Herausgeber Eisenach Information, Hitzeroth Verlag, 1990)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165838791028643890" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7C_AroyGDI/AAAAAAAAAGg/BWqYXijSnW4/s400/Sommergewinn+1954069.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Festwagen von Zinns aus gesehen&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;Nach dem Umzug ging die ganze Familie und auch einige der Freunde zur Katharinenstraße, wo der zum Sommergewinn gehörende Jahrmarkt aufgebaut war. Das war für mich der interessanteste Teil. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Auch dort kannten meine Eltern eine Frau vom Tennisclub, Frau Seedorf, die mit ihrem Sohn in einem Haus direkt am Jahrmarkt wohnte und die netterweise alle möglichen Freunde eingeladen hatte. (Auch sie hat in den Fünfziger Jahren die DDR verlassen, wie Karin mir bestätigte.) Es gab Berge von flachen Hefekuchen mit Obst oder Streuseln, Mohn oder anderen guten Dingen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich ging dann mit meinem Vater hinunter zum Jahrmarkt, um mir die Buden und Karussells anzuschauen, während meine Mutter mit den Damen Kaffeeklatsch hielt.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Auf dem Karussell, was mir wohl ein bisschen unheimlich war&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165824076470687714" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7CxoLoyF-I/AAAAAAAAAF4/Z4-FpXShpdM/s400/Sommergewinn+1953063.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Riesenrad, auf das ich nie wollte, aber es sah schön aus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165825068608133106" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7Cyh7oyF_I/AAAAAAAAAGA/ghfUurDAMQA/s400/Sommergewinn+1953064.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Luftschaukel, auch Schiffschaukel genannt, die ich sehr liebte und später oft auch allein benutzte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165825626953881602" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7CzCboyGAI/AAAAAAAAAGI/dpP6YsKn4TY/s400/Sommergewinn+1953065.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Das Sommergewinn war jedes Jahr wieder aufs neue schön für mich. Es gab Zuckerwatte, Thüringer Rostbratwürste und andere ungesunde Dinge, die wir alle gerne aßen. Vor manchen Buden standen Losverkäufer und ab und zu gewann ich ein kleines Spielzeug, so auch auf dem Foto oben, auf dem ich so glücklich grinse. Ich kaufte mir auch manchmal Murmeln auf den Jahrmärkten, vor allem die schönen Glasmurmeln.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Später, als ich schon zur Schule ging, machte ich auch alleine nachmittägliche Ausflüge in die Katharinenstraße zum Jahrmarkt. Ich ging auf die Schiffschaukel, manchmal mit einem anderen Kind, oft allein und fand das ganz himmlisch. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Natürlich gab es auch junge Männer, die mit der Schaukel Überschläge machten, also so stark in der Schaukel in Gang kamen, dass die Schaukel sich völlig um sich selber drehte. Sie standen dann für eine Sekunde "auf dem Kopf", bevor sie sich überschlugen nach der anderen Seite. Das war gewagt, aber auch an bestimmten Schaukeln erlaubt, die keine Hemmschwelle eingebaut hatten. Wir Kinder fanden das sehr abenteuerlich und bewunderten diese Kerle. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Karusselfahren war nicht meine Sache, mir wurde nur schwindlig davon, aber ich guckte gerne zu, auch vor dem Riesenrad stand ich gerne, aber das auszuprobieren, ging über meine Kräfte. Ich war nicht bereit, einen Fuß in dieses unheimliche Ding zu setzen. Ich erwartete, dass mir schlecht würde. Da das Rad sich aber ziemlich langsam drehte, wäre das bestimmt nicht passiert, aber ich war ängstlich, wenn es um solche von der Erde abgehobenen Dinge ging. Nur einmal im Leben, in Frankfurt, drehte ich ein paar Runden auf einem Kettenkarussell, was mir ganz gut gefiel und mir wurde auch nicht übel.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Meine Eltern ermutigten mich auch nicht, Karussell zu fahren. Eigentlich schade, aber ich hatte meine "Prioritäten", die Schiffschaukel, die Buden anzuschauen, der Drehorgelmusik der Karussells zuzuhören und die ganze Stimmung des Jahrmarktes mit Gerüchen und Geräuschen in mich aufzunehmen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Das Sommergewinn wurde schon gegen Ende der Fünfziger Jahre zunehmend zum politischen Instrument fuer die SED. Einige Festwagen hatten immer häufiger politsche Themen. Die Jungen Pioniere marschierten mit, die Partei bestimmte mehr und mehr die Inhalte. Es ging nicht mehr nur um das Ende des Winters, den Frühling und Sommer, sondern um die krampfhafte Einführung von politischen Parolen. Es wurde langweiliger. Der Jahrmarkt blieb zum Glück der gleiche, nicht aber der Umzug.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich glaube, wir gingen nicht mehr so oft zu dem Umzug in den letzten Jahren in Eisenach, ich ging aber allein auf den Jahrmarkt.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Der folgende Text aus dem Heftchen zum Sommergewinn 1968 zeigt, dass der Klassenkampf usw. nie weit entfernt war. Er wurde überall eingewoben, egal, ob zum Thema passend oder nicht. Das hatte schon früher als 1968 begonnen, es war auch sicher dominierender geworden, aber es war schon zu unserer Eisenacher Zeit sichtbar.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich kann mich erinnern, dass die Erwachsenen bei den Zinns Witze darüber machten. Es wurde nicht ernst genommen, allerdings nicht unbedingt in der Öffentlichkeit, wenn Fremde hören konnten, was man sagte.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165860098361399394" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7DSY7oyGGI/AAAAAAAAAG4/xunHKfZPkPI/s400/Sommergewinn+Grussadresse+1968071.jpg" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Die anderen Jahrmärkte, die regelmäßig auf dem Marktplatz bei der Georgenkirche und dem Rathaus stattfanden, waren für mich ebenfalls herrliche Gelegenheiten, meiner Freude daran zu frönen. Sie waren kleiner als der Sommergewinnsmarkt, aber näher und immer voller interessanter Dinge und Gestalten. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich erinnere mich besonders an einen Stand, der einer stattlichen Frau gehörte, die immer irgendwelche Haushaltsmittelchen zum Putzen oder Geräte zum schneiden von Gemüse etc. anpries. Sie stand unter einem grossen Schirm vor ihrer Ware und zeigte, wie man sie benutzte. Immer hatte sie eine größere Gruppe von Zuhörern, vor allem auch Männer, die ihr Scherze zuriefen, die ich meistens nicht verstand und die sicher anzüglich waren. Sie aber hatte einen grossen Mund und gab es ihnen schlagfertig zurück. Sie war witzig und hatte eine laute Stimme, ein richtiges Marktweib der alten Schule. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich war begeistert, sie immer wieder anzutreffen und ich glaubte, sie erkannte mich auch oder zumindest bildete ich mir das ein. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Einmal gab es auch einen Stand mit "Türkischem Honig". Mein Vater war wohl mit mir auf dem Markt und kaufte mir ein Stück, eingewickelt in Papier und wahnsinnig klebrig und süß. Er hatte das schon als Kind gekannt und dachte, ich mochte es auch. Das Zeug tropfte aber überall hin und verklebte die Hände, die Kleidung, die Zähne, einfach alles, obwohl mir die Farben des "Honigs" gefielen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Dieser Stand war auch nur einmal auf dem Jahrmarkt, sicher zur Erleichterung vieler Mütter.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Dann gab es noch Stände, bei denen man 4 oder 5 Ringe über ausgestellte Preise wie z.B. Weinflaschen oder Plüschtiere der billigsten Art werfen konnte. Diese Reifen mußten über diese Preise fallen und nicht daneben, dann konnte man den Preis gewinnen. Ich weiss nicht mehr, ob mir das verlockend genug erschien, um 20 Pfennige auszugeben, aber zugeschaut habe ich, ob andere etwas gewinnen würden und es auch vielleicht einmal probiert, natürlich, ohne zu gewinnen. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Lose habe ich auch gekauft, da waren die Chancen für einen Gewinn zwar auch nicht viel besser, aber es war einfacher und die Preise waren niedriger por Los.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich habe solche und auch andere Arten von Märkten, Weihnachtsmärkte, Gemüsemärkte, Jahrmärkte, was auch immer nach Markt aussah, immer gerne besucht. Sie hatten etwas exotisches, das mich sehr anlockte. Als ich dann 1970/'71 in Asien war, habe ich viele der orientalischen "Basare" besucht und dann später in Frankfurt auch noch von diesen geheimnisvollen Orten geträumt. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Selbst hier in Amerika gibt es wieder mehr Märkte, Farmers Markets, die ich im letzten Jahr hier in Portland wiederentdeckte. Sie sind bunt, lebendig und haben Vielfalt und gute Qualität an Obst und Gemüse, Brot, Käse, Fisch usw. Ich gehe aber nicht nur wegen des Einkaufens dorthin, sondern wegen der Unterhaltung, des Leute-Beobachtens, wegen des "Exotischen", das Märkte für mich haben.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright: Gisela Foerstermann 2008&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-198093860852859089?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/198093860852859089/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=198093860852859089' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/198093860852859089'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/198093860852859089'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/02/sommergewinn-und-andere-jahrmaerkte.html' title='&quot;Sommergewinn&quot; und andere Jahrmärkte'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R7C3GboyGBI/AAAAAAAAAGQ/xgbSO7Ejc58/s72-c/Sommergewinn+1953067.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-3290308691727804520</id><published>2008-02-07T17:46:00.000-08:00</published><updated>2011-04-10T10:05:08.025-07:00</updated><title type='text'>Frankfurt am Main: Das Goethe Gymnasium</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 274px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428550262592610882" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1YVs78vokI/AAAAAAAAATE/2VjzGg6iQ5A/s400/Goethe+Gymnasium+Ffm+1960207.jpg" /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das 1959 gebaute neue Goethe Gymnasium. Das alte Gebäude war im Krieg zerstört worden&lt;/strong&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Es mußte bis zum Herbst 1960 eine Schule, d.h. ein Gymnasium, für mich gefunden werden Meine Mutter machte sich kundig und fand das Goethe Gymnasium im Westend der Stadt, wo man auch Russisch lernen konnte, das ich ja schon für mindestens ein Jahr in Eisenach gelernt hatte. Ich wollte das auch weiter machen. Und ich wollte auf keinen Fall auf ein Mädchengymnasium, denn ich war an gemischte Klassen gewöhnt. Wir hatten ein Gespräch mit dem Schulleiter und kamen überein, dass ich in die Quinta kommen würde, obwohl ich dann ein Jahr Englisch nachholen müßte, das schon in der Sexta unterrichtet wurde, die ich ja versäumt hatte. Ich war sowieso schon älter, da ich wegen meines Geburtsdatums im Oktober erst mit fast sieben Jahren 1954 in die Eisenacher Schule gekommen war. Ich wollte nicht mit noch Jüngeren in der Klasse sitzen. Allerdings war die sechste Klasse der Eisenacher Schule viel weniger anspruchsvoll gewesen als die im Gymnasium in der Großstadt Frankfurt. Die Quarta, also die siebte Klasse, wäre auf jeden Fall zu schwer für mich gewesen. Nun kam ich also in die Quinta (d.h. die 6. Klasse) des Gymnasiums, denn sonst hätte ich zwei Jahre Englisch nachholen müssen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 275px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428550620569426194" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1YWBxhEWRI/AAAAAAAAATM/n5HZ26FUpgs/s400/Goethe+Gymnasium+Ffm+1960208.jpg" /&gt; &lt;strong&gt;Der Schulhof der Schule&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Mir gefiel übrigens die moderne Architektur des Gymnasiums damals sehr. Die alte Goethe Schule in Eisenach erschien dagegen eher wie eine Kaserne oder ein Gefängnis auszusehen. Aber innen im Gymnasium herrschte nach wie vor der alte Drill, trotz moderner Architekur. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich fuhr in den ersten Monaten nach Schulgebinn von Niederrad aus mit der Straßenbahn zur Schule, eine vielleicht halbstündige Fahrt, je nach Anschluß an eine Bahn, die vom Hauptbahnhof bis zur Schule in der Friedrich-Ebert-Anlage fuhr. Als wir dann im Nordend wohnten, mußte ich durch den Anlagenring zum Eschersheimer Turm laufen und von dort mit einer Bahn zum Bahnhof oder zur Hauptwache fahren und von da mit einer anderen Bahn zur Schule. Beide Strecken waren eine "Reise", verglichen mit den fünf Minuten zu Fuß zur Goetheschule in Eisenach. Es gab auch oft genug Männer, die mich "betatschten" oder Exhibitionisten in den Bahnen. Ich war nicht beherzt genug, mich gleich lautstark zu beschweren, das machte man damals nicht und so konnten diese ekligen Typen weiterhin ihr Unwesen treiben. &lt;/p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Frankfurter Hauptbahnhof &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 285px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428551954543947058" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1YXPa9YLTI/AAAAAAAAATU/I7kq-8ritoI/s400/Hauptbahnhof+Ffm+1960209.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt; &lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 276px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428552957237212674" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1YYJySFNgI/AAAAAAAAATc/gYG0n8dV7IU/s400/Frankfurt,+Bahnhofsplatz052.jpg" /&gt; &lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;Für einige Monate ging ich nach der Schule in den Kinderhort, der gegenüber vom Gymnasium im Gebäude der evangelischen Matheus Gemeinde war. Allerdings war die Betreuung langweilig und dann auch höchst unangenehm für mich. Der Sohn der Betreuerin war sehr aggressiv und schlug mich mit einem Schlüsselbund an einem Strick an die Beine. Er war, glaube ich, etwas jünger als ich und völlig außer Kontrolle. Meine Mutter arrangierte dann, dass ich zu ihr zum Arbeitsamt kommen konnte nach der Schule. Sie hatte ja relativ schnell eine Stelle als "Schreibkraft" dort bekommen. So fuhr ich nach der mißlungenen Hortzeit jeden Tag nach dem Unterricht mit der Straßenbahn zum Arbeitsamt, um dort mit meiner Mutter in der Kantine zu Mittag zu essen. Dann lief ich langsam oder schneller, je nach Laune, nachhause, hörte Radio, oft den amerikanischen Soldatensender AFN (!) und machte Hausaufgaben, sofern ich Lust dazu hatte. Meine Klassenlehrerin Frau Schmidt in der Quinta fand einen Tutor, er hieß Hartmut S. und war ein Schüler in einer höheren Klasse, der mich ins Englische einführte. Es kostete, glaube ich, 1,50 DM pro Stunde, die Schule trug die Kosten. Ich hatte erst einmal größere Schwierigkeiten mit der englischen Aussprache der Konsonanten th, r und l, etc. und die Ungeduld des nicht gerade freundlichen älteren Schülers halfen mir ganz und gar nicht. Er trommelte immer mit den Fingerspitzen an die Fensterscheibe, eine Angewohnheit, die mich sehr nervös machte. Ich weiß nicht mehr, wie lange dieser einstündige Unterricht nach der Schule dauerte, ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr. Aber ich stieg nach und nach in den eigentlichen Englisch Unterricht bei Frau Schmidt ein und es wurde leichter für mich. Sie war eine nette, ältere Frau, die dann leider in Rente ging. Den ehemaligen Tutor sah ich viel später in den Siebziger und Achtziger Jahren öfters in der Leipziger Straße im Stadtteil Bockenheim , als ich studierte und dann auch dort wohnte. Er hatte immer noch den gleichen, kalten Blick und war wohl Anglist an der Universität. Natürlich gab es kein Wort des Erkennens, wie das so bei den Deutschen üblich ist, die sich nicht "grün" sind. Wir bekamen in der Quarta einen neuen Klassenlehrer, Herrn Dr. Bernstein, der auch unser Englischlehrer war und mit dem ich ganz gut zurechtkam. Auch meine Noten waren nicht schlecht. Er hatte wohl den Krieg in England verbracht und war dann wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Er war neben Herrn Hebel, dem Deutschlehrer, einer der nettesten Lehrer. In dem Schuljahr kam auch Latein in den Stundenplan und machte mir das Leben an der Schule wieder etwas schwerer. Der Lehrer war streng, aber anständig und fair, bloß die lateinische Grammatik war es meiner Meinung nach nicht. Insgesamt war der ganze Unterricht in allen Fächern natürlich viel schwieriger und anspruchsvoller als in der Goethe Schule in Eisenach. In meiner Klasse gab es einige Schüler, die mir wie kleine Professoren vorkamen. Einer besonders, Stefan S., Sohn eines Arztes oder eines Rechtsanwaltes, konnte ganze Vorträge halten wie ein Erwachsener. Zumindest war das mein Eindruck. Es imponierte mir, schüchterte mich aber auch sehr ein. In Eisenach war ich eine gute Schülerin gewesen, ging gerne in die Schule und war beliebt. Hier, im "goldenen Westen" sah das nun alles ganz anders aus. Zu den Lehrern ist noch zu sagen, dass relativ viele Kriegsveteranen waren und sich das auf ihre Pädagogik auswirkte. Einige waren sehr jähzornig und in pädagogischer Hinsicht natürlich völlig unbedarft. &lt;br /&gt;&lt;p&gt;Der Mathematiklehrer in der Quinta und vielleicht auch in der Quarta, ein Herr Dr. Reiz, war ein sehr korrekt gescheitelter, grauhaariger und sehr strenger Lehrer, der des öfteren den Zeigestock benutzte, um damit unaufmerksame Schüler leicht oder auch weniger leicht am Kopf anzustoßen. Von ihm ging das Gerücht um, dass er jeden Tag von Oberursel, schon fast im Taunus, zur Schule lief. Er trug oft einen grauen Kleppermantel, passend zu seiner ganzen grauen Erscheinung. Mit solchen gestrengen Lehrern hatte ich bisher nichts zu tun gehabt, dementsprechend war ich ängstlich, auch weil das vieles über meinen Kopf hinwegging und ich vollkommen überfordert war. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In Eisenach gab es viel mehr Lehrerinnen, was aber sicher damit zu tun hatte, dass es eine Grundschule war. Außerdem wurden die Lehrer in der DDR nach ihrem politischen Standpunkt und ihrer Vergangenheit in der Nazizeit ausgesucht und dann kurz ausgebildet, um den Bedarf für neue Lehrer zu decken. Am Gymnasium in Frankfurt hatte ich nach Frau Schmidt in der Quinta nicht eine einzige Frau als Lehrerin, höchstens im Sport. In der Untertertia kam Französisch hinzu, nun waren meine Kapazitäten für Fremdsprachen erschöpft. Ich "baute ab". Ich mußte aber nur ein Jahr Französisch nehmen, es war kein Pflichtfach mehr. Ich hatte genug zu tun mit den anderen Fächern. Hinzu kam, dass die Klasse selbst von Anfang an sehr stark von "Klassenunterschieden" geprägt war. Die Hälfte der Kinder in der Klasse kamen aus wohlhabenden Familien, wohnten im Westend, einem sehr bürgerlichen, immer noch elegantem Viertel mit Häusern der Jahrhundertwende in schönen Straßen mit großen, alten Bäumen. In der anderen Klassenhälfte befanden sich Mittelschichtkinder und Arbeiterkinder, die meisten von ihnen wohnten nicht im Westend. Ich gehörte auch zu diesen Kindern, die zu dieser Schule entweder wegen besonderer Begabung gingen, oder weil sie aus der DDR kamen und an der Schule Russisch weitermachen konnten, falls sie das wollten. Am Tag der Einschulung wurden noch zwei oder drei andere Kinder in dieselbe Klasse eingeführt und vorgestellt. Unter ihnen waren Zwillinge, Susanne und Doris E., die von einer anderen Schule in Frankfurt zum Goethe Gymnasium gekommen waren. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Meine "Oststrickjacke". Das Foto wurde noch vor der Flucht aus Eisenach gemacht. &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Damals wußte ich wohl schon, dass wir in den Westen gehen würden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 277px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5442735622082916994" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4h7NiCd8oI/AAAAAAAAAV8/GO1l2MzmM3A/s400/noch+in+Eisenach+1960++mein+Geburtstag+1963+od+64240.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ich weiß nicht mehr genau, ob folgende Begebenheit gleich nach dieser Vorstellung in der Klasse passierte, oder einige Tage später. Jedenfalls machte mich Susanne darauf aufmerksam, dass ich besser aussehen würde, wenn ich meine Ärmel meiner bescheidenen DDR Strickjacke, die ich zu Rock und Bluse trug, doch hochziehen würde bis zum Ellenbogen. Das sei viel schicker. Ich war baff und war mir sofort bewusst, dass Aussehen und Kleidung im Westen eine wesentlich größere Rolle spielten als im kleinen Eisenach in der DDR. Ich fühlte mich verunsichert und auch verletzt, so, als würde ich als Person, besonders als jemand aus der DDR, nicht anerkannt und vielleicht gar abgelehnt. Es war eine schmerzliche Erfahrung, die ich bis jetzt nicht vergessen habe. Susanne mag es gut gemeint haben und wollte mir mit ihrem Modehinweis sicher helfen, so aber hatte ich es nicht aufgefasst. Wir waren trotz allem eine Zeit lang befreundet, sie war eigentlich nett, lustig und hübsch dazu, im Unterricht verträumt und irgendwie abwesend, im Gegensatz zu ihrer Schwester. Später wurde unsere Klasse geteilt und wir verloren ein bißchen den Kontakt zueinander. Viele Jahre später trafen wir uns immer mal auf der Straße und sie war immer sehr elegant, im Gegensatz zu mir; so empfand ich es jedenfalls. Sie war Fotografin geworden. Und sie nähte ihre Kleidung selbst, was ich fast nicht glauben konnte. Noch einmal wurde ich von ihr auf mein mangelndes Modebewusstsein hingewiesen, als 1988 meine Mutter gestorben war und mein Mann und ich von Portland nach Frankfurt flogen. Susanne hatte mich per Brief gefragt, ob ich für ein paar Fotos zur Verfügung stehen würde, die sie für eine Broschüre brauchte. Sie würde mich auch dafür bezahlen und natürlich sagte ich zu. Als sie mich dann traf, gab sie mir zu verstehen, dass meine Jacke und mein ganzes Aussehen ihr für das Foto nicht genügten. Ich war offensichtlich nicht schick genug für diese Gelegenheit. Da ich dabei war, die Asche meiner Mutter zu begraben, schien mir ihre Kritik besonders verletzend. Mein Mann hat dann meine Rolle für ihre Fotos übernommen. Er war offensichtlich schicker als ich. (Wir hatten für einige Jahre E-mail Kontakt, vielleicht seit 1998, und ab und zu führten wir Telefongespräche, wir waren uns also nicht so fremd geworden. Sie war die einzige "Ehemalige" vom Goethe Gymnasium, zu der ich noch Kontakt hatte. Ich habe allerdings seit einiger Zeit nichts mehr von ihr gehört, aber wer weiß, ob das etwas mit dem oben im Blog Veröffentlichten zu tun hat. ) &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wie gesagt, spielten schon damals Kleidung und Aussehen an dieser Schule eine Rolle und ich konnte nie mithalten und hatte auch gar kein Interesse daran. In den ersten ca. zwei Jahren ich ich mit einer polnischen Klassenkameradin befreundet. Therese P., die mit ihrer Familie von Polen nach Israel ausgewandert war und dann nach Deutschland kam, wohnte auch im &lt;img class="gl_video" border="0" alt="Add Video" src="http://www.blogger.com/img/blank.gif" /&gt;Nordend und ich verbrachte häufig Nachmittage mit ihr. Sie gab mir viele israelische Briefmarken und wir verstanden uns recht gut. Sie war sehr klug und hatte im Gegensatz zu mir keinerlei Schwierigkeiten in der Schule, im Gegenteil, sie hatte in allen Fächern gute Noten und wechselte nach und nach zur anderen Klassenhälfte rüber. Sie war im Westen "angekommen", während ich mit Heimweh kämpfte und die Schule eigentlich hauptsächlich haßte. Ich muß gestehen, dass ich meine negativen Gefühle an einer Mitschülerin ausließ, die ein bißchen eigenartig war. Sie war schüchtern, unsicher, hatte ein fliehendes Kinn und leckte andauernd über ihre Lippen, wenn sie nervös war. Sie hieß wie ich, Gisela, wurde aber von allen Lieschen gerufen, ihr Nachname war Müller. Und ein "Lieschen Müller" war mehr oder weniger eine Beleidigung, nämlich für ein unbedarftes, bescheidenes, vielleicht sogar dummes Mädchen. Sie hatte sich ganz am Anfang um mich gekümmert, als ich ganz neu in der Klasse war. Vermutlich tat sie das auch, weil sie isoliert war und oft gehänselt wurde. Sie suchte eine Verbündete, fand sie aber dann doch nicht in mir , weil ich selber eine Außenseiterin war, das aber nicht sein wollte. So ahmte ich sie nach, machte mich lustig über sie und und habe sie "gemobbt", wie das heute heißt. Gleichzeitig wollte ich aber auch von ihr abschreiben, denn sie war in Mathematik und vielleicht auch in anderen Fächern besser als ich. Ich saß eine Zeitlang neben ihr. Sie ließ das nicht zu und das vollkommen zu Recht, ich war ja richtig fies zu ihr. Als wir einmal im Schullandheim waren, ging mein "mobbing" anscheinend selbst einigen anderen Mitschülerinnen zu weit. Entweder sagten sie etwas nur zu mir oder auch zum Lehrer. Möglicherweise drohten sie, dass sie es dem Lehrer sagen würden, wenn ich nicht damit aufhören würde. Das war eine seltene Unterstützung für einen "underdog" und ich habe auch daraus gelernt und sah ein, dass ich damit aufhören müßte. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Meine Schwierigkeiten im Unterricht fingen schon früh an, im Musikunterricht. Einige Schüler spielten Flöte, alle hatten Noten gelernt und konnten sie auch lesen. Ich hatte das bisher nicht gelernt, war aber im Schulchor in der Goetheschuele in Eisenach gewesen und sang gerne. Hier im Gymnasium schien das wenig zu gelten, wichtiger war anscheinend die Theorie, die man beherrschen mußte. Es war wie Mathematik, meine größte Schwachstelle. Also mußte ich Nachhilfe in Musik bekommen. Es war lächerlich und aller Spaß am Singen verging mir. Es war nur Quälerei für mich. So ging es mit den Jahren immer weiter bergab in der Schule und mit den Noten. Ich war nur in Deutsch, Kunst, Biologie, Erdkunde, Englisch, Religion und vielleicht noch Sozialkunde gut. Wir hatten in der Obertertia einen neuen Klassenlehrer, Herrn Lortz, bekommen, einen Bayer aus Franken. Er war auch der Mathematiklehrer, der mich, so oft er konnte, mit meinem Nachnamen mit rollendem R aufrief. Es war wie beim Militär. Ich war total eingeschüchtert und unmöglich an der Tafel und bekam ständig Fünfen in Mathematik. Ich empfand ihn als richtigen Leuteschinder, so dass mein Vater sogar einmal mit ihm sprach und ihn wohl bat, mich etwas freundlicher zu behandeln, was aber zu nichts führte. In Mathematik, Latein, Chemie und Physik waren meine Noten katastrophal, zumindest vor meinem Abgang von der Schule mit der mittleren Reife. Ich sollte nur in die Obersekunda versetzt werden, wenn ich in den Kunstzweig gehen würde für die letzten drei Klassen vor dem Abitur. Diesem Zweig hing der Geruch der Dummheit an, vor allem deshalb, weil dort alle diejenigen landeten, die mit Mathematik, Physik, Chemie und Latein nicht zurechtkamen. Dies waren die "wichtigen, schwierigen" Fächer, Kunst war etwas für Dumme und "Sitzenbleiber". Man würde sozusagen ein Abitur zweiter Klasse, das "Abitur für Dumme" machen. So empfand ich es jedenfalls damals. Dieses Stigma wollte ich nicht auch noch ertragen müssen und lieber eine Lehre machen und, wie ich mich schon entschieden hatte, Buchhändlerin werden, als weiterhin in dieser Schule zu leiden und als schlechte Schülerin zu gelten. Das einzig Positive war, dass unser Deutschlehrer für mehrere Jahre, Herr Hebel, sehr gut war und mich an die Literatur heranführte, meine Aufsätze schätzte und mir öfter gute Noten gab und mich damit ermutigte. Er war dagegen, dass sich die Schule verließ. Er meinte, dass ich Bücher ja weiterhin lesen könnte, sie nicht unbedingt verkaufen müßte, um sie zu mögen. Damit hatte er schon recht, aber ich konnte und wollte an dieser Schule nicht mehr weitermachen. Er konnte weder mich, noch meine Eltern davon überzeugen, bis zum Abitur durchzuhalten. Drei Jahre waren eine lange Zeit, ich hatte die Nase voll. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Taunus, das Schullandheim in der Mitte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 279px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428594435605451922" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1Y94JPs1JI/AAAAAAAAAT0/LoRCX03_BC8/s400/Schullandheim+und+Taunus213.jpg" /&gt; Wenn man das alles liest, so muß man denken, dass es in meinen fast fünf Jahren am Goethe Gymnasium nur Unangenehmes gab und mir nichts Spaß machte. So stimmt das natürlich nicht, wenn auch in meiner Erinnerung das Negative zu überwiegen scheint. In den ersten zwei oder drei Jahren wurde jährlich eine Fahrt mit dem Bus zum Schullandheim bei Oberreifenberg im Taunus gemacht. Der Aufenthalt dort dauerte circa eine Woche. Ich weiß noch, dass ich eigentlich überhaupt nicht mitfahren wollte, aber dann überzeugte mich jemand, entweder meine Eltern oder ich mich selbst, es doch zu tun. Und so schrecklich, wie ich es mir vorstellte, war es nicht. &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Schullandheim des Goethe Gymnasiums im Taunus bei Oberreifenberg&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 408px; DISPLAY: block; HEIGHT: 258px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428588566571687170" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1Y4ihZAnQI/AAAAAAAAATk/4RGkVp74agA/s400/Schullandheim++Taunus214.jpg" /&gt; &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Natürlich gefiel mir gar nicht, dass wir zu acht in einem Zimmer schliefen. Als Einzelkind war ich solchen nächtlichen Trubel nicht gewöhnt und schlief sehr schlecht. Es gab aber eine Tischtennisplatte in einem Raum und ich spielte dort öfters mit einem der Jungen, weil die Mädchen nicht so recht spielen konnten. Wir machten Wanderungen und Ausflüge nach Oberreifenberg oder zum Feldberg. Das war zwar nicht der Thüringer Wald, aber immerhin waren wir in der Natur und die Luft war wesentlich besser als in Frankfurt. Der Taunus wurde dann auch ein Ausflugsziel für meine Familie, das war immerhin ein erfreuliches Ergebnis. &lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Im Landheim im März 1962, mit Gabi H. und Ingrid K.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 340px; DISPLAY: block; HEIGHT: 421px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5428591155684494946" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1Y65OlmzmI/AAAAAAAAATs/DRppDoTO02s/s400/Schullandheim+im+Taunus211.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;In einer Zelt Jugendherberge in Traben-Trarbach an der Mosel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 290px; DISPLAY: block; HEIGHT: 401px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5434165818392833698" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S2oJBTff7qI/AAAAAAAAAUE/ETqdbrGPqE0/s400/Traben+Trarbach+Mosel+1963.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;p&gt;In den weiteren Jahren machten wir Klassenfahrten nach Trier, Fulda und nähere Umgebung und in die fränkische Schweiz. Während der Fahrt nach Fulda fuhren wir auch nach Philipstal in der Nähe der DDR Grenze, um die deutsche Teilung aus nächster Nähe zu betrachten. Für mich war das ein sehr trauriger Ausflug, denn auf der anderen Seite der Grenze war Thüringen und Eisenach also nicht sehr weit entfernt. Mein Heimweh war heftig. Erstaunlicherweise wurde mir nie die Gelegenheit gegeben, über meine Erfahrungen als DDR- Flüchtling zu sprechen. Vielleicht signalisierte ich auch, dass das für mich zu schwer und zu emotional wäre. Jedenfalls gab es keine Diskussionen über persönliche Erfahrungen. Zu dem Zeitpunkt war ich wohl auch die einzige Schülerin aus der DDR in der Klasse. Zumindest nahm mein Lehrer Dr. Bernstein Rücksicht auf meinen Wunsch, einen Tag allein zu sein, während der Rest der Klasse einen anderen Ausflug machte. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Wir waren damals in der hübschen kleinen Fachwerkstadt Schlitz in Nordhessen und mir gefiel es dort sehr gut. Wir waren in einem Gebäude aus der Renaissancezeit untergebracht, das als Jugendherberge eingerichtet war. Es gab wunderschöne Türen mit Einlegearbeiten aus Elfenbein und Ebenholz, die ich sehr bewunderte. Das Städtchen muß mich wohl etwas an Eisenach erinnert haben, ich habe es bis heute noch vor mir als eine der positiven Schulerinnerungen. Mein Mann und ich haben in den späten achtziger Jahren Schlitz noch einmal besucht und ich hatte den Eindruck, dass es sich nicht verändert hatte . &lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Jugendherberge in Schlitz&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 406px; DISPLAY: block; HEIGHT: 258px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437084218470997970" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S3RnSi_Yn9I/AAAAAAAAAUM/pOc1SWY4VzE/s400/Schlitz+Jugendherberge+1962223.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Eine der Türen in der Jugendherberge&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 284px; DISPLAY: block; HEIGHT: 400px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437095068359296738" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S3RxKF-VhuI/AAAAAAAAAUc/XFu9LRDhZxY/s400/Schlitz+Jugendherberge+1962222.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ich fand auch in der Klasse einige Mädchen, mit denen ich mich anfreundete. Wir luden uns gegenseitig zum Geburtstag ein und verbrachten Nachmittage miteinander. Unter ihnen war auch Susanne E., die ich schon erwähnte. Sie wohnte zuerst in Bonames, einem nördlichen Vorort von Frankfurt. Trotz der Entfernung besuchte ich sie öfters. Ihre Familienverhältnisse waren denen in meiner Familie auch ähnlich. Ihr Vater hatte die Familie verlassen, bzw. die Eltern hatten sich getrennt und die Zwillinge hatten einen Stiefvater. Susanne war wohl die einzige, der ich damals von meinem Vater und seinen Affären und der Flucht erzählt habe. &lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Zu meinem Geburtstag 1962 oder 63 kamen Ingrid K., Gabi H., Tante Ursel und Therese P. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 413px; DISPLAY: block; HEIGHT: 401px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5442737881220810482" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S4h9RB-6hvI/AAAAAAAAAWE/DX8uZC1sTgQ/s400/noch+in+Eisenach+1960++mein+Geburtstag+1963+od+64241.jpg" /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Mit einem anderen Mädchen, Gabi H., die im Ostend wohnte, verband mich das Interesse an Filmen. Wir sahen einige der großen Hollywoodschinken, wie "Vom Winde verweht", "Westside Story" und "Lawrence of Arabia" und andere zusammen. Alle Mädchen in der Klasse waren von "Vom Winde verweht" begeistert, ich von Clark Gable, andere von Vivien Leigh, die Scarlett O'Hara spielte. Dann kamen Elvis Presley, die Beatles und andere Rockgruppen. Ich konnte mich dafür damals noch nicht begeistern, mir schien diese Musik primitiv und nur laut zu sein. Es dauerte Jahre, bis ich die Beatles schätzen lernte. Ich mochte die "Amimusik", die ich im AFN hörte und hielt außerdem zu Bach und Mozart, woran man sicher den Einfluss meiner Eltern erkennen konnte. Aber Bach war ja auch Eisenacher und ein Genie und Mozart war Salzburger und ebenso ein Genie. Eisenach und Salzburg waren meine beiden "Heimatorte", wörtlich und emotional gesehen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 393px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5581461704881750098" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/--BHp-V6Co2Y/TXVV2UbsQFI/AAAAAAAAAfQ/Ob4vZhcKIxI/s400/Ingrid%2BK%2Bund%2BClaudia%2BI%2Bbei%2B%2Buns%2Bzu%2BHause%2B1963%2Boder%2B64345.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Ingrid K., Gabi H. und Claudia I. bei uns, wahrscheinlich zu meinem Geburtstag, ca. 1963 oder 1964. Mein Vater schenkte Eierlikör ein. &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Während die meisten anderen Kinder in der Klasse in den Sommerferien entweder in die Alpen, nach Italien oder Spanien fuhren, fuhr meine Familie für lange Zeit immer nach Hallein, 15 km südlich von Salzburg in Österreich, wo es mir außerordentlich gut gefiel. Aber das ist ein anderes Kapitel. An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass im ersten oder zweiten Jahr in Frankfurt, vermutlich 1961, mein Vater wieder "in den Schoß der Familie" zurückkehrte, an den genauen Zeitpunkt kann ich mich nicht erinnern. Jedenfalls nahm ihn meine Mutter sozusagen wieder auf, möglicherweise hatte sie ihn auch darum gebeten, sich auch um mich zu kümmern oder wieder zurückzukommen, weil ich immer renitenter und schwieriger wurde. Dagegen spricht allerdings, das seine wesentlich jüngerer Geliebte und gleichzeitige Cousine einen Freund hatte, der wohl eines Tages in ihrer gemeinsamen Wohnung aufgetaucht war und mein Vater diese Situation vermutlich nicht ertrug. Ich war überhaupt nicht darüber erfreut, sträubte mich sogar sehr dagegen, aber nach und nach gewann er mich wieder zurück und ich akzeptierte es.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Die Ferien in Hallein bei Salzburg waren ein Teil dieses ''Familienpakets", ebenso der Sport, dass Tennisspielen und das Skilaufen im Taunus oder Wanderungen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meinen Erinnerung und Erfahrungen nach verbesserte die Rückkehr meines Vaters zwar nicht die Ehe meiner Eltern, gab mir aber möglicherweise eine gewisse Stabilität.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Was war sonst noch positiv an der Zeit im Goethe Gymnasium? Der Kunstunterricht zum Teil, Werkunterricht, auf alle Fälle der Deutschunterricht bei Herrn Hebel, ich fing an Thomas Mann zu lesen, ich mochte auch Biologie und Erdkunde. Und ich ging oft und sehr gerne nach der Schule ins Kino, um der Realität der Schule und des Elternhauses zu entfliehen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Copyright: Gisela Förstermann 2010&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-3290308691727804520?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/3290308691727804520/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=3290308691727804520' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/3290308691727804520'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/3290308691727804520'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/02/das-goethe-gymnasium-in-frankfurt.html' title='Frankfurt am Main: Das Goethe Gymnasium'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/S1YVs78vokI/AAAAAAAAATE/2VjzGg6iQ5A/s72-c/Goethe+Gymnasium+Ffm+1960207.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-5352422108578882087</id><published>2008-02-04T16:15:00.000-08:00</published><updated>2011-02-15T09:13:46.939-08:00</updated><title type='text'>Die Flucht in den Westen</title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64VcLoyF7I/AAAAAAAAAFg/Asxr2pg5Ktg/s1600-h/Karlsplatz+und+Nikolaikirche+und+Tor060.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165089396544903090" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64VcLoyF7I/AAAAAAAAAFg/Asxr2pg5Ktg/s400/Karlsplatz+und+Nikolaikirche+und+Tor060.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;strong&gt; Karlsplatz und Nikolaikirche und Nikolaitor in Eisenach&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Großeltern Förstermann auf ihrem Balkon und im Wohnzimmer&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165087158866941858" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64TZ7oyF6I/AAAAAAAAAFY/1vNE6AXZmIE/s400/Grosseltern+Foe+1970+und+Opa+1962058.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165086939823609746" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64TNLoyF5I/AAAAAAAAAFQ/xDWizKKSAag/s400/Kapellenstrasse+1++1984059.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Das Haus in der Kapellenstrasse &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Stadt und die Großeltern, die ich erst 1967 wiedersah&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;em&gt;Dieses Kapitel ueber die Flucht in den Westen wollte ich eigentlich erst später angehen, da mir auch ein bisschen davor graut und es noch viele andere Themen und Lebensbereiche gibt, die meine ersten 12 1/2 Jahre in Eisenach ausmachten.&lt;br /&gt;Da ich aber eine ehemalige Mitschülerin der Goetheschule in Eisenach mit Hilfe einer anderen "Ehemaligen" gerade erst wiederfand und von ihr einen langen Brief über ihre Flucht eine Woche vor dem Mauerbau 1961 und ihre ersten Jahre in der BRD erhielt, regte mich das sehr stark an, mich auch daran zu setzen und schon jetzt meine Erfahrungen aufzuschreiben. Daher der Themenwechsel.&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines schönen Morgens im Mai 1960 wachte ich auf und wunderte mich, warum es so still in der Wohnung war. Das schien ungewöhnlich, da meine Eltern um diese Zeit noch zu Hause waren, bevor sie zwischen 7:00 und 7:30 Uhr zur Arbeit gingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stand auf und bemerkte, dass anscheinend niemand in der Wohnung war. Dann guckte ich im Schafzimmer der Eltern in den Schrank und sah, dass das Fach mit den Hemden und der Unterwäsche meines Vaters leer war. Ich schaute im Wohnzimmer im Bufett in der Schublade nach, wo die Papiere meines Vaters waren. Nichts, alles weg. Scheinbar hatte ich es im Gefühl, dass irgend etwas nicht in Ordnung war, warum sonst hätte ich in den Schränken nachgeschaut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erschrak gewaltig, denn mir war sofort klar, dass mein Vater "abgehauen" war. Wo meine Mutter in dem Moment war, weiß ich nicht mehr, aber irgendwann bald tauchte sie auf. Aber ich fragte nicht, wo sie gewesen sei und wo der Vater denn sei. Wir vermieden jegliche "wirkliche" Kommunikation. Hatte sie gewußt, dass er plante, wegzugehen ? Ich habe es nie erfahren, aber auch nie gefragt. Das ganze Fluchtthema inklusive der Eheprobleme meiner Eltern war bis auf wenige Gespräche mit meinem Vater tabu.&lt;br /&gt;Wir fuhren an dem Morgen mit den Rädern ins Georgental zu einer Rotkreuz Übung, an der meine Mutter teilnehmen mußte, da sie als "Schreibmaschinenkraft" beim Roten Kreuz in der Marienstraße arbeitete. Ich muß wohl einige Ferientage gehabt haben, denn ich ging an dem Tag nicht in die Schule.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie ging der Tag vorüber und wir machten uns am späten Nachmittag auf den Heimweg. Am Schlossberg begann meine Mutter zu weinen und ich versuchte sie damit zu trösten, dass ja nun der ewige Krach zwischen meinem Vater und ihr vorbei sei. Ich weiß nicht, ob ich auch weinte, ich glaube eher, dass ich das unterdrückte, denn ich war zwar geschockt, aber irgendwie auch erleichtert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein 43 Jahre alter Vater hatte seit mindestens einem Jahr eine Affäre mit seiner 18 oder 19 jährigen Cousine Ilse. Ich glaubte während der ersten Zeit, dass nur ich davon wüßte, denn ich spionierte ihm nach, aber er versteckte diese Beziehung auch gar nicht vor mir. Er schlief mit ihr nebenan im Schlafzimmer meiner Eltern, als meine Mutter bei ihren Eltern in Camburg war und ich bekam vieles mit, was er so trieb. Es war die Hölle für mich, denn einerseits wollte ich ihn nicht "verpfeifen", da ich ihn trotz allem liebt. Andererseits war es natürlich auch eine Qual für meine Mutter, die ihn aber nicht rausschmiß. Und ich haßte ihn auch für seine Lügen und diese Affäre, die ich so gut beobachteten konnte.&lt;br /&gt;Ich erinnere mich an eine Szene, wo ich meine Eltern während einer Auseinandersetzung bat, sich doch bitte scheiden zu lassen. Es sei ja nicht mehr auszuhalten. Leider fand diese Scheidung nicht statt. Damals war ich überzeugt, dass das für alle Beteiligten besser gewesen wäre. Ich glaube das in mancher Hinsicht immer noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das also nur als kurzer Hintergrund zu dem Tag im Mai 1960, der eigentlich noch mehr Ausführlichkeit beansprucht, aber erst einmal genügen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gab es auch ökonomische Gruende für die Flucht, denn mein Vater arbeitete zwar für seinen Vater als Technischer Zeichner. Die kleine Privatfirma hatte aber nicht mehr viele Aufträge der Firmen, die Feuerungsanlagen benutzten, die mein Vater zeichnete und die dann gebaut und installiert wurden. Die Aufträge wurden immer häufiger an staatliche Firmen vergeben, nicht an private.&lt;br /&gt;Mein Vater war mehr auf dem Tennisplatz und mit seiner Freundin zusammen als im Büro bei der Arbeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich war zu dem Zeitpunkt aber nur der Zusammenhang mit der Affäre sichtbar. Mir schien klar, dass er weggegangen war, weil seine Geliebte mit ihrer Familie, dem Onkel meines Vaters plus Ilses Stiefmutter und Stiefgeschwister schon etwas eher im Frühling 1960 geflohen waren. Nun wollte er hinterher, das war doch ganz offensichtlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sollte es nun weitergehen? Ich erinnere mich vage, dass meine Mutter und ich am Anfang Pläne machten, die einen Umzug in eine kleinere Wohnung, möglichst in der Nähe vom Opa im Südviertel, einschlossen. Es war klar, das wir aus der großen Wohnung in der Domstraße ausziehen mußten, wenn wir in Eisenach blieben. Und ich wollte auf alle Fälle bleiben! Warum sollte ich in den Westen? Wir hatten jetzt endlich Ruhe, meine Mutter hatte Arbeit, ich ging in die Schule, ich hatte Freunde und hatte meine Wurzeln in der Stadt und Umgebung. Die Großeltern Förstermann waren hier, ich kannte mich aus. Es gab keinen Grund, wegzugehen. Dachte ich.... die Realität sah jedoch anders aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Mutter dagegen mußte mit meinem Vater Kontakt haben, denn wir fuhren eines Tages mit dem Rad nach Wutha, in ein Dorf östlich von Eisenach, um dort einen Brief in den Briefkasten zu stecken. Warum das? Wohl, weil meine Mutter Angst hatte, der Brief könnte abgefangen werden und wir in Verdacht geraten würden, auch wegzuwollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ca einem Monat, denke ich, sagte mir meine Mutter, dass wir auch in den Westen gehen würden, vermutlich im Sommer, in den Ferien. Ich war damit überhaupt nicht einverstanden und sah das nicht ein. Außerdem hatte ich fürchterliche Angst vor dem unvermeidlichen Flug von Berlin nach Westdeutschland. Man sah die Flugzeuge hoch oben über Eisenach fliegen und ich hatte Angst, auch große Angst, dass mir schlecht würde. Es war fast eine Art Phobie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß jetzt nicht mehr, ob sie mir meine Zukunft ausmalte, die wahrscheinlich so aussah, dass ich nie das Abitur machen oder studieren künnte, da meine Familie einen republikflüchtigen Vater hatte, der uns Zurückgebliebene politisch auch verdächtig machen würde. Dass wir mit allen möglichen Repressalien rechnen mußten, keine gute Wohnung finden würden usw. usw. Es kann gut sein, dass das besprochen wurde. Es entsprach auch der Realität, wie ich später erfuhr.&lt;br /&gt;Jedenfalls gab ich es irgendwann auf, mich gegen den Plan zu wehren. Ich hatte keine Stimme in dieser Entscheidung, das wurde mir klar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Mutter begann mit den Vorbereitungen der Flucht. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, wie sie das im Einzelnen anging, aber ich kann es rekonstruieren. Sie muß erst einmal die Großeltern Förstermann eingeweiht haben.&lt;br /&gt;Dann hat sie auch mit der Familie eines Schulfreundes gesprochen, die bereit war, mehrere Möbelstücke zu kaufen oder zu übernehmen, mein Fahrrad, die Puppenstube (die mein Vater gebaut hatte) mit schönen alten Puppen und den geliebten Wellensittich Bobby. Wie all diese Dinge genau zu der Familie H. kamen, weiß ich nicht und vermute nur, dass einiges per Rad hintransporiert wurde, anderes einen Tag nach unserer Flucht vielleicht mit dem Auto abgeholt wurde. Mein alter Freund R. weiß dies auch nicht mehr, so bleibt es ein ungelöstes Rätsel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausserdem weihte meine Mutter eine Nachbarin in den Fluchtplan ein, die in der Wohnung gegenüber von unserer wohnte. Ihr gab sie den Nähkasten, den mein Vater meiner Mutter schon vor dem Krieg geschenkt hatte und der jetzt übrigens sei vielen Jahren hier in P. in den USA in unserem Haus ist und mir gute Dienste leistet.&lt;br /&gt;Offensichtlich vertraute meiner Mutter dieser Nachbarin, dass sie uns nicht verraten würde und dass sie den Nähkasten irgendwie zu meinen Großeltern schaffen würde.&lt;br /&gt;Mehrmals brachten wir dann noch Taschen voller Bücher per Fahrrad am Abend auf getrennten Wegen in die Kapellenstraße, ebenso wohl kleinere Gemälde, die ich auch hier in P. habe. Größere wurden auch gerettet, wie, weiss ich nicht. Aber sie kamen in den nachfolgenden Jahren nach Frankfurt. Ebenso konnten die Fotoalben gerettet werden, wir bekamen sie alle nach und nach von den Großeltern zugeschickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während dieser Vorbereitungsphase passierte eines Tages folgendes: ich stand mit dem etwa 14 Jahr alten Bruder meiner Freundin Mausi (Brigitte Schulze) neben dem Haus in der Domstrasse an der Steinbrüstung oberhalb der Treppen zur Mönchstrasse. Mausi war mit ihren Eltern in den Ferien, ihr Bruder, an dessen Namen ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, war zu Hause geblieben. &lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;Er fragte mich plötzlich, warum wir denn die Fensterläden geschlossen hätten. Ich war erschrocken, denn mir war natürlich gleich klar, dass er "gefährlich" werden konnte für unsere Fluchtpläne. Sein Vater war in der SED, ein gestandener "Bonze", aber zum Glück nicht da zu dem Zeitpunkt. Also sagte ich so ruhig wie möglich, dass meine Mutter die Vorhänge gewaschen hätte. Ich wartete, ob noch weitere Fragen kommen würden, aber er gab sich wohl zufrieden mit meiner Antwort &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich bin aber sicher, dass er etwas zu seinen Eltern gesagt hätte, wären sie dagewesen.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;Auch in der Schule wurde ich nach dem Bekanntwerden der Flucht meines Vaters von einer Lehrerin oder sogar der Rektorin gefragt, ob wir denn nun auch in den Westen gehen würden. Ich verneinte das, weiß aber nicht mehr, ob diese Antwort mir so leicht von den Lippen kam, weil ich zu dem Zeitpunkt noch nichts von unseren eigenen Fluchtplänen wußte oder so gut wie möglich log, ohne rot zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zu den Vorbereitungen: Ich durfte leider keinerlei Spielzeug mitnehmen und es wurde auch keins zu den Großeltern gebracht. Auch meine vielen Kinderzeichnungen sind alle weg, jedoch die meiner Mutter, die sie als Kind in Zeichenhefte gezeichnet hatte, sind hier in P.&lt;br /&gt;Ich dachte in Frankfurt später oft daran und frage mich, warum einige Sachen aus der Kindheit meiner Eltern erhalten sind, während die aus meiner Kindheit alle zurückgeblieben sind und es machte mich traurig. Diese Dinge schienen meiner Mutter vor der Flucht nicht wichtig zu sein oder sie hatte schon genug unter großem Druck zu organisieren. Das wäre verständlich, macht mich aber trotz allem nachdenklich. Irgendwie hätte sie manche kleine Sache vielleicht doch ohne großen Aufwand retten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer, der Tag kam irgendwann im Juli, an dem wir den Zug nach Berlin nahmen, einen Nachtzug. Meine Großmutter Förstermann reiste mit uns, da wir mit zwei oder drei großen Koffern für eine Frau mit einem Kind aufgefallen wären. So fuhren wir also zu dritt in der Nacht nach Berlin. Ich kann mich nur vage daran erinnern, weiß aber, dass mir sehr bange war.&lt;br /&gt;Meine Mutter hatte eine Reiseerlaubnis an die Ostsee erstanden, es waren Sommerferien, wir mußten auf dem Weg dahin über Berlin fahren, also sahen wir aus wie "normale" Feienreisende. Sicher war aber auch, dass wir nicht die einzigen Menschen in dem vollen Zug waren, die auf der Flucht waren.&lt;br /&gt;Wir kamen früh morgens in Berlin im Bahnhof Friedrichstraße an, wo man in die S-Bahn nach West-Berlin umsteigen mußte.&lt;br /&gt;Über dem Bahnsteig der S-Bahn gab es eine Art Brücke, auf der mehrere Polizisten oder Soldaten mit, vom Bahnsteig aus gut sichtbar, geschulterten Gewehren patroullierten. Das war bedrohlich, aber wir stiegen unbehelligt in die Bahn ein und wurden auch nicht kontrolliert. In Berlin Charlottenburg stiegen wir aus, wir waren "im Westen", allerdings erst mal "nur" in West Berlin, aber ein großer Schritt war getan. &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165071821538727810" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64FdLoyF4I/AAAAAAAAAFI/eZfSu_7AGSs/s400/Gedaechtniskirche+in+Berlin057.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Der Kurfürstendamm und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in West Berlin&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165068591723321202" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64ChLoyF3I/AAAAAAAAAFA/r1pxL6DECyM/s400/Berlin,+Kudamm+und+Brandenburger+Tor056.jpg" /&gt; &lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Das Brandenburger Tor&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Die Großmutter war immer noch bei uns, sie begleitete uns zu der Wohnung einer alten Freundin meiner Mutter. Es war noch sehr früh am Morgen, als wir diese Frau herausklingelten. Ich glaube, dass sie sogar im Bademantel war, als sie uns die Tür öffnete.&lt;br /&gt;Mir ist nie ganz klar geworden, ob sie über unsere Ankunft bei ihr überrascht war oder davon wußte, aber ich denke, dass sie auf irgendeine Weise informiert worden war und uns an einem der Tage im Juli erwartete.&lt;br /&gt;Meine Oma verabschiedete sich von uns, denn sie fuhr wieder zurück nach Ost-Berlin und von dort aus nach Eisenach. Ich habe sie und meinen Opa erst 1967 bei meinem ersten Besuch in Eisenach nach der Flucht wiedergesehen.&lt;br /&gt;Ich habe auch nie etwas darüber gehoert, ob sie in Eisenach "ausgehorcht" wurde, denn, was sie getan hatte, war Fluchthilfe, eine strafbare Tat, obwohl Berlin zu dem Zeitpunkt noch keine geschlossene Grenze hatte. Ich gehe davon aus, dass sie nicht behelligt wurde oder dass sie alles abstritt. Sie fuhr ab und zu nach Erfurt zu ihren Verwandten, sie hätte also durchaus eine solche kurze Reise gemacht haben können, da der Zug nach Berlin auch in Erfurt hält. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Kurfürstendamm nicht weit von der Wohnung in der Kantstrasse&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165130349058070466" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R646r7oyF8I/AAAAAAAAAFo/shCUIV6yuAs/s400/Berlin,+Kudamm055.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Die Freundin meiner Mutter brachte uns in der Wohnung ihres Freundes unter, einem kleinen, modernen Einzimmerappartement, nicht allzu weit vom Kurfürstendamm. Er stellte sie uns freundlicherweise zur Verfügung, so dass wir nicht ins Flüchtlingslager Marienfelde mussten. Ein Luxus, den viele Flüchtlinge nicht hatten.&lt;br /&gt;Natürlich mußten wir uns dort anmelden, um als Flüchtlinge in Westdeutschland anerkannt zu werden und wir mußten ja auch aus Berlin in den Westen geflogen werden.&lt;br /&gt;Aber erst einmal blieben wir ein paar Wochen in Berlin und als erstes schlug ich mir den Bauch voll mit Pfirsichen, die es in der DDR fast nie gab. Ich sah den ersten Afrikaner im wallenden Gewand, guckte mir die Angebote im Kaufhaus zusammen mit meiner Mutter an und war desorientiert. Wir kauften einiges ein, eine häßliche, blaßgelbe Strickjacke aus Dralon, irgendeinem synthetischen Garn und wohl auch Schuhe, aber wir hatten nur wenig Geld.&lt;br /&gt;Mir fehlte natürlich das vertraute Spielzeug, das ich zurückgelassen hatte, die Bücher, überhaupt alles Vertraute.&lt;br /&gt;In der Wohnung, wo wir waren, stand auf dem Schrank ein kleiner schwarzer Berliner Bär, den ich nach Fragen, ob ich ihn haben könnte, auch von dem netten Bekannten, der dort eigentlich wohnte, bekam. Ich habe ihn immer noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Dann kam der Tag des Abflugs nach Frankfurt am Main, vor dem mir so sehr graute. Wir saßen in der Wartehalle des Flughafens Berlin Tempelhof, es war schon gegen Abend und ich sah die Fluzeuge steil hochfliegen. Sie mußten wohl schnell eine große Höhe erreichen, da sie nur so über die DDR fliegen durften. Es war ein Propellerflugzeug, in das wir dann über eine Gangway einstiegen. Ich saß nicht am Fenster, das war mir zu unheimlich und ich rührte mich so wenig wie möglich.&lt;br /&gt;Der Flug verging sehr schnell, nicht mehr als eine Dreiviertelstunde dauerte er und schon landeten wir in Frankfurt am Main. Mir war nicht schlecht geworden, ich konnte es kaum glauben. Ein anderes Kind, ein Junge, den ich schon vorher gesehen hatte in der Wartehalle, saß noch auf seinem Sitz und dem Ärmsten war schlecht. Ich war irgendwie stolz, dass ich es, ohne mich zu übergeben, überstanden hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wurden in einen Bus verfrachtet und fuhren durch die regnerische Nacht nach Giessen, nördlich von Frankfurt, in das dortige Flüchtlingslager.&lt;br /&gt;Das Zimmer, in dem wir mit einer vierköpfigen Familie untergebracht wurden, war winzig und natürlich gab es nur Gemeinschaftstoiletten auf dem Gang irgendwo. Das Essen in der Gemeinschaftsküche für alle war schrecklich und es war insgesamt chaotisch und deprimierend. Ich glaube, meine Mutter wurde, wie viele oder gar alle Flüchtlinge, von den Geheimdiensten gefragt, ob sie nicht für den Westen spionieren wollte. Sie war darüber sehr empoert, daran kann ich mich noch gut erinnern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf alle Fälle war ich froh, als wir Giessen verlassen konnten, aber leider ging es nur für weitere zwei oder drei Wochen in ein anderes Flüchtlingslager, nach Hammelburg in Nord-Bayern. Dieses Lager war noch schlimmer als das in Giessen. Es bestand aus alten, heruntergekommenen Holzbaracken, wir schliefen mit zwanzig anderen Frauen und Kindern in einem großen Schlafsaal. Von Schlafen konnte oft keine Rede sein, denn einige Leute hatten Alpträume, wachten schreiend auf, Kinder weinten und Mütter stöhnten. Die Gemeinschaftswaschräume und Toiletten waren schmutzig und ekelhaft, es war wirklich schrecklich.&lt;br /&gt;Wir wurden dorthin verfrachtet, weil mein Vater in Coburg war, allerdings mit seiner Cousine. Meine Mutter wollte natürlich nicht in diese Stadt und wir kamen zu einem Schulfreund meiner Eltern nach Frankfurt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165059267349321554" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R636CboyF1I/AAAAAAAAAEw/ugBmpDhX_GE/s400/Frankfurt,+Bahnhofsplatz053.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Frankfurter Hauptbahnhof und das Schumann Theater&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ich habe eine &lt;strong&gt;Erinnerung an den ersten Tag in Frankfurt&lt;/strong&gt;, vielleicht waren wir sogar von Hammelburg aus dorthin gefahren oder von Giessen. Ich meine mich zu erinnern, dass wir noch nicht dort wohnten, sondern die Stadt nur besuchten, aber vielleicht ist diese Erinnerung falsch. Vielleicht fühlte ich mich nur "auf Besuch".&lt;br /&gt;Jedenfalls war schon die Ankunft in dem riesigen 24 gleisigen Bahnhof überwältigend. Der Bahnhofsplatz war eine Mischung aus neuer Nachkriegsarchitektur und Gründerzeitbauten:&lt;br /&gt;viel Häßliches, aber auch das interessant aussehende Schuhmann Theater, dass in den frühen Sechziger Jahren leider abgerissen wurde.&lt;br /&gt;Wir gingen vom Bahnhof aus in die "Prachtstraße" Kaiserstraße, die mit ihren hohen Gründerzeitgebäuden großartig und protzig zugleich wirkte. Aber die Straße hatte nicht mehr viel von einer Prachtstraße, eher war es ein Abklatsch einer frühren Pracht. Die Seitenstraßen beherbergten damals schon Bordelle, heruntergekommene Hotels und Bars.&lt;br /&gt;Wir gingen dann in Richtung Hauptwache, dem Stadtzentrum, wo es außer dem wieder aufgebauten Gebäude der Hauptwache nur häßliche Nachkriegsbauten gab. Kein Wunder natürlich, denn Frankfurts Innenstadt war 1943 und 1944 stark zerstört worden. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die Hauptwache und Umgebung aus der Luft, 60iger Jahre&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165061479257479010" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R638DLoyF2I/AAAAAAAAAE4/x5G7DCw_jpw/s400/Frankfurt+Hauptwache++und+Umgebung+in+60igern054.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Der Freund meiner Eltern also war so freundlich, uns in seine kleine Wohnung in Frankfurt Niederrad aufzunehmen. Allerding war er ein recht unsympathischer Mann, aber ich sah nicht allzuviel von ihm bis auf die Wochenenden, wo er mir auch irgendwie zu nah kam, mich aus dem Bett holen und anfassen wollte. Er war ein ekliger Kerl in meinen Augen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Mutter fand relativ schnell Arbeit im Arbeitsamt als Schreibkraft, wie das damals hieß. Es herrschte Arbeitskräftemangel, es wurden qualifizierte Leute gesucht und das war sicher der Grund, warum meine Mutter schon dort, wo man eigentlich nur Beratung bei der Stellensuche erwartete, Erfolg hatte. Sie wurde dann auch Sachbearbeiterin und war es bis zur Rente.&lt;br /&gt;Wir waren nun ungefähr zwei Monate in Frankfurt. Es mußte eine Schule fuer mich gefunden werden. Mehr dazu im folgenden Kapitel.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Etwa zur gleichen Zeit begann auch die Wohnungssuche, denn wir wollten und konnten ja nicht in Niederrad bleiben. Allerdings zog sich diese Suche etwas hin, denn ich erinnere mich, dass ich wohl doch ein paar Monate lang von Niederrad aus zum Goethe Gymnasium fuhr, eine recht lange Straßenbahnfahrt mit Umsteigen am Hauptbahnhof.&lt;br /&gt;Ich glaube, meine Mutter fand eine Wohnung im November, bin aber nicht mehr sicher. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, wo wir Weihnachten in dem ersten Jahr im Westen verbracht haben. In Niederrad oder in der Weberstrasse 5 im Nordend? Ich weiß es seltsamerweise nicht.&lt;br /&gt;Ich war sicher so überwältigt von all dem Neuen, der großen Stadt im Vergleich zu Eisenach, der neuen Schule, dem Dialekt, den ich oft nicht verstand und lange schrecklich fand, dem Heimweh nach Thüringen, nach dem Vertrauten.&lt;br /&gt;Wir schauten uns diese Wohnung dann irgendwann einmal an und meine Mutter zögerte nicht, sie zu nehmen. Sie mußte sie schon gesehen haben, denke ich. Ich war erst mal etwas geschockt, dass sie so klein war, nur zwei Zimmer, Küche, Bad, Toilette und Balkon im dritten Stockwerk eines älteren Hauses, dessen obere Stockwerke im Krieg zerstört wurden und das wieder aufgebaut worden war. Allerdings war es äußerlich weniger attraktiv als die umliegenden Häuser, die keine Bombenschäden hatten.&lt;br /&gt;Da die Miete bezahlbar war, nahmen wir die Wohnung. Natürlich hatten wir keine Möbel. Also mußten wir nach Möbeln suchen. Auch diese fand meine Mutter, im typischen Stil der Zeit, der späten Fünfziger Jahre und nicht nach meinem Geschmack. Ich war an alte Möbel gewöhnt, aber die waren im Osten.&lt;br /&gt;Ich muß schwierig gewesen sein, denn ich war so unglücklich in Frankfurt und konnte mich für nichts begeistern. Meine Mutter organisierte alles und die Tochter mäkelte. Es war bestimmt nicht einfach für sie.&lt;br /&gt;Als wir dann einzogen und die Wohnung halbwegs eingerichtet war, gewöhnte ich mich an die neue Umgebung, ich hatte mein eigenes Zimmer, meine Mutter schlief auf einer Schlafcouch im Wohnzimmer, die jeden Tag neu zum Schlafen ausgezogen und früh wieder zur Wohnzimmercouch gemacht werden musste. Umständlich, aber auch praktisch. &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Und wir waren nur zu zweit. Dass mein Vater ein Jahr später wieder zur Familie zurueckkehren würde, war mir und vielleicht auch meiner Mutter zu dem Zeitpunkt nicht klar.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5165133600348313554" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R649pLoyF9I/AAAAAAAAAFw/am_5v2ozjOY/s400/Frankfurt+Eschenheimer+Turm061.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Eschenheimer Turm&lt;/strong&gt;, wo ich jeden Morgen die Straßenbahn zur Schule nahm, als wir in die Weberstraße gezogen waren.&lt;/div&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 269px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5313815926698202434" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/Sb53bnio1UI/AAAAAAAAAP0/1r_W6otDYDI/s400/Berliner+Mauer135.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Juttas Erfahrungen ihrer Flucht in den Westen&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Hier zusätzlich der Bericht aus einem Brief einer ehemaligen Mitschülerin über ihre Flucht aus der DDR und die Jahre danach in Westdeutschland und Berlin. Ich hatte im Februar 2008 Kontakt mit ihr aufgenommen und seitdem tauschen wir uns regelmäßig aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;"Als Du damals 1960 plötzlich nicht mehr zur Schule kamst konnte ich das einfach nicht fassen. Wir beide hatten zwar, wenn ich mich richtig erinnere, nicht soviel Kontakt miteinander, aber ich mochte Dich immer recht gerne. Ich fand damals, dass Du so aussahst, wie ich es gerne getan hätte: blond, glattes Haar und Pony. Ich hingegen war dunkelhaarig, meine Haare waren kraus und nicht zu bändigen, ich hasste das. Ich habe Dich irgendwie sehr vermisst, Du hast für mich eine Lücke hinterlassen und es tat mir sehr leid, als Du weg warst.&lt;br /&gt;Wir sind im August 1961 weg, eine Woche vor dem Mauerbau (13.August). Für mich war das alles schrecklich. Ich wollte nicht weg aus Eisenach zur damaligen Zeit. Leider wurde ich nicht gefragt, ich wurde einfach vor die Tatsache gestellt. Man hatte meinem 6 Jahre älteren Bruder an seiner Arbeitsstelle im Wartburg-Werk wochenlang zugesetzt, er solle sich doch „freiwillig“ zur Armee melden und er ertrug das nicht mehr. Er wollte „abhauen“, doch mein Vater wollte nicht, dass er alleine ging. Es kam zu einem Entschluss, der unser aller Leben total auf den Kopf stellte. Man wartete noch, bis ich aus dem Ferienlager aus Berlin zurückkam und noch am selben Abend hieß es für mich, die ganze Familie wolle noch mal nach Berlin, Ferien machen. Da Berlin schon damals meine Wunschstadt war, freute ich mich riesig. Doch damit war es schlagartig vorbei, als wir nach dem Umsteigen in die S-Bahn im Bah nhof Friedrichstrasse dann auf dem Bahnhof im Westen ausstiegen und man sagte, wir seien jetzt im „Westen“ und blieben auch dort. Als mir klar wurde, ich könnte nun nie wieder „nach Hause“ zurück, habe ich wohl einen ziemlichen Wirbel veranstaltet. Meine Eltern schleiften mich so schnell wie möglich vom Bahnsteig runter, denn der war ja noch Ostterritorium und wir hätten durchaus noch festgenommen werden können. In meiner dummen Unwissenheit hätte ich beinahe die ganze Aktion gefährdet. Es war schon ein ganz schönes Risiko, das meine Eltern damals auf sich genommen haben.&lt;br /&gt;Nun waren wir also im Westen mit nichts als 2 Koffern und einigem Ostgeld. In Berlin hatte mein Vater eine alte Bekannte, die uns alle vier erstmal aufnahm, sodass wir nicht ins Lager Marienfelde mussten. Mein Vater war gelernter Großhandelskaufmann und hätte die Möglichkeit gehabt, ein Lebensmittelgeschäft in Berlin zu übernehmen. Ich hätte es dann schon toll gefunden in Berlin zu leben, ein Kindheitstraum wäre in Erfüllung gegangen. Leider wurde daraus nichts, denn Berlin platzte aus allen Nähten, weil so viele Menschen aus der DDR in den Westen geflohen waren, war das Lager Marienfelde restlos überfüllt und man kam zu dem Schluss, alle Flüchtlinge nach Westdeutschland in verschiedene Auffanglager zu verteilen. So wurden auch wir gezwungen, Berlin zu verlassen. Mein Traum von Berlin platzte und Papas Traum vom eigenen Geschäft auch. Wir kamen in den Genuss, zum ersten Mal im Leben mit einem Flugzeug zu fliegen, aber wir landeten ziemlich unsanft im wahren Leben, als wir innerhalb von 1 Woche in 2 verschiedenen Lagern landeten, die mehr als schrecklich waren. So viele unglückliche Menschen waren dort auf kleinstem Raum zusammengepfercht. Ich frage mich heute, wie meine Eltern es geschafft haben, ihren Optimismus zu bewahren. Inzwischen hatte mein Vater die Möglichkeit, in Düsseldorf bei seinem ehemaligen Lehrchef aus Eisenach eine Stelle als Kaufmann im Gemüsegroßmarkt zu erhalten. Also wurden wir in der Nähe von Düsseldorf in elenden Baracken untergebracht, von wo aus mein Vater und mein Bruder täglich zur Arbeit fuhren. Meine Mutter und ich bastelten inzwischen aus Obstkisten und Stoffen vom roten Kreuz eine irgendwie bewohnbare Bleibe aus unseren 2 Barackenräumen. Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsklos waren unerträglich. Nach 3 Monaten in dieser Hölle bekamen wir eine 2 ½ Zimmer-Wohnung in Korschenbroich bei Mönchengladbach zugewiesen, die noch so neu war, dass das Wasser noch von der Decke tropfte und wir mit Regenschirmen schliefen in den ersten Nächten. Aber wir hatten eine eigene Wohnung mit eigener Küche und eigenem Bad.&lt;br /&gt;Hier konnte ich wieder die Schule besuchen, die mich aber vom ersten Tag an mit Entsetzen erfüllte. In Eisenach hätte ich mit Sicherheit Abitur gemacht und ich hatte fest vor, zu studieren. In Korschenbroich rückte dieser Plan in sehr weite Ferne. Dazu muss man wissen, es hatte uns in eine urkatholische Gegend verschlagen, in der es noch Konfessionsschulen gab. Da es nur sehr wenige Menschen (alles „Zugereiste“) gab, die evangelisch waren, hatte die evangelische Schule nur 2 Klassenräume mit je 4 Schuljahren in einem Raum. Unvorstellbar für mich und genauso unzumutbar. Ein uralter Lehrer versuchte uns was beizubringen, das ich schon vor Jahren gelernt hatte.&lt;br /&gt;Da mein Vater wollte, dass auch ich neben Mutter und Bruder schnellstens meinen Teil zur mehr als knappen Haushaltskasse beitrug, verließ ich die „Volksschule“ nach einem halben Jahr mit dem Abschluss der 8. Klasse und begann eine Lehre in der Korschenbroicher Apotheke als Apothekenhelferin. Es gab im Ort keine andere Lehrstelle, also fügte ich mich in mein Schicksal. Aufzumucken wagte ich nicht, denn mein Selbstbewusstsein war seit der Flucht und den schrecklichen Situationen in den verschiedenen Lagern im untersten Level angekommen. Mein Vater war in dieser Zeit auch sehr autoritär, vermutlich setzten auch ihm, wie eigentlich uns allen, unsere Lebensumstände enorm zu.&lt;br /&gt;Also begann ich diese ungeliebte Lehre. Allerdings entpuppte sich meine neue Tätigkeit als hoch interessant, wenn ich mal was anderes als Staubwischen tun durfte. Mein Beruf war zu damaliger Zeit sehr vielseitig. Ich lernte viele für mich völlig neue Dinge, z.B. lateinische Bezeichnungen für alle handelsüblichen Drogen, ich lernte sehr viel über Wirkungsweisen von Pflanzen (die ich schon immer geliebt habe) , musste ein Herbarium anlegen, viel zeichnen und lernte die künstlerische Beschriftung von Apothekengefäßen. Ich lernte Pillen zu drehen, Zäpfchen zu gießen, Salben zusammenzurühren und ich lernte viel über Rechnungserstellung und Warenverkehr, also kaufmännische Zusammenhänge. Meine Zeit war plötzlich voller interessanter Dinge&lt;br /&gt;So vergaß ich ein bisschen, wie schrecklich uns unsere katholischen Nachbarn und Mitbürger oft zusetzten und uns mit ihrem Neid und Hass verfolgten.&lt;br /&gt;Ich schloss meine Lehre erfolgreich ab und wollte unbedingt weg aus dieser Apotheke und aus dem kleinen Ort in dem wir nun lebten.&lt;br /&gt;Zum ersten Mal handelte ich gegen den Willen meines Vaters, der unbedingt wollte, dass ich noch ein Jahr dort arbeiten sollte.&lt;br /&gt;Ich suchte mir eine Arbeitstelle in Mönchengladbach in einer schönen, neuen Apotheke mit einem jungen, toleranten Chef und zum ersten Mal seit unserer Flucht spürte ich Freiheit für mich. Ich konnte schalten, wie ich wollte bei meiner Arbeit, mein Chef hatte wohl schnell erkannt, dass ich besser arbeitete, wenn man mir nicht reinredete. Inzwischen war ich 18 Jahre alt und machte den Führerschein.&lt;br /&gt;Nach einigen harmlosen Liebeleien mit ausschließlich nichtkatholischen Jungs begann ich eine Freundschaft mit einem 4 Jahre älteren, jungen Mann, der, aus Ostberlin stammend, ebenfalls in unserem Wohnblock mit seiner Familie wohnte nach den üblichen Lagerdurchgängen. Michael hat seine Kaufmannslehre, die er von Ostberlin aus im Westteil der Stadt begonnen hatte, in Düsseldorf in der Fotobranche beendet und fuhr, genau wie mein Vater und mein Bruder, täglich nach Düsseldorf. Er unterschied sich in allen Bereichen sehr wohltuend von den Jungs, die ich bis dahin kannte und ich verliebte mich sehr heftig. Nach dem er die Bundeswehr hinter sich hatte, wollte er auch so schnell wie möglich weg aus diesem Kaff Korschenbroich und beschloss, wieder nach Berlin zurück zu gehen.&lt;br /&gt;Er fragte mich, ob ich Lust hätte, mitzugehen. Ich hatte!!!&lt;br /&gt;Mein Vater bestand darauf, dass ich nur gehen dürfte, wenn wir vorher heiraten. Also heirateten wir. Ich war 20, Michael war 24. Unsere Hochzeitsreise machten wir nach Ägypten und Libanon. Ich glaube, meine Eltern hielten mich für verrückt, aber es war traumhaft. Meine erste Auslandsreise und gleich so spektakulär. Zu damaliger Zeit war das schon noch eine Sensation.&lt;br /&gt;Für mich erfüllte sich der Traum von Berlin. Was für ein herrliches, neues Lebensgefühl nach dem Dorfmuff von Korschenbroich!&lt;br /&gt;Wir wohnten in einer Einraumwohnung in Neukölln mit Innentoilette, ohne Dusche, aber wir waren glücklich. Ich arbeitete wieder als Apohekenhelferin mit viel Freude am Beruf. Nach einem Jahr schon kauften wir uns eine Eigentumswohnung im Süden von Berlin. In Lichterfelde West. Michael ist ein Kaufmann durch und durch, er arbeitete bei seinem ehemaligen Lehrchef als Verkäufer in der Fotobranche auf Provisionsbasis und durch sein Verkaufstalent und seinen enormen Fleiß konnten wir uns, zwar mit hoher Verschuldung, aber doch diese Wohnung kaufen.&lt;br /&gt;Ich wollte mich gerne weiterbilden und meldete mich an um eine Ausbildung zur PTA (pharmazeutische Assistentin )zu machen, das klappte dann leider nicht, weil ich schwanger wurde.&lt;br /&gt;Unsere Tochter Sabine wurde am 12.5. 71 geboren. Zuerst war ich sehr unglücklich mit dem Kind alleine zu Hause, aber da ich nicht gewusst hätte, was ich mit dem Kind hätte tun sollen, während ich gearbeitet hätte, blieb ich eben zu Hause. Als Sabine dann soweit war, dass sie in den Kindergarten gehen konnte, übernahm ich Vertetungsarbeiten in Apotheken und fand das ganz interessant, weil es immer was Neues zu lernen gab.&lt;br /&gt;Michael bastelte inzwischen an seinem Traum vom eigenen Haus. Wir erwarben ein wunderbares Grundstück nicht weit von unserer Wohnung und mit unendlich viel Fleiß und Ehrgeiz baute er uns ein für meine Begriffe viel zu großes Haus. 1975 zogen wir ein und für mich war an&lt;br /&gt;Arbeiten nicht mehr zu denken, Haus, Garten und Kind waren mehr als genug. 2 Jahre später machte sich Michael selbstständig. Zuerst mit einer Vertretung für einen großen Kalenderverlag und nach und nach kamen immer mehr Vertretungen hinzu. Ich war jetzt die Dame im Büro, das war sehr praktisch, weil ich trotzdem immer zu Hause und für das Kind da sein konnte.&lt;br /&gt;1978 kam unser Sohn Olav zur Welt, auch nicht geplant, aber herzlich willkommen. Nun konnte ich nicht mehr alles alleine schaffen und wir stellten eine Bürokraft ein und ich fungierte als Feuerwehr, die immer öfter zum Einsatz kommen musste, je größer die Kinder und die Firma wurden. Als Ausgleich und für mich ganz persönlich fing ich 1979 mit der Malerei an, was bis heute neben Lesen mein liebstes Hobby geblieben ist."&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 281px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5313819655009858914" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/Sb560olZ9WI/AAAAAAAAAP8/ggb0mtF9B5w/s400/Fall+der+Berliner+Mauer+1989136.jpg" /&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Copyright: Gisela Förstermann 2008&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-5352422108578882087?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/5352422108578882087/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=5352422108578882087' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/5352422108578882087'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/5352422108578882087'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/02/die-flucht-in-den-westen.html' title='Die Flucht in den Westen'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R64VcLoyF7I/AAAAAAAAAFg/Asxr2pg5Ktg/s72-c/Karlsplatz+und+Nikolaikirche+und+Tor060.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-4705917300809773609</id><published>2008-01-31T08:31:00.000-08:00</published><updated>2011-02-18T15:03:57.672-08:00</updated><title type='text'>Neue Erfahrungen: Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Märkte und Eisdielen....</title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6JsQWnrWYI/AAAAAAAAADw/PvF7O4ybfwQ/s1600-h/Eisenach+Marktplatz+und+Gorgenkirche045.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5161807151125715330" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6JsQWnrWYI/AAAAAAAAADw/PvF7O4ybfwQ/s400/Eisenach+Marktplatz+und+Gorgenkirche045.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Marktplatz mit Georgenkirche und Rathaus&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Rechts in dem alten Gebäude am Markt war das beliebte Schreibwarengeschäft fuer Schulbedarf&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meine ersten Ausflüge in die Welt des Einkaufens von Lebensmitteln geschahen in Begleitung meiner Mutter. In der Lutherstraße gab es eine kleine Bäckerei, die "Liebetrau" hieß. Dort konnte man wunderbare Brötchen und ebenso guten Kuchen, Quarkkuchen, Pflaumenkuchen, Fünferstückchen, Bienenstich und andere Köstlichkeiten bekommen. Frau Liebetrau war eine nette, dicke Frau, zu der ich dann auch alleine ging, um Brötchen zu holen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Ich habe sie auch nochmal in den sechziger Jahren auf einem meiner Besuche in E. in ihrem Laden angesprochen und sie konnte sich an mich erinnern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben der Bäckerei war ein kleiner "Kolonialwarenladen", wo wir Zucker, Salz, Malzkaffee,Tee, Mehl, Gries, Nudeln, Kakao (wenn es den gab), Bonbons und andere Sachen kauften, die mir entfallen sind. Ich weiss nur, dass Mehl, Gries, Salz, Zucker etc. in grossen Schubladen waren, aus denen der Kaufmann oder seine Frau diese Sachen in spitze Papiertüten schaufelte. Meine Mutter schickte mich, als ich vielleicht fünf oder sechs war, allein zum Laden mit einer kleinen Einkaufsliste, die ich dort vorlegte und die dann von den recht freundlichen Kaufleuten besorgt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab noch eine andere Bäckerei in der Lutherstrasse, näher am Lutherhaus gelegen. Dort hatten sie die beliebten "Amerikaner", ein Gebäck mit weißer oder schwarzer Glasur auf einer runden Oberfläche und gewölbtem Boden, der Name sicher eine Nachkriegserfindung durch den kurzen Kontakt mit amerikanischen Sodaten bei Kriegsende.&lt;br /&gt;Ich probierte auch ihre anderen Kuchen und Brötchen, aber Liebetraus Leckereien war mir erst mal am liebsten.&lt;br /&gt;Irgendwann entdeckte ich noch eine Bäckerei in der Burgstraße, nicht weit vom Spielplatz und von da an holte ich mir öfter ein "Fünferstückchen", das aber nicht mehr nur 5 Pfennige, sondern eher 20 oder 25 Pfennige kostete. Oder auch ein "Baiser", auf Französisch "Kuss", eine luftige Creation aus Eisweißschnee und Zucker, innen ein bißchen feucht und klebrig, außen "bröckelig", schlimm für die Zähne, herrlich für's kindliche Leckermaul.&lt;br /&gt;Wie man sehen kann, spielten Bäckereien eine große Rolle in meiner Diät. Aber da ich ständig in Bewegung war, wurde ich auch nicht dick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brot kauften wir in einer anderen Bäckerei, ich glaube, in der Marienstraße oder Johannisstraße. Allerdings waren meine Eltern oft nicht zufrieden damit, es war schlecht gebacken, hatte feuchte Streifen am Rande der Rinde und das war nicht akzeptabel. So waren sie immer auf der Suche nach gutem Brot, anscheinend war das schwieriger als man erwarten würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Marktplatz bei der Georgenkirche und dem Rathaus war meistens einmal in der Woche ein Gemüsemarkt, allerdings ein sehr bescheidener. Es gab, mit heute verglichen, keine große Vielfalt: Möhren, oft schon recht ältlich, Kartoffeln, die in größeren Mengen im Keller gelagert wurden, Kohl in allen Farben, grün, weiß und lila, auch Kohlrabi, Lauch ab und zu, vielleicht Zwiebeln, Gurken, ab und zu auch mal Grüne Bohnen oder Erbsenschoten, Blumenkohl, aber freilich keinen Broccoli. Den lernten wir alle erst in den siebziger Jahren in Frankfurt kennen, wie so viele andere Gemüsesorten auch.&lt;br /&gt;Sellerieknollen, wenn man Glück hatte, Kopfsalat, der öfter schon beim Kauf am verwelken war. Im Sommer mal Kirschen, die schnell weggekauft waren, Äpfel im Herbst, Pflaumen und Birnen. Wenn ich an Birnen denke, dann eher an die Birne, die ich zu Karin Husemeyers Geburtstag Ende Oktober von ihrem Baum im Hof bekam und die mir sehr gut schmeckte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses etwas kärgliche Angebot schien mir jedoch genug zu sein, meinen Eltern weniger, denn es gab diese Dinge auch nicht immer alle zur gleichen Zeit. Man mußte nehmen, was es gerade gab.&lt;br /&gt;Unsere Lebensmittel wurden auch ab und zu ergänzt durch Obst vom Baum von Freunden oder von den Johannisbeeren im Garten der Großeltern in der Kapellenstraße. Selten kostete ich auch einen Pfirsich von einem Baum einer befreundeten Familie in der Bornstraße.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Erst 1960 in West-Berlin, auf dem "Weg" nach Frankfurt, aß ich Pfunde von Pfirsichen, die mir als das absolut Köstlichste an Obst schienen, das existierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Dezember, um Weihnachten herum, gab es öfters Orangen oder Mandarinen und auch Bananen, vermutlich aus Kuba. Das war einmal im Jahr und damit ein großer Genuß. Der Nikolaus brachte mir immer schöne rote Äpfel und manchmal Mandarinen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Nicht umsonst wurden die DDR Bürger im November 1989 an der Grenze mit Bananen empfangen. Es war allgemein bekannt, dass sie Mangelware waren, ebenso wie Zitrusfrüchte und Pfirsiche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich jedenfalls fand Bananen und auch Äpfel eine wunderbare Sache und esse sie immer noch täglich.&lt;br /&gt;Woher diese seltenen Obstsorten jedoch kamen, war mir unbekannt. Man sah sie nie in Lebensmittelläden offen im Warenangebot. Sie wurden "unter dem Ladentisch" verkauft, man mußte Beziehungen haben.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Diese hatte mein Vater. Es gab einen für damalige Verhältnisse größeren Laden in der Marienstrasse, gegenüber der Barfüßerstraße, der solche Delikatessen hatte und mein Vater hatte wohl diese gute Beziehung zu dem Inhaber aufgebaut. Es war noch kein HO Laden (siehe Eklärung der Abkürzung HO weiter unten) in den früheren Fünfziger Jahren. So konnten wir sogar zu Weihnachten Kamchatka Krebsfleisch in Dosen bekommen, das, auf Weißbrot mit Majonaise gestrichen und Zitronensaft darauf geträufelt, wenn vorhanden, eine feine Sache war. Wir setzten diese Tradition später auch in Frankfurt noch für einige Zeit fort.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Aus diesem Laden kam wohl auch der seltene Käse, Edamer oder anderer Scheibenkäse, den ich mit Vorliebe auf frischen Brötchen aß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ab und zu ergatterte mein Vater Halva oder getrocknete Feigen, alles Dinge, die ich nach wie vor schätze, wenn auch jetzt selten esse, weil ich ja mit meinen über 60 Jahren "aufpassen" muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5161808577054857618" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6JtjWnrWZI/AAAAAAAAAD4/5p_VU8ZQ_As/s400/Eisenach+Johannisplatz046.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der Johannisplatz in der Innenstadt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Fleisch war ein besonders schwieriges Kapitel in der Lebensmittelversorgung. Mein Vater, der schon dank seiner "Beziehungen" für vieles sorgte, was das Essen betraf, war ein Fleischliebhaber und immer bestrebt, einigermaßen gutes Fleisch zu bekommen. Er ging in den frühen Jahren oft zur "Freibank", wo es minderwertigeres Fleisch für wenig Geld gab. Er mußte dabei seine Schuhe desinfizieren, um keine Krankheiten 'rein oder 'rausszutragen.&lt;br /&gt;Folgender Beitrag dazu:&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;"Freibank"&lt;br /&gt;aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Die Freibank war eine Einrichtung zum Verkauf von minderwertigem, aber nicht gesundheitsschädlichem &lt;a title="Fleisch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fleisch"&gt;Fleisch&lt;/a&gt;, das in der &lt;a title="Fleischbeschau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fleischbeschau"&gt;Fleischbeschau&lt;/a&gt; als „bedingt tauglich“ eingestuft wurde. Die Preise waren hier durchgehend niedriger als in den übrigen Verkaufseinrichtungen.&lt;br /&gt;Der Begriff minderwertig ist in diesem Sinne irreführend. Das Fleisch, das in die Freibank gelangte, war Fleisch aus &lt;a title="Notschlachtung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Notschlachtung"&gt;Notschlachtungen&lt;/a&gt; oder mit Veränderungen, z. B. durch &lt;a title="Bluterguss" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bluterguss"&gt;Bluterguss&lt;/a&gt;. Natürlich kam dadurch auch die eine oder andere alte Kuh zur Verwertung. Die veterinärmedizinischen Untersuchungen für Fleisch, das in der Freibank verkauft wurde, waren aber erheblich ausführlicher als bei allen Normalschlachtungen. Meist waren es Tiere, die nach einer Verletzung notgeschlachtet wurden und diese waren im Gegenteil sogar meist jung. Dadurch war es möglich, Fleisch in hervorragender Qualität zu minimalem Preis in der Freibank zu erwerben.&lt;br /&gt;Die Freibank diente insbesondere in einer Zeit des Mangels der Verwertung möglichst aller tierischen Produkte. Seit den &lt;a title="1970er" href="http://de.wikipedia.org/wiki/1970er"&gt;1970er&lt;/a&gt;-Jahren besteht mehr und mehr ein Überangebot an Fleisch, das zu relativ günstigen Preisen verkauft wird. Die Freibank hatte damit ihre wirtschaftliche Basis verloren.&lt;br /&gt;Die Freibank in ihrem ursprünglichen Sinne gibt es heute nicht mehr, weil die Kategorie „bedingt tauglich“ in der &lt;a title="Fleischbeschau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fleischbeschau"&gt;Fleischbeschau&lt;/a&gt; nicht mehr existiert. Nur spezielle &lt;a title="Schlachthof" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof"&gt;Schlachthöfe&lt;/a&gt; führen heute noch &lt;a title="Notschlachtung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Notschlachtung"&gt;Notschlachtungen&lt;/a&gt; durch. Hier wird über die Weiterverarbeitung von diesem Fleisch beschieden. Fleisch, das als untauglich eingestuft wurde (z. B. BSE-verseucht), muss in &lt;a title="Tierkörperbeseitigungsanlage" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tierk%C3%B6rperbeseitigungsanlage"&gt;Tierkörperbeseitigungsanlagen&lt;/a&gt; vernichtet bzw. verarbeitet werden. Anderes Fleisch, das zwar tauglich ist, aber nicht für die menschliche Ernährung verwendet wird, wird entweder zur Tiernahrungsherstellung verwendet oder zu nicht mehr essbaren Produkten verarbeitet, z. B. zu Schmierfetten.&lt;br /&gt;Von „&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freibank"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Freibank&lt;/a&gt;“ &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Nun wissen wir alles über die "Freibank". Ich habe das zum ersten Mal in meinem Leben nachgeschaut&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Es gab natürlich auch mehrere Metzgereien in der Innenstadt, wo mein Vater Fleisch einkaufte. Ich ging manchmal mit ihm und die Verkäuferin steckte mir ein Stück Wurst zu, was ich aber gar nicht zu schätzen wußte. Es war mir zu fett ohne Brot und mein Vater aß es. Da die meisten Kinder solche Geschenke mochten, wurde ich angestarrt. "Wie kann man nur so gute Wurst nicht mögen?" &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Aus mir ist nie eine große Fleischesserin geworden, nur ab und zu aß ich gerne Rouladen oder mal eine Thüringer Bratwurst, vom Grill auf dem Tennisplatz (mehr dazu im Kapitel Tennisplatz) oder auf den Jahrmärkten und dem Sommergewinn. (auch darueber mehr später)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;Fleisch schmeckte mir entweder zu sehr nach Fleisch, war also zu stark im "Tiergeschmack" oder zäh, hatte Sehnen oder Fett, alles Eigenschaften, die ich nicht ausstehen konnte und immer noch nicht mag. Ich war schon früh eine "mäkelige" Esserin. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;An panierten Schnitzeln war fast nur das Panierte interessant für mich und vielleicht auch ein kleines Stückchen Fleisch, wenn es zart war. Leber aß ich nicht ungern mit Zwiebeln und Äpfeln, aber wenn ich auf diese sonderbaren röhrenhaften Sehnen stieß, würgte es mich. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meine Oma in der Kapellenstraße machte gute Kohlrouladen, die ich sehr mochte. Ich aß des öfteren dort, als meine Mutter nach meiner Einschulung wieder arbeiten ging. Die Oma bestand aber auch darauf, dass ich den Teller leer aß, was ich nicht immer wollte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162086212330805666" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6NqD2nrWaI/AAAAAAAAAEA/dZSs3cdDyHw/s400/Eisenach+Karlstrasse047.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Karlstraße, Hauptgeschäftsstraße der Stadt&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Informationen zur HO&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;aus Wikipedia, von &lt;a title="HO (Handelsorganisation)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=HO_%28Handelsorganisation%29&amp;amp;redirect=no"&gt;HO (Handelsorganisation)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Die Handelsorganisation (HO) war ein in der juristischen Form des &lt;a title="Volkseigentum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volkseigentum"&gt;Volkseigentums&lt;/a&gt; geführtes, staatliches Einzelhandelsunternehmen in der &lt;a title="Deutsche Demokratische Republik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik"&gt;DDR&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;Die HO wurde 1948 gegründet und bot anfangs bevorzugt lang entbehrte Gebrauchsgüter und Lebensmittel ohne Lebensmittelmarken an. 2.300 HO-Läden erwirtschafteten schon 1950 zirka 26 Prozent vom Einzelhandelsumsatz der DDR. Bis 1960 waren es 35.000 Geschäfte mit einem Umsatzanteil von über 37 Prozent.&lt;br /&gt;Die Handelsorganisation war gegliedert in die Bereiche Industriewaren, Lebensmittel, Gaststätten und Warenhäuser. Die großen &lt;a title="Centrum Warenhaus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Centrum_Warenhaus"&gt;Centrum Warenhäuser&lt;/a&gt; gab es in vielen &lt;a title="Bezirk (DDR)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_%28DDR%29"&gt;Bezirksstädten&lt;/a&gt; der DDR. Die Geschäfte und Warenhäuser der HO existierten neben denen der &lt;a title="Konsum (Handelskette)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konsum_%28Handelskette%29"&gt;Konsum&lt;/a&gt;-Kette. Da diese &lt;a title="Genossenschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genossenschaft"&gt;genossenschaftlich&lt;/a&gt; geführt wurden und kein Staatsbetrieb waren wie die HO, wurde besonders in den Anfangsjahren der DDR von Regierungsseite versucht, die HO zu bevorteilen. Trotzdem etablierten sich beide parallel in der Alltagswelt der DDR. Die Handelsorganisation betrieb zusätzlich auch Hotels, wie beispielsweise das &lt;a title="Hotel Neptun" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Neptun"&gt;Hotel Neptun&lt;/a&gt; in &lt;a title="Warnemünde" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Warnem%C3%BCnde"&gt;Warnemünde&lt;/a&gt;. Nach der &lt;a title="Wende (DDR)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wende_%28DDR%29"&gt;Wende&lt;/a&gt; in den Jahren 1989 und 1990 wurden die Geschäfte von der &lt;a title="Treuhandanstalt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt"&gt;Treuhandanstalt&lt;/a&gt; veräußert.&lt;br /&gt;Von „&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Handelsorganisation"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Handelsorganisation&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Jetzt kennen wir uns auch mit der HO aus.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich machte auch häufig Einkäufe mit meinem Großvater Förstermann, wobei wir eine recht große Strecke von der Kapellenstraße, durch die Marienstraße bis in die Innenstadt gingen und zurück. Mein Opa ging recht langsam, da er schon älter war, was mir zugute kam, da ich ja noch recht klein war. Er wurde auf unserem Weg oft gegrüsst und hielt auch immer mal wieder ein Schwätzchen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meistens gingen wir in einen Käse- und Milchladen in der Marienstrßse, da Opa den Besitzer gut kannte und seinen Käse mochte. Allerdings roch es in dem Laden für meine Begriffe zu stark nach diesem einzigen Käse, einer Art "Harzer Roller" (ähnlich wie der Frankfurter Handkäse, nur kleiner), den es dort gab. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Der Besitzer war ein rosig aussehender Mann mit roten, oft gewaschenen Händen, wie der "Milchmann" in der Kurzgeschichte von Peter Bichsel. Ich war immer froh, wieder an die frische Luft zu kommen. Gerne dagegen ließ ich mir ein Eis in einer Eisdiele am Frauenplan spendieren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Es gab noch einen anderen Milchladen gegenüber vom Kartausgarten, ca 5 bis 10 Gehminuten von der Wohnung in der Domstraße entfernt. Dort verkaufte Frau Stöber Milch aus großen Kannen, sonst gab es nichts bei ihr. Ich hatte die Aufgabe, diese Milch mit einer kleinen Milchkanne aus Blech, mit Deckel und Henkel, bei ihr zu holen, sobald ich das alleine tun konnte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Beim Nachhausetragen hatte ich schon einige Male ausprobiert, ob ich die Kanne am Henkel herumschleudern konnte, ohne dass der Deckel abfiel und das gelang mir auch, bis auf einmal, als der Deckel abfiel und die ganze Milch auf dem Boden landete. Ich hatte kein Geld, um neue Milch zu holen, ging also bedrückt nach Hause und mußte meine "Tat" beichten. Meine Mutter war wohl nicht gerade erfreut, aber sie gab mir Geld und ich holte eine frische Kanne Milch, probierte aber diesen "Trick" nicht wieder.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich erinnere mich auch an eine Begebenheit in einer Bank in der Karlstraße. Ich war vielleicht 5 oder 6 Jahre alt und noch nicht in der Schule. Vor meinem Opa und mir in der Schlange der anstehenden Leute stand ein geistig behinderter junger Mann, den wir Kinder alle kannten. Ich machte eine Bemerkung über ihn zum Opa. In dem Moment drehte sich der Mann um und haute mir eins auf die Backe. Ich hatte ihn offensichtlich beleidigt und er hatte sich gewehrt. Mein Opa lachte nur und meinte, dass ich das verdient hätte, denn solche Bemerkungen mache man eben nicht. Ein früher und drastischer Lernprozess in Sachen Diskriminierung.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Noch ein Wort zum "Bierholen" bei Frau Brede in der Domstraße, nicht weit von unserer Wohnung. Sie wohnte in einer etwas heruntergekommenen Behausung mit Gärtchen davor, die mir eher wie eine Hütte als ein richtiges Haus vorkam. Sie war hager, groß und freundlich zu uns Kindern. Sie verkaufte Bier, dunkles, süßes Malzbier und "Brause" oder auch Selterswasser. Ihr Mann war wohl Kellner und brachte nicht genug Geld nach Hause, so dass sie einen Nebenverdienst brauchte. Wir Kinder kauften nicht nur das Bier für unsere Väter bei ihr, sondern auch Malzbier für uns selber. Das Bier war in Flaschen mit dem altmodischen Schnappverschluß abgefüllt, dessen Porzellanknopf man gegen den Flaschenhals klopfen konnte und so Schaum produzierte, der in der Flasche nach oben stieg und den man dann abschlürfen konnte. Da Malzbier keinen Alkohol hat oder so wenig, dass es nicht als alkoholisches Getränk gilt, war es uns erlaubt, das zu trinken. Im Sommer immer ein Genuß, den wir Kinder uns draußen auf dem Spielplatz gönnten.&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Frau Bredes Bierverkaufsstelle und Wohnung in der Domstraße&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Es sah aus wie auf dem Dorf&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 372px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5575165847221225778" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-AeVEywGqsx8/TV73zK-CyTI/AAAAAAAAAcA/VYTRSc6FKvo/s400/Frau%2BBredesBierverkaufsstelle%2Bin%2BEis321.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Wenn ich das Freunden oder meinen Deutschschülern hier in den USA erzähle, bekommen sie immer runde Augen und finden es erstaunlich, dass das möglich war. Aber hier kann man ja nicht mal mit Schnaps gefüllte Pralinen kaufen, da man sich damit möglicherweise betrinken könnte. Ein Witz!!!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Copyright: Gisela Foerstermann 2008&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-4705917300809773609?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/4705917300809773609/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=4705917300809773609' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/4705917300809773609'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/4705917300809773609'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/01/neue-erfahrungen-baeckereien.html' title='Neue Erfahrungen: Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Märkte und Eisdielen....'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6JsQWnrWYI/AAAAAAAAADw/PvF7O4ybfwQ/s72-c/Eisenach+Marktplatz+und+Gorgenkirche045.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-7652774785146643099</id><published>2008-01-19T12:39:00.000-08:00</published><updated>2011-04-17T11:53:49.139-07:00</updated><title type='text'>Die frühen Jahre, Wohnungen, Stadtviertel und Umgebung</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5158051432397727442" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5UUcwFC5tI/AAAAAAAAABg/xmUlwEyLneY/s400/Eisenach+60iger+Jahre024.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Eisenach und Wartburg in den sechziger Jahren&lt;/strong&gt; rechts in oberer Bildmitte die Goethe Schule und die Georgenkirche, links obere Stadt, unser Haus in der Domstraße von Osten her. Man sieht das Dach und die Rückseite, wenn man das Foto vergrößert (und ich darauf zeige). &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die ersten Lebensjahre&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich wurde im Oktober 1947 in Eisenach geboren. Laut meiner Mutter wurde ich während "Moskauer Zeit", um 1 Uhr morgens am 5. Oktober geboren, also 2 Stunden früher als es unter "deutscher Zeit" gewesen wäre, nämlich um 23 Uhr am 4.10.1947. Im Mai 1945 bei Kriegsende drehten die Russen, sprich die sowjetischen Soldaten, die Uhren um 2 Stunden vorwärts, auf Moskau Zeit. Ob das eine offizielle Anweisung der Sowjetregierung war und wann das wieder rückgängig gemacht wurde, weiß ich nicht, aber diese Geschichte meinerzwei Geburtstage, ein deutscher und ein russischer, nämlich der 5.10. 1947, der auch in meinen Papieren verzeichnet ist, habe ich oft gehört.Verifizieren konnte ich nur die Umstellung auf Moskauer Zeit im Mai '45, nicht aber den Zeitpunkt der Zurückstellung auf die "deutsche" Zeit. Das erste Jahr meines Lebens verbrachten ich und meine Eltern in einem Zimmer in einer für mehrere Mieter aufgeteilten Wohnung in der Kapellenstraße 8 im Südviertel von Eisenach. Meine Großeltern Förstermann (Opa und Oma von mir genannt, sobald ich etwas sagen konnte neben Mami und Papi) wohnten in der Kapellenstraße 1 in einer schönen Wohnung in ihrem eigenen Haus. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Der östliche Teil des Südviertels mit dem Burschenschaftsdenkmal&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5158090757118289634" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5U4NwFC5uI/AAAAAAAAABo/2eTakkVYEjM/s400/Eisenach+60iger+Jahre+Suedviertel025.jpg" /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Von der Kapellenstraße 8 weiss ich wenig, außer dass es Fotos von mir gibt, auf einer Decke sitzend oder in einm Körbchen in der Sonne im Garten des Hauses. Die Großmutter Paulmann war einmal zu Besuch oder wir waren bei den Großeltern Fö. in der Kapellenstrasse 1. Es muß wohl sehr eng in der Wohnung gewesen sein, in einem Zimmer, mit Küchen- und Badbenutzung für mehrere Leute. &lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5158373645139240706" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5Y5gAFC5wI/AAAAAAAAAB4/41OnI8AYUFE/s200/Haus+Kapellenstr+8++1947-48029.jpg" /&gt; &lt;strong&gt;Kapellenstraße 8, wo ich mein erstes Lebensjahr verbrachte&lt;/strong&gt; &lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5bEFWnrWLI/AAAAAAAAACI/DWLezPZEB4Q/s1600-h/Opas+Haus+Kapellenstr+1++1949.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5158526019449870514" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5bEFWnrWLI/AAAAAAAAACI/DWLezPZEB4Q/s320/Opas+Haus+Kapellenstr+1++1949.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;strong&gt;Kapellenstraße 1, das Haus vom Opa Förstermann&lt;/strong&gt;. Großmutter Paulmann dazu: "Wie kann man nur so ein schönes Haus so auffressen lassen von dem Grünzeug. Das macht der Engländer. Da ist aber Klinker drunter." &lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Das "Grünzeug", wilder Wein und Efeu, wurde in den sechziger Jahren abgemacht, siehe spätere Bilder, in denen man das Haus besser sieht.&lt;/div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5U8aQFC5vI/AAAAAAAAABw/b3KlWdpkUvc/s1600-h/Grossmutter+Paulmann+un++die+Enkelin+Juni+1948.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5158095369913165554" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5U8aQFC5vI/AAAAAAAAABw/b3KlWdpkUvc/s320/Grossmutter+Paulmann+un++die+Enkelin+Juni+1948.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Großmutter Paulmann und Enkelin, Juni 1948&lt;/strong&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ein eher komischer Zufall ist, dass mein Mann und ich im Frühjahr 1995 für fast eine Woche in selben Haus in der Kapellenstraße 8 im selben Stockwerk übernachtet haben. Es wurde als Frühstückspension mit einigen Zimmern im ersten Stock benutzt, eingerichtet von einem Ehepaar, das das Haus nach der "Wende" gekauft hatte . Möglicherweise waren wir im gleichen Zimmer, in dem meine Familie 1947 war. Das Haus ist ein nicht gerade attraktiver, düsterer Backsteinbau, im neugotischen oder auch "Fabrikstil" gebaut. Die Pension hatte noch sehr viel "DDR Atmosphäre", alles war zusammengestückelt, meist bräunlich in den Farben, die Betten durchhängend, der Frühstücksraum dunkel und stickig. Aber es war relativ billig und außerdem erwarteten wir auch nicht, dass plötzlich alles "Weststandard" hatte. Es erinnerte aber auf alle Fälle an die "alte Zeiten" in der DDR. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Die beiden Wohnungen in der Domstraße &lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/strong&gt;Ab Herbst 1948 zogen wir um in die Domstraße 18 in ein Stadtviertel, das näher an der Innenstadt war und auch nur ca eine halbe Wegstunde weit von der Wartburg. Es lag in einer hügeligen Gegend zwischen Innenstadt und Markt und den Villen auf dem Weg zur Wartburg. Die Wohnung, die wir bezogen, war im ersten Stockwerk des ziemlich großen Mietshauses und hatte 3 Zimmer, von denen meine Eltern und ich 2 Zimmer bewohnten. Ich schlief mit meinen Eltern im gleichen Schlafzimmer bis zum Umzug in die größere Wohnung.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Das dritte Zimmer wurde zuerst von einer Frau mit zwei Töchtern bewohnt, die aber schon bald verschwanden. Vermutlich hatte sie entweder eine bessere Wohnung bekommen oder sie war nach Westdeutschland gegangen, wie so viele Familien in den kommenden Jahren.&lt;/div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6Oe5WnrWbI/AAAAAAAAAEI/J9lXeVWzgPg/s1600-h/Peter+und+Martina+Weiland,+ich+Mai+%2752+049.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162144306058451378" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6Oe5WnrWbI/AAAAAAAAAEI/J9lXeVWzgPg/s400/Peter+und+Martina+Weiland,+ich+Mai+%2752+049.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;Hier vor dem Hintergrund der Wartburg, ich, Peter und Martina Weiland, die mit ihrer Mutter schon 1952 oder '53 nach Köln gingen, wo der Vater schon lebte. Mit Peter hatte ich viel gespielt und dann war er plötzlich weg. Ein Verlust, nicht nur für mich, auch für meine Eltern, denn wir machten mit ihr und den Kindern schöne Ausflüge in den Thüringer Wald. &lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162204474255301074" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R6PVnmnrWdI/AAAAAAAAAEY/-X2hbugQfrI/s400/Ausflug+mit+Weilands,+Juli++%2752+050.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;Auf einem der Ausflüge mit Weilands und einer Freundin von Martina, Juli '52 &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Domstraße 18, 1990&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;auf einem meiner Eisenach Besuche&lt;/strong&gt; &lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5160662207333882194" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R55a72nrWVI/AAAAAAAAADY/Hz1ykCG_q_k/s320/Domstrasse+18++++1990043.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 400px; DISPLAY: block; HEIGHT: 392px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5575159792757106034" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/-_8Clgvm78bY/TV7ySwVT5XI/AAAAAAAAAb4/m3d6Om3RsRs/s400/Fraeulein%2BRettbergs%2BEinzug%2Bin%2Bdie%2BDomstr%2B18%2B%2B%2B5%2Bokt%2B%252750035.jpg" /&gt; &lt;strong&gt;Frl. Rettberg und ihre Helferinnen. Meine Mutter rechts neben ihr und Frl. Andernacht. In dem Handwagen und in den anderen Körben sind Bücher&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;strong&gt;Dann zog Fräulein Rettberg am 5.10. 1950, &lt;/strong&gt;an&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;meinem dritten Geburtstag,&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;in das freie Zimmer. Sie war früher die Lehrerin meiner Mutter gewesen auf dem Lyzeum. Inzwischen war sie in Rente. Sie war eine etwas herrische, ältere Dame mit Dutt. Ihre ehemaligen Schülerinnen halfen ihr mit einem Handwagen beim Umzug. Da sie oft ihr Essen in der gemeinsamen Küche mit ranziger Butter oder Margarine briet, roch es unangenehm in der Wohnung. Mein Vater war sehr erbost darüber, aber sie störte das&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;anscheinend nicht. Vermutlich war die Butter auch deshalb ranzig, weil wir alle natürlich keinen Kühlschrank hatten und Lebensmittel schnell schlecht wurden, vor allem im Sommer. Der Wohnraummangel nach dem Krieg machte es nötig, dass mehrere Parteien in einer Wohnung wohnten und Küche und Bad teilten. Auch in der neuen Vierzimmerwohnung einige Jahre später, im Erdgeschoß desselben Hauses, hatten wir ständig Untermieter oder besser gesagt, Mitmieter, zweimal hintereinander jeweils eine junge Frau, die das kleinere Zimmer neben der Küche bewohnte. Ich war zu jung, um das als sehr störend zu empfinden, aber meine Eltern mochten es natürlich nicht. Nur in einem Jahr hatten wir die Großmutter Paulmann für einen längeren Besuch, vom Oktober 1956 bis Ende April 1957, nach ihrem Sturz durch die Decke ihres morschen, alten Hauses in Camburg an der Saale, wo die Großeltern wohnten. (Dem Thema Camburg und den Großeltern Paulmann werde ich ein gesondertes Kapitel widmen) Aber das war im Grunde noch problematischer als die fremden jungen Frauen, die eigentlich auch ganz nett waren. Nur soviel zum dem großmütterlichen Besuch: Die Großmutter war viel schwieriger, da sie nicht gesund war. Sie weinte oft nachts in ihrem Bett und mein Vater, der sowieso schon Schlafstörungen hatte, haßte das. Er schien sich nicht in ihre Lage versetzen zu können. Sie hatte sich bei dem Sturz den Oberschenkelhals gebrochen, war lange im Krankenhaus in Camburg gewesen und konnte auch nicht wieder normal laufen. Sie war schon früher depressiv gewesen und das wurde durch den Unfall nicht besser. Und sicher war es auch für meine Eltern schwer, sie in der Wohnung zu haben, zumal mein Vater sich mit den Paulmanns nicht so gut verstand. Eine rundum belastende Situation. Danach hatten wir wieder eine jüngere Untermieterin, eine Tschechin, glaube ich. Die erste junge Frau, die in dem Zimmerchen wohnte, war Buchhändlerin und recht hübsch. Das fand wohl mein Vater auch und wir besuchten sie des öfteren in der Volksbuchhandlung in der Karlstraße, was immer aufregend für mich war. Das Haus in der Domstraße hatte 5 Stockwerke und 2 Souterrains. Es wohnten also recht viele Leute dort, mehrere Familien mit Kindern, aber auch ältere Ehepaare und Alleinstehende, die sich die Wohnungen teilen mußten. Unter uns wohnte ein Kellnerehepaar, das regelmäßig volltrunken nach Hause kam und sich dann auch regelmäßig auskotzte. Widerlich, denn das Haus war hellhörig. Als wir noch im ersten Stock wohnten und ich öfters die Treppe hinunterrannte und etwas lauter war, ging die Tür einer Nachbarin in der Erdgeschoßwohnung auf, in die wir später zogen und Frau Schreiner zischte mich an, ruhiger zu sein. Allerdings ging das ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus, wie das so bei Kindern ist. Inzwischen kann ich den Ärger der alten Frau verstehen, denn man wird lärmempfindlicher im Alter. Es gab noch eine alte Frau, Frau Zimmermann, die ihren Enkel aufzog und in der anderen Souterrainwohnung wohnte. Sie hatte etwas "hexenhaftes" an sich, eine schrille kreischende Stimme, mit der sie ihren Enkel immer rief. "Geeeert"!!!!, schrillte es aus dem Fenster, wenn sie wollte, dass er heimkam. Sie hatte eine Art Hausmeisterrolle und "passte auf", so wurde uns Kindern gesagt. Also hatten wir Respekt oder sogar Angst vor ihr, was sicher auch mit ihrer schrillen Stimme und ihrem etwas furchterregenden Äußeren zu tun hatte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Weitere Erkundung der Welt, Spielplatz und Freunde&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Meine Welt war zuerst die Wohnung in der Domstraße, in der ich bei schlechtem Wetter im relativ großen Flur mit meinem ersten Roller herumkurfte, nicht immer zur Freude der Mitmieterin. Oder ich spielte dort auch Ball. &lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5jgYmnrWNI/AAAAAAAAACY/aiURKxJREVM/s1600-h/Der+neue+Roller+Geburtstag+1950033.jpg"&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 0px 10px 10px; FLOAT: right; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5159120086441351378" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5jgYmnrWNI/AAAAAAAAACY/aiURKxJREVM/s320/Der+neue+Roller+Geburtstag+1950033.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="right"&gt;&lt;strong&gt;Der erste Roller, 5.10.1950. Die Großcousinen Förstermann (Bärbel, Sabine, Ilse) und Jochen Gier &lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Aber ich war sehr viel draußen. Eine frühe Erinnerung ist (ich war vielleicht zwei 1/2) , dass ich auf einem Fußschemelchen vor dem Haus in der Sonne sitze und meine Mutter oben aus dem Fenster guckt. Das war der erste Schritt zum Spielen auf dem Spielplatz gegenüber vom Haus. Dort wurde "im Spätsommer ein Sandkasten aufgestellt, welcher von Gisela möglichst bei jedem Wetter aufgesucht wurde", schreibt mein Vater zu dem Foto unten. &lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5159117728504305858" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5jePWnrWMI/AAAAAAAAACQ/07CCCYKCm0w/s400/Sandkasten+auf+dem+Spielplatz+im+Herbst+1951032.jpg" width="400" height="454" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Mein Lieblingsort für einige Jahre, der Sandkasten&lt;/strong&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Im Haus wohnte auch meine erste Freundin, Regina S., die ein Jahr jünger war als ich. Ihre Familie, auch zu dritt, bewohnte eine kleine Zweizimmerwohnung gegenüber von der Ergeschoßwohnung, in der wir wohnten. Wir spielten zusammen mit Puppen, vor dem Haus mit dem Ball oder auch auf dem Spielplatz am Geländer, an dem man wunderbar herumturnen konnte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5pwSmnrWPI/AAAAAAAAACo/kjpjkcit63c/s1600-h/Regina+Schuchardt+und+ich++Herbst+%2751036.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 0px 10px 10px; FLOAT: right; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5159559788013246706" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5pwSmnrWPI/AAAAAAAAACo/kjpjkcit63c/s320/Regina+Schuchardt+und+ich++Herbst+%2751036.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;strong&gt;Regina und ich mit unseren Puppenwagen, Herbst 1951&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ihre Mutter war eine eher unscheinbare, etwas krummbeinige Frau, freundlich, aber wohl auch schüchtern und zurückhaltend. Sie kam, glaube ich, aus einer Arbeiterfamilie vom "Stiegk", einem alten Viertel im Westen von Eisenach, wo man noch stärkeren Thüringer Dialekt sprach. Regina verwechselte öfters "mir" und "mich", wenn sie sprach, also den Dativ und Akkusativ. Meine Mutter korregierte mich immer, wenn ich mir das auch angeeignet hatte. Ich sollte auf keinen Fall dieses "Proletendeutsch" sprechen, das sei "ungebildet". Zwar sprachen meine Eltern auch nicht gerade reines Hochdeutsch, sondern schon auch mit "thüringischem Einschlag", aber grammatisch korrekt. Sie waren, mehr oder weniger, "gebildet", ein wichtiges Wort damals zur Kennzeichnung der Klassenzugehörigkeit, die nach wie vor eine Rolle spielte, vor allem in den frühen Nachkriegsjahren. Und sie hatten das Abitur, das war anscheinend ein wichtiges Statussymbol. Der Vater von Regina war ein etwas finsterer Bursche, unfreundlich und autoritär. Er sah im Sommer immer ab Mittag aus dem Fenster und sonnte sich. Es hieß, er sei Lehrer, ich habe nie erfahren, in welcher Schule. Ich glaube, er war meinen Eltern suspekt. Vielleicht dachten sie, er sei SED Mitglied oder sogar bei der Stasi.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ich denke im nachhinein, dass er wahrscheinlich auch depressiv war, wie so viele der Kriegsgeneration, die wer weiß was getan und hinter sich hatte. Ich sah Herrn S. nie lachen und er war mir unheimlich.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Regina durfte z. B. nicht in das Badezimmer, wenn die Eltern bei der Arbeit waren. Es war abgeschlossen, so dass sie einen Nachttopf benutzen mußte, der unter ihrem Bett stand. Sie zeigte mir ihn einmal und er war bis obenhin voll mit Fäkalien und Urin. In dem Zimmer roch es natürlich auch, deshalb hatte ich sie wohl gefragt, woraufhin sie mir die Ursache zeigte. Was das wohl für Spuren in ihr hinterlassen hat? Ich jedenfalls habe es nicht vergessen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Irgendwann später hatte sie es durchgesetzt, einen Hund zu bekommen, einen jungen Foxterrier. Ich sah, wie ihr Vater ihn ab und zu mißhandelte, nach ihm trat und ihn schlug. Er wurde während des Tages auf den Küchenbalkon gesperrt und heulte oft erbärmlich. Wer weiß, ob Herr S. nicht auch seine Frau und Tochter schlug. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Da Regina juenger war und vielleicht auch eingeschüchtert vom Verhalten ihres Vaters, war sie auch meinem eigenen "autoritären" Ton nicht gewachsen. Wir spielten Schule, bevor ich in der Schule war und ich "kommandierte" sie herum. Das war dann möglicherweise der Grund, warum ihr die Eltern nach 1957 verboten, weiterhin mit mir zu spielen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Mein "Kommandieren" betraf allerdings nur das Turnen und andere Spiele. Sie mußte mir alles nachmachen oder beim Schulespielen war ich die Lehrerin, denn ich konnte schon ein A schreiben und kleine Schulhefte basteln. Irgendwann muß sie sich darüber beschwert haben, jedenfalls sprachen wir lange nicht mehr miteinander und ich wußte erst einmal nicht, warum. Vielleicht hat ihre Mutter mit meiner gesprochen oder es blieb nur eine Vermutung. Vielleicht war es auch nur kindliche Eifersucht, weil ich öfter mit einem anderen Mädchen spielte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Später, noch vor der Flucht in den Westen, näherten wir uns, glaube ich, wieder etwas an und sprachen hin und wieder miteinander. Aber bei meinen Besuchen in Eisenach in den sechziger Jahren habe ich sie nicht wieder gesehen. Eigentlich schade, denn wir kannten uns aus den frühen Kinderjahren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Es gab noch andere Spielkameraden, wohl sogar noch vor der Zeit mit Regina oder zur gleichen Zeit. Den in den Westen gegangenen Peter Weiland erwähnte ich schon. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Eine andere Freundin hieß Ursula Tschechowski und ihre kleine Schwester Gisela. Sie wohnten oberhalb des Spielplatzes im Klosterweg. Das Haus ist auf dem Spielplatz-Foto zu sehen. Sie hatten einen Garten und daneben einen Obstgarten, der jemandem anderem gehörte. Der Zaun hinderte uns aber nicht, die Sauerkirschen, die man leichter erwischen konnte, zu stibitzen. Und in ihrem eigenen Garten gab es Stachelbeersträucher, die wir regelmäßig abgrasten, auch, wenn die Beeren noch nicht reif waren, sondern nur sauer. Das resultierte auch des öfteren in Bauchweh, aber abgehalten hat uns das nicht. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Leider ging die Familie, eine von vielen in dieser Zeit, in den Westen Mitte der Fünfziger Jahre und ich weiß, dass sie mir fehlten, vor allem Ursula, die 1 Jahr älter war als ich und mit der ich mich gut verstand.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;5.10.1955 Karin H., ich, Gisela T., ihre Schwester Ursula, Regina, Ute S., Eva M.&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;Außer Karin, Eva und Regina haben alle auf dem Foto die DDR verlassen. Die Geschwister Tschechowski 1956, Ute S. 1958 oder Anfang '59, ich 1960.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5160570977933547842" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R54H9mnrWUI/AAAAAAAAADQ/lEyNIE5dYh0/s400/5+Okt+55042.jpg" /&gt; &lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Dann war da noch Gabi Neumann, in der oberen Mönchstraße wohnend, in der Nähe des Glockenturms, auch älter als ich und sehr lustig. Ich glaube, sie hatte ihren Vater möglicherweise im Krieg verloren oder er war schon im Westen, bevor auch sie und ihre Mutter "rüber" gingen, ebenso ihr Cousin Heinz. Wir spielten des öfteren "Versteckling" unterhalb des Glockenturms in den Büschen. Einmal entdeckte ich, dass meine Kleidung stark nach Urin roch. Ich konnte mir das nicht erklären, aber ich glaube, wir sahen einmal den Maler, der oben im Turm wohnte, als er seinen Nachttopf zum Fenster hinaus ausleerte. Das war der Grund für den Geruch und wir spielten von da an nicht mehr dort. Der Maler hatte keine Toilette dort oben in dem alten Stadtmauerturm und entsorgte seine Abwässer auf diese mittelalterliche Weise.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Da meine Freundschaft mit Regina beendet schien, fand ich eine neue Spielkameradin, Brigitte Schulze, genannt Mausi. Sie war hellblond und hatte ein freundliches Wesen. Allerdings war ihr Vater Parteigenosse, sie hatten die Wohnung der geflohenen Tschechowskis bekommen. Über ihren Bruder werde ich noch berichten, denn er beobachtete uns, bevor meine Mutter und ich in den Westen gingen. Mehr dazu später im Kapitel über die Flucht.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Gabi, Mausi, Ute S, ich, Daggi, Karin H., Regina, 5.10. 1957&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5161045412905965922" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5-3dWnrWWI/AAAAAAAAADg/y6iDybISDHc/s320/Geburtstag+1957+mit+Mausi,+Gabi+Neumann+Regina+Daggi++mein+Gebtag+%2757.jpg" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Gabi ging mit ihren "Resteltern" und Cousin Heinz 1958 in den Westen. Auffällig war, dass zwei Mädchen in dem Foto, Gabi, Daggi, ebenso Eva M.im anderen Foto entweder keinen Vater oder keine Mutter mehr hatten. Auch der der Sohn einer Familienfreundin meiner Eltern wuchs ohne Vater auf, der nach dem Krieg Selbstmord begangen hatte. Und ein anderer Vater von einer Mitschülerin beging ca 1958 Selbstmord und die Mutter verließ auch bald nach dieser Tragödie mit beiden Kindern die DDR.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;strong&gt;Ernsti, unbekannt, ich und Mausi, Spätsommer 1958&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5160566893419649330" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R54EP2nrWTI/AAAAAAAAADI/5iOo7Pda8NQ/s400/Ernsti+u+a+1958041.jpg" /&gt; &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Es gab noch andere Kinder, eigentlich auch mehr Jungen als Mädchen. Leider habe ich nur Ernsti im Bild, der oft mit uns spielte. Er war leicht behindert am Bein und Fuß, konnte aber schneller rennen als ich. Er war wahrscheinlich der netteste Junge unserer Gruppe. Auch er wuchs ohne Vater auf.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="left"&gt;Das Thema der Flucht in den Westen wurde mir immer bewußter, je älter ich wurde, von den frühen Fünfziger Jahren bis 1960. Es gab im Bekanntenkreis meiner Eltern, im Tennisclub, in der Schule und unter meinen Freunden immer mehr "Republikflüchtige". Wenn ich meine Geburtstagsfotos betrachte, fehlten in jedem Jahr einige Kinder, die im vorigen noch dabei waren. Ich werde dieses Thema in einem der folgenden Kapitel über unsere Flucht noch eingehend beschreiben.&lt;/p&gt;Copyright 2008 G. Foerstermann &lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-7652774785146643099?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/7652774785146643099/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=7652774785146643099' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7652774785146643099'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7652774785146643099'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/01/die-fruehen-jahre-wohnungen.html' title='Die frühen Jahre, Wohnungen, Stadtviertel und Umgebung'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5UUcwFC5tI/AAAAAAAAABg/xmUlwEyLneY/s72-c/Eisenach+60iger+Jahre024.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8333063839346543300.post-7064579338622271085</id><published>2008-01-08T07:40:00.000-08:00</published><updated>2011-02-14T15:04:52.363-08:00</updated><title type='text'>Winter in Eisenach</title><content type='html'>&lt;strong&gt;Die Wartburg&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; bei Eisenach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R45X0wFC5jI/AAAAAAAAAAQ/q3GMrfaoqwc/s1600-h/Wartburg+im+Winter+018.jpg"&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5156155187156674098" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R45X0wFC5jI/AAAAAAAAAAQ/q3GMrfaoqwc/s320/Wartburg+im+Winter+018.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;Im Winter denke ich mehr an Deutschland und besonders an Eisenach, wo ich geboren und aufgewachsen bin und werde nostalgisch. Nach dem Motto: in Eisenach lag &lt;strong&gt;immer &lt;/strong&gt;Pulverschnee und die Sonne schien oft, so dass die Schneekristalle glitzerten. Es gab Rauhreif, der alles bedeckte und die Landschaft wunderbar verwandelte. Das stimmt auch, aber es gab sicher auch einige graue Tage, so wie hier in Portland. Allerdings wird es im Winter nie so viel geregnet haben, besonders nicht so viel wie dieses Jahr 2008.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Veranschaulichung meiner kindlichen Winterfreuden will ich ein bißchen mehr ins Detail gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegenüber von unserem Mietshaus war ein Spielplatz mit zwei alten Bäumen, einer Kastanie und einm Ahornbaum und niedrigen Büschen ringsherum, ehemals wohl ein Grundstück mit einem Haus und grossem Garten. Da Eisenach sehr hügelig und bergig ist, war der Spielplatz es auch, ein bißchen wenigstens, hügelig genug für uns Kinder. Ich lernte dort das herrliche Schlittenfahren kennen und dann mit vier Jahren zum ersten Mal auf Skiern zu stehen und bald auch einen kleinen Hügel hinunterzufahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Auf dem Weg zur Wartburg, Januar 1951&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R468-wFC5lI/AAAAAAAAAAg/onTJWtzlR1c/s1600-h/Auf+dem+Schlitten+Januar+51++020.jpg"&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5156266409629771346" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R468-wFC5lI/AAAAAAAAAAg/onTJWtzlR1c/s320/Auf+dem+Schlitten+Januar+51++020.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schlittenfahren &lt;/strong&gt;mit den recht vielen Nachbarskindern war erstmal am schönsten. Allerdings machte ich einmal einen der Jungen nach, indem ich es mit einem "Bauchklatscher" versuchte, also auf dem Bauch auf dem Schlitten, Gesicht nach vorn, Arme seitlich zum Lenken, einen Abhang runterfuhr. Ich fiel wortwörtlich auf die Nase und blutete, hatte sie wohl am Schlitten aufgeschlagen. Sicher habe ich wie am Spieß geschrien.&lt;br /&gt;In den frühen Fünfziger Jahren gab es in unserem Viertel mehr oder weniger keine Autos, höchstens das des Zahnarztes und später ein Taxi, das in unserer Straße parkte. So konnten wir ungefährdet vom Spielplatzhügel auch auf die Straße fahren, wenn wir schnell genug waren und der Schnee vereist war, was der Schnelligkeit half.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fuhren auch bei Dunkelheit noch Schlitten. Von wenigen Straßenlampen beleuchtet, sausten wir die Burgstraße hinunter, ab und zu auch mit mehreren Schlitten, die aneinander gebunden waren, ein ganz besonders wildes Vergnügen, das nicht erlaubt war. Es gab einen Volkspolizisten, er hieß Rehbein, sein Name ein Anlaß zum Spott für uns, der hinter uns her war, aber wir waren natürlich schneller als er. Mehr als uns drohen konnte er nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war oft völlig durchgeweicht vom Schnee als kleineres Kind, weil ich vermutlich mehr im Schnee lag als stand und es gab ja keine wasserdichte Winterkleidung. Ich trug nur einen zweiteiligen Trainingsanzug mit Kapuze. Aber davon hatte ich mehrere und ging dann in die Wohnung gegenüber vom Spielplatz , um mich umzuziehen und trockene Handschuhe zu holen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kalt war mir nie, Kinder haben ja einen anderen Kreislauf und bewegen sich mehr als Erwachsene, zumindest war das damals so. Ich liebte die kalte Schneeluft, den glitzernden Schnee, wenn die Sonne schien und hatte viel Spaß mit diesem Element.&lt;br /&gt;Wenn der erste Schnee fiel, oft schon im November oder Anfang Dezember und es wurde kalt, machten wir "Rutschbahnen", indem wir rannten und dann auf dem immer glatter werdenden Schnee rutschten, bis ein Teil des Bürgersteiges völlig vereist war, wunderschön für uns, weniger angenehm für die Erwachsenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R463NwFC5kI/AAAAAAAAAAY/IH67PgUvLYI/s1600-h/Skihase++Winter+51+52+019.jpg"&gt;&lt;strong&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5156260070258042434" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R463NwFC5kI/AAAAAAAAAAY/IH67PgUvLYI/s320/Skihase++Winter+51+52+019.jpg" /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; &lt;strong&gt;Skihase, Winter 1951/52&lt;/strong&gt;, Auf dem Spielplatz, im Hintergrund unser Mietshaus mit Kriegsspuren&lt;br /&gt;Als ich älter war und besser &lt;strong&gt;skilaufen &lt;/strong&gt;konnte, wanderten meine Eltern und ich auch weiter weg von der Stadt, die Skier auf der Schulter, um dann im Helltal unterhalb der Wartburg zu laufen oder in der Nähe des Burschenschaftsdenkmals. Dort lernte ich von meinem Vater den "Schneepflug", um erst einmal langsam einen Abhang hinunterzukommen. Nach und nach lernte ich Bogen zu fahren und es machte immer mehr Spaß, es auch auf steileren Hängen zu wagen. Natürlich gab es keine Lifte, wir kletterten alle entweder mit den Skiern an den Stiefeln hoch oder schnallten sie ab und trugen sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab "Fettbrote" zu essen, Schweineschmalz oder, seltener, Gänseschmalz mit Salz und "Grieben", kleinen Zwiebelstückchen, eine Kalorienbombe, die uns sehr schmeckte.&lt;br /&gt;In den späteren Fünfziger Jahren machten wir auch einige größere Skitouren mit Freunden vom Tennisclub, zur Hohen Sonne oder auf dem Rennsteig zum Inselsberg.&lt;br /&gt;Nur einmal ging's mit dem Bus nach Oberhof, ein stinkender Ikarus Bus, in dem mir fast schlecht wurde. Das war weniger erfreulich und es wurde auch nicht wiederholt, es war zu weit und zu umständlich, wir hatten ja einige schöne Möglichkeiten zum Skilaufen in der Nähe, warum also weit fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R4_IZwFC5mI/AAAAAAAAAAo/Nuhd43uBHJg/s1600-h/Skitour+zur+Hohen+Sonne++Jan+54++021.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5156560443090855522" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R4_IZwFC5mI/AAAAAAAAAAo/Nuhd43uBHJg/s320/Skitour+zur+Hohen+Sonne++Jan+54++021.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Skitour auf die Hohe Sonne, Januar 1954&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Abends kamen wir, meine Mutter und ich, spät heim von einem Skiausflug, es wurde schon dunkel im Wald und ein bißchen unheimlich, obwohl der Schnee den Waldweg erhellte. Wir hörten etwas weiter entfernt im Tal Füchse bellen, es war schaurig, da wir wußten, dass es tollwütige Füchse in der Umgebung von Eisenach gab. Ich glaube, meine Mutter war nicht besonders beunruhigt, also war ich es auch nicht. Trotzdem habe ich das nicht vergessen, sicher auch deshalb, weil es ungewöhnlich war. Normalerweise waren wir um diese Zeit schon zu Hause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="left"&gt;Ein anderes Mal, ich war schon etwas älter, vielleicht 9 oder 10 Jahre alt, ging ich mit zwei etwas älteren Jungen aus der Nachbarschaft zum unteren Helltal, um dort skizulaufen. Allerdings hatten die Jungen im Kopf, eine kleine Sprungschanze aus Schnee zu bauen und darüber zu springen. Ich wollte es auch probieren, fiel aber hin und verletzte mir den Knöchel leicht. Dieses Abenteuer versuchte ich nicht dann nicht noch einmal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab eine echte, relativ große Sprungschanze im oberen Helltal, wo ab und zu ein Springen stattfand, aber sehr viel habe ich nicht davon mitbekommen, es passierte zu selten. Es war mir auch etwas unheimlich, so durch die Luft zu fliegen, ohne sich die Knochen zu brechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Wieder ein Skiausflug zur Hohen Sonne, Februar 1955&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; DISPLAY: block; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5157226506619119266" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R5ImLwFC5qI/AAAAAAAAABI/gqRnr1Et0fE/s320/Noch+ein+Skiausfkug+auf+die+Hohe+Sonne++Febr+%2755++022.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch etwas zu den Skiern, die wir hatten. Die meiner Eltern waren noch aus der Vorkriegszeit, meine waren DDR Skier. Sie waren aus Holz und ca 10 cm breit, so dass man einen guten Halt hatte. Der Fuß im Skistiefel wurde durch ein verstellbares Lederband ueber der vorderen Kappe auf dem Ski gehalten, das Lederband war an einem Metallstück auf dem Ski befestigt. Um die Ferse herum lief auch ein Lederband mit einer Metallschnalle zum Festschnallen des Skis am Schuh. Später, moeglicherweise erst im Westen, wurde dieses archaiische System durch die sogenannte Kandahar-Bindung (sehr afghanisch, haha) verbessert, die eine Art Kabelzug hatte, der den Schuh auf den Ski runterdrückte zur Befestigung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich mußten die Skier gewachst werden, für Pulverschnee mit einem anderen Wachs als für nasseren Schnee. Das Wachs hatte einen harzigen Geruch, den ich mochte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Skistöcke waren auch aus Holz, später aus Bambus, mit Lederschlaufen versehen, die "Teller" der Stöcke hatten einen Metallring, der mit Lederriemen am Stock verbunden war. Ab und zu gingen die Skibindungen auf, aber das passierte später bei den moderneren Bindungen auch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außerdem konnte man die Bindung auf Langlauf oder Abfahrtslauf einstellen. Beim Langlauf konnte man die Ferse hoch und runter bewegen wie bei heutigen Langlaufskiern. Zur Abfahrt war der Stiefel fest mit dem Boden des Skies verbunden. Es war wie ein Tourenski heutzutage. Wir trugen Lederstiefel mit viereckigen Vorderkanten, die in die Metallteile der Bindung passten.&lt;br /&gt;Da wir im Mittelgebirge skiliefen, war das sehr praktisch, beide Bindungseinstellungen zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun noch einige Worte zum &lt;strong&gt;Schlittschuhlaufen&lt;/strong&gt; auf dem Prinzenteich.&lt;br /&gt;Ich lernte diesen Sport erst relativ spaet, mit etwas über acht Jahren und zwar auf den schon damals recht alten Schlittschuhen meines Vaters, mit denen er selbst als Kind gelaufen war. Sie waren mir viel zu groß, standen vorne am Stiefel über und sie mußten mit einem Schlüssel an die Sohle des Schuhs geschraubt werden. Aber das hielt mich nicht davon ab, es zu erlernen.&lt;br /&gt;Zuerst war es schwierig, auf den so dünnen Kufen der Schlittschuhe auch nur zu stehen, ohne umzuknicken. Da ich aber schon skilaufen konnte, machte mir mein Vater klar, dass ich mich ähnlich wie beim Skilaufen bewegen müsste, wenn man sich beim Langlauf wie ein Schlittschuhläufer bewegt, um schneller zu sein. Das kannte ich und so bewegte ich mich dann auch in der Art und siehe da, ich kam voran, ohne gleich hinzufallen.&lt;br /&gt;Der Ort des Geschehens war der Prinzenteich, ein ehemaliger Feuerlöschteich, auf dem wohl wirklich die Prinzen eines Herzogs, der seine Rezidenz in Eisenach hatte, im 18. Jahrhundert Schlittschuh liefen. Dieser Teich war nicht riesig groß, aber auch nicht so klein, dass man keinen Auslauf hatte, wenn man mal schneller laufen wollte. Etwa 250 Meter lang und 150 breit, genug Platz also für relativ wenig Leute, im Vergleich mit Eisbahnen in Frankfurt, wo man nur in einer Richtung im Kreis herum fahren konnte, weil es so voll war.&lt;br /&gt;Der Marienbach mündete in den Teich am Südwestende, wo das Eis oft sehr dünn war und einige Jungen auch immer mal einbrachen. Am Ostende des Teiches gab es einen Kiosk. Im Sommer konnte man dort Limonade und Eis kaufen und auch Ruderboote ausleihen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Winter prüfte der Kioskbesitzer die Eisstärke, stellte ein Schild auf, wenn das Eis zu dünn oder freigegeben war zum Eislaufen. Ab und zu schippte der Kioskbesitzer auch den Schnee von der Eisfläche in der Nähe des Kiosks.&lt;br /&gt;Ab Januar bis Ende Februar war der Teich meistens zugefroren, umgeben von verschneiten Bäumen und Büschen. Es gab auch eine kleine Insel auf dem Teich, wo im Sommer die Schwäne nisteten. Dort konnte man auf Steinen eine Rast machen oder die Schlittschuhe anschrauben. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schlittschuhlaufen, Februar 1956&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R4_XRAFC5oI/AAAAAAAAAA4/jEVthaSKXNA/s1600-h/Schlittschuhlaufen+auf+dem+Prinzenteich+Febr+%2756++023.jpg"&gt;&lt;img style="MARGIN: 0px 10px 10px 0px; FLOAT: left; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5156576785441416834" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R4_XRAFC5oI/AAAAAAAAAA4/jEVthaSKXNA/s320/Schlittschuhlaufen+auf+dem+Prinzenteich+Febr+%2756++023.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Anschrauben bedeutete übrigens auch, dass man den Schlüssel auf keinen Fall verlieren durfte. Ich hatte ihn an einem Band um den Hals, da war er sicher.&lt;br /&gt;Angenehm für mich war, dass das Haus meines Großvaters väterlicherseits unmittelbar in der Nähe war, so dass ich mich bei den Großeltern aufwärmen konnte und öfter auch eine Tasse Kakao, ein Stück Brot oder ein Plätzchen bekam.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich war eines der wenigen Mädchen, die dort Schlittschuh liefen, so dass ich meistens allein lief, vertieft in meine "Eislaufkünste". Die Jungen waren oft zu wild oder spielten "Hockey" mit Stöcken und Steinen, was mir wenig zusagte. Ich lernte durch Beobachten oder auch Tipps der fortgeschrittneren Kinder oder der wenigen Erwachsenen, auch rückwaerts zu fahren, im Kreis, ebenfalls vorwärts und rückwärts und schnell zu laufen. Darin erschöpfte sich aber auch mein Ehrgeiz. Spass machte es mir allemal, eben auch wie das Schlittenfahren und Skifahren, weil ich die Winterlandschaft mochte und die Bewegung in der kalten Luft. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Selbst wenn es Ende Februar oder Anfang März zu tauen anfing und auf dem Eis Schneewasser stand, ging ich trotzdem öfter zum Prinzenteich, um zu sehen, ob man noch laufen konnte. Das Eis unter dem getauten Schnee war meistens noch dick genug, aber es war eine nasse Angelegenheit, vor allem, wenn man hinfiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Winter gehörte auch der geheizte &lt;strong&gt;Kachelofen &lt;/strong&gt;in unserer Wohnung in der Domstrasse. Das Haus war vermutlich vor dem ersten Weltkrieg gebaut worden, für damalige Verhältnisse war es ein recht modernes Haus, mit großen Fenstern, Bad und Zentralheizung.&lt;br /&gt;Wir wohnten dort seit 1948.&lt;br /&gt;Es gab Heizkörper in allen Zimmern für diese Zentralheizung, die aber nicht funktionierte. Dafür stand ein großer Kachelofen im Wohnzimmer, von undefinierbarem Grün, hellgrün bis erbsengrün. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Ofen wurde mit Braunkohle geheizt. Und nicht nur unser Ofen, sondern alle in Eisenach, in der ganzen DDR (die es offiziell erst seit 1949 gab). Der charakteristische Geruch machte sich manchmal schon ab September bis in den April überall breit, für mich bedeutete er aber vor allem Schnee und Wintersport. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn ich diesen Geruch später irgendwo bemerkte, fühlte ich mich sofort in den Winter in Eisenach versetzt. Ich bin damit aufgewachsen, er störte mich nicht, obwohl Braunkohle ja bekanntermaßen höchst schädlich für die Umwelt und ungesund ist. Aber damals hat kaum jemand davon gesprochen, außer von der schlechten Qualität der Kohle. Wir waren froh, dass es wenigstens im Wohnzimmer einigermaßen warm war.&lt;br /&gt;Die Kohlen für den Ofen waren im Keller gelagert, jedes Stück Kohle so groß wie ein Backstein, vermutlich aber etwas leichter. Natürlich legte sich der Kohlenstaub auch auf die Häuser und schwärzte sie, oder besser gesagt, schaffte ein Einheitsgraubraun, dass überall herrschte, abgesehen von neu angetrichenen Gebäuden. Doch auch die wurden schnell dunkel und unansehnlich, was u.a. auch an der Qualität der Farben lag.&lt;br /&gt;In einer Nische im Kachelofen konnten man auch Äpfel backen oder braten, wie wir dazu sagten, was wir im Winter öfter machten. Und man konnte die Füße hochlegen und an die Ofenkacheln lehnen, eine sehr angenehme Art, die Füße schnell warm zu bekommen.&lt;br /&gt;Die anderen Zimmer waren mehr oder weniger kalt oder wir benutzten eine Heizsonne oder den Herd in der Küche. Es erscheint rückblickend, dass wir alle wesentlich abgehärteter waren als heutzutage.&lt;br /&gt;Es gab oft genug Tage, wo Eisblumen an den Fenstern wucherten, was ich sehr schön fand. Das hieß aber auch, dass es sehr kalt war, auch in der Wohnung.&lt;br /&gt;Wir hatten eine Wasserleitung, aus der nur kaltes Wasser kam. Wasser für ein Bad wurde in einem großen Topf erhitzt und das mehrmals, um die immerhin vorhandene Badewanne 10 cm hoch zu füllen. Eine umständliche Angelegenheit, die nur einmal in der Woche am Sonnabend stattfand. Sonst wusch man sich kalt, eine "Katzenwäsche" natürlich. Wir müssen alle "gemüffelt" haben, zumal auch die Kleidung nicht so oft gewaschen wurde wie heute. &lt;/p&gt;Noch etwas sollte ich nicht vergessen, zu erwähnen, &lt;strong&gt;die Stromsperre&lt;/strong&gt;. Sie war, soweit ich mich erinnere, nicht auf den Winter beschränkt, sondern war eine "Sparmaßnahme" auch das ganze Jahr hindurch. Da aber der Verbrauch an Eliktrizität im Winter höher war als im Sommer, gab es wohl mehr Ausfälle im Winter.&lt;br /&gt;Soweit ich mich erinnern kann, kamen diese dunklen Perioden unangekündigt und man saß plötzlich im Dunkeln, wobei jeder "Stromsperre" ausrief. Wir behalfen uns mit Kerzen, was es für mich gar nicht so unangenehm machte. Es war fast wie Weihnachten, wenn die Kerzen auf dem Weihnachtsbaum angezündet waren, nur nicht so hell. Im Durchschnitt dauerten diese Perioden vielleicht 1 bis 2 Stunden oder auch weniger, aber man konnte sich darauf verlassen, dass sie mit schöner Regelmäßigkeit kamen.&lt;br /&gt;Wir hatten einen Gasherd, so dass das Kochen nicht wirklich beeinträchtigt war, aber sicher war es erst mal unangenehm, plötzlich in der dunklen Küche zu stehen, wenn man am Kochen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Copyright 2008 G. Foerstermann&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8333063839346543300-7064579338622271085?l=ossiwessiami.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/feeds/7064579338622271085/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8333063839346543300&amp;postID=7064579338622271085' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7064579338622271085'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8333063839346543300/posts/default/7064579338622271085'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ossiwessiami.blogspot.com/2008/01/winter-in-eisenach.html' title='Winter in Eisenach'/><author><name>ossiwessiami</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03460053792860524692</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_Ui2Zymn5KDU/R45X0wFC5jI/AAAAAAAAAAQ/q3GMrfaoqwc/s72-c/Wartburg+im+Winter+018.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry></feed>
